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Dienstag, 11.09.2018

Der Ü40-Triumph

Von Dirk Westphal

Döbelns Freizeitkicker Torsten Dathe überwindet RSV II-Torhüter Jonas Ratzka zum zwischenzeitlichen 1:0.Foto: Dietmar Thomas
Döbelns Freizeitkicker Torsten Dathe überwindet RSV II-Torhüter Jonas Ratzka zum zwischenzeitlichen 1:0.Foto: Dietmar Thomas

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Sie haben es wieder getan. Die Freizeitkicker des Döbelner SC. Drei von ihnen sind noch knapp unter 40 Jahre alt, dafür auch drei über 50. Der Rest sind Mittvierziger mit reichlich Spaß am Fußballspielen. Ihr Coach Erik Hustig meldete sie erneut für den Kreispokal, obwohl der Großteil der betagten Mannschaft das überhaupt nicht wollte. Aber nachdem sie bereits vor drei Jahren in die dritte Runde einzogen, gelang ihnen das mit einem Sieg im Elfmeterschießen gegen B-Kreisligist Roßweiner SV II erneut.

Vorher allerdings lieferten die Haudegen der im Schnitt weitaus jüngeren Roßweiner Vertretung einen packenden Schlagabtausch. In dem bekamen die immerhin 40 Zuschauer doch Einiges an Dramatik geboten. Während die von Matthias Klöden betreuten jungen Roßweiner auf Schnelligkeit und Einsatz setzten, warfen die Döbelner ihre ganze Routine in die Waagschale und versuchten, die Sache spielerisch zu lösen. Torsten Dathe, von Haus aus Tischtennisspieler und gerade 40 geworden, brachte die Einheimischen in Front, als er sich den Ball in der 22. Minute mit dem Kopf vorlegte und dann einköpfte. Stephan Leimner besorgte kurz vor der Pause das 2:0 und ein mögliches 3:0 hätte wohl die Vorentscheidung bedeutet. Doch Enrico Krause scheiterte per Elfmeter an Jonas Ratzka. Der Strafstoß wurde zwar zurückgepfiffen, weil Roßweiner Spieler zu zeitig in den Strafraum liefen. Aber auch im zweiten Versuch fiel nicht das 3:0, denn nun setzte Dathe den Ball neben das Tor.

Das schien sich zu rächen, denn im zweiten Abschnitt sorgten Richard Schwitzky (57.), Marc Borchert (70.) und André Dähnhardt in der 75. Minute vom Elfmeterpunkt für die Führung der Gäste. Die hatte bis in die 89. Minute Bestand, dann war es Leimner, der einen weiteren Strafstoß zum Ausgleich nutzte. Der landesligaerfahrene Stürmer traf in der Nachspielzeit auch zum 4:3, doch Moritz Höhne besorgte fast postwendend das 4:4. Entsprechend kam es zum Elfmeterschießen. Gleich den ersten Versuch hielt Hustig im DSC-Tor. Danach trafen zunächst alle Schützen beider Mannschaften, ehe der vierte Roßweiner übers Tor schoss. So war es am nächsten Döbelner Akteur, bereits für die Entscheidung zu sorgen. „Entweder jetzt, oder gar nicht mehr“, meinte Torsten Dathe, der in der regulären Spielzeit noch scheiterte, und besorgte den 8:7-Siegtreffer. „Wir haben verdient, aber glücklich gewonnen“, sagte er dem Döbelner Anzeiger und fügte an: „Wir haben sie aufgemischt. Es war ein spannendes und interessantes Spiel. Es ist einfach nur cool.“ Allerdings gab er auch zu, dass die Schmerzen nach den 120 Minuten doch recht groß sind. „Ich kann kaum noch laufen, aber das vergeht auch wieder.“ Torhüter und Coach Erik Hustig erwartet nun mit Spannung die Auslosung zur dritten. Runde. „Klar, wenn du jetzt einen Kreisoberligisten erwischst, ist es sowieso vorbei. Aber vielleicht haben wir Glück und bekommen nochmals einen B-Kreisligisten.“ Dann sei vielleicht noch eine weitere Überraschung möglich, zumal den Döbelnern diesmal noch drei wichtige Leute gefehlt hätten.

Mit dem Einzug in die dritte Runde des Kreispokals gehören die Döbelner zu den wenigen Mannschaften aus den Altkreis Döbeln, aus dem insgesamt nur noch vier Teams vertreten sind.

Obwohl Falkenhain in den vergangenen Jahren zwar nie ein gutes Pflaster für Kreisoberligist SV Ostrau 90 war, setzten sich die favorisierten Jahnataler beim A-Kreisligisten mit 4:2 (2:0) durch und kamen dabei nie ins Wanken.

Ihr Potenzial stellten auch die Fußballer von B-Kreisligist SV Traktor Mochau unter Beweis. Mit 5:2 (3:1) wurde A-Kreisliga-Spitzenreiter Hohburger SV mit einer deutlichen Niederlage nach Hause geschickt. Nicht nur mit dem nötigen Losglück sollte von den Mochauern im weiteren Wettbewerb Einiges zu erwarten sein. Erwartet wurde, dass A-Kreisligist ESV Lok Döbeln beim B-Kreisligisten SG Altenhain/Hohnstädter SV II in die nächste Runde einzieht. Bis zur Pause gestaltete sich das allerdings schwerer als erwartet. Dann jedoch drehten die Schützlinge von Trainer Frank Domaniecki richtig auf und entledigten sich der Aufgabe mit 4:0 noch deutlich.

Aller Ehren wert war auch der Auftritt von A-Kreisligist SV 29 Gleisberg gegen den Kreisoberligisten SV Tresenwald-Machern. Erst in der Nachspielzeit mussten die Baumert-Schützlinge den entscheidenden Treffer hinnehmen, nachdem Vincent Böhm in der 72. Minute die Gästeführung ausgeglichen hatte. Auch die in den Punktspielen bislang alles andere als erfolgsverwöhnte SG Zschaitz/Ostrau II hielt sich gegen Kreisoberligaspitzenreiter SV Chemie Böhlen wacker und kam trotz des Ausscheidens zu einem achtbaren Ergebnis (2:4). Die neugegründete junge Vertretung des Döbelner SC III kratzte bei der SG Beucha/Polenz II ebenfalls am Weiterkommen, doch schied letztendlich im Elfmeterschießen aus.