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Freitag, 13.07.2018

Der Trick mit dem Kaffeefilter

Die Radeberger Ultimate Sound Crew feiert 18. Geburtstag. Die Anfänge waren abenteuerlich.

Von Thomas Drendel

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Mathias Krohn und Michael Wogan von der Ultimate Sound Crew: Am heutigen Sonnabend stellen sie ihre Plattenspieler im Radeberger Stadtbad auf. Aus Anlass des 18. Geburtstages der USC laden sie zur Feier ein.
Mathias Krohn und Michael Wogan von der Ultimate Sound Crew: Am heutigen Sonnabend stellen sie ihre Plattenspieler im Radeberger Stadtbad auf. Aus Anlass des 18. Geburtstages der USC laden sie zur Feier ein.

© Thorsten Eckert

  • Mathias Krohn und Michael Wogan von der Ultimate Sound Crew: Am heutigen Sonnabend stellen sie ihre Plattenspieler im Radeberger Stadtbad auf. Aus Anlass des 18. Geburtstages der USC laden sie zur Feier ein.
    Mathias Krohn und Michael Wogan von der Ultimate Sound Crew: Am heutigen Sonnabend stellen sie ihre Plattenspieler im Radeberger Stadtbad auf. Aus Anlass des 18. Geburtstages der USC laden sie zur Feier ein.
  • Bei ihren ersten Veranstaltungen nutzten Michael Wogan und seine Mitstreiter von der Ultimate Sound Crew Kaffeefilter als Infozettel. Jetzt wurden wieder welche bedruckt.
    Bei ihren ersten Veranstaltungen nutzten Michael Wogan und seine Mitstreiter von der Ultimate Sound Crew Kaffeefilter als Infozettel. Jetzt wurden wieder welche bedruckt.

Radeberg. Nichts los? Dann machen wir das selber. – Das war von Anfang an das Motto von Michael Wogan und den anderen jungen Radebergern. 2000, als man in der Stadt nirgends einen ordentlichen Techno-Abend erleben konnte, schafften er und seine Kumpels Verstärker, Boxen und Plattenspieler an und legten auf. Das war die Geburtsstunde der Ultimate Sound Crew (USC). Zunächst kamen sie in der einstigen Betriebskantine auf dem Robotron-Gelände unter. „Vor jedem Abend sind wir quasi dort eingezogen und haben alles dekoriert und umgestaltet“, sagt Michael Wogan.

Das war teils aufwendig: Fluchtwege, ausreichend Gastro und auch Sanitäranlagen mussten bereitgestellt werden. „Vorher absolvierten wir meist eine Begehung mit Verantwortlichen der Stadt. Dann gab es Auflagen. Beispielsweise haben wir jedes Mal einen WC-Wagen herangeschafft. In Spitzenzeiten kamen mehr als tausend Besucher zu den Events. In der Anfangszeit, als das Drucken von Flyern noch recht teuer war, stellten sie die Infozettel noch selber her. In Ermangelung anderen Papiers bestanden sie aus Kaffeefiltertüten. „Die haben wir mit den wichtigsten Infos bestempelt. Anschließend wurden die Flyer eigenhändig hinter Autoscheibenwischern auf Partys in Dresden und anderswo geklemmt“, sagt er.

Zwischen 2000 und 2005 prägten sie so eine Generation junger Radeberger. „Bei Robotron haben wir 19-mal gespielt. Einmal wichen wir auch auf das ehemalige IFA-Gelände aus, dort, wo heute der neue Edeka-Markt steht.“ Mehr als 20 Deep-Lounge-Nächte gab es im Stadtbad und im Label 62 im Kaiserhof, 15-mal suchten die USC-DJs das Schloss Klippenstein heim. Die Crew sorgte auch für die Musik in der Machbar, einem damals leer stehenden Geschäft an der Hauptstraße. Mit dieser Aktion, die gemeinsam mit der Stadt organisiert wurde, sollte die Innenstadt belebt werden. Obwohl der Plan nicht ganz aufging, die Veranstaltungen der USC-Jungs blieben erfolgreich. Wie die jüngste zum Stadtfest im Freibad. Obwohl das eine Notlösung war. Denn in den vergangenen Jahren fanden die Bierstadt-Sommer-Open-Airs immer im Schloss Klippenstein statt. Diesmal war der Platz allerdings schon von Bauleuten belegt. Bekanntlich läuft ja derzeit die Sanierung von Teilen des historischen Gebäudes. Zunächst war die Turnhalle an der Pulsnitzer Straße im Gespräch oder das angrenzende Freigelände. Dann kam die Zusage vom Stadtbad. Hunderte Besucher schlenderten an den Abenden vom Stadtfest ins Bad. „Das hat uns gezeigt, wie schwer es ist, in Radeberg eine Halle für mehrere Hundert Besucher zu bekommen. Für Open-Air-Veranstaltungen findet sich immer ein Platz, aber für die kältere Jahreszeit gibt es nichts. Das würde ich mir für die Stadt noch wünschen zum Geburtstag“, sagt Michael Wogan.

Genau den feiert die Ultimate Sound Crew am heutigen Sonnabend. 18 Jahre wird die Gruppe alt. „Aus dem Anlass laden wir zu einer neuen Deep-Lounge-Nacht ins Radeberger Stadtbad ein. Um 19.30 Uhr geht es los. Der Eintritt ist frei und Badehose nicht vergessen, es kann geschwommen werden. „Wir haben Helfer eingeladen, die uns über die Jahre begleiteten und würden uns freuen, wenn sonst noch viele Radeberger kommen würden.“ Zu hören ist Lounge- und House-Music. Steven Cock, Jeff Thomas und andere DJs legen auf. Eine Bar öffnet und Hamburger werden ebenfalls aufgetischt.