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Donnerstag, 26.04.2018

Der Stellvertreter zögert

Manuel Konrad könnte noch drei Jahre bei Dynamo bleiben, will aber vor allem spielen.

Von Daniel Klein

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Selbstbewusster ist Manuel Konrad durch seine Einsätze und Leistungen geworden. Doch bleibt er auch?
Selbstbewusster ist Manuel Konrad durch seine Einsätze und Leistungen geworden. Doch bleibt er auch?

© Robert Michael

Aufstellungen sind ein großes Betriebsgeheimnis. Das gilt auch für Dynamo, doch beim Heimspiel am Samstag gegen Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf steht eine Personalie fest: Den gelb-rot-gesperrten Marco Hartmann wird im defensiven Mittelfeld Manuel Konrad ersetzen. So war es zumindest bisher in dieser Saison geregelt, wenn der Kapitän ausfiel.

Dabei bringt es Konrad bereits auf 24 Einsätze, 20 davon in der Startelf – das ist nicht die typische Statistik eines Ergänzungsspielers. Und doch wird der gebürtige Bayer noch immer als Hartmann-Stellvertreter wahrgenommen, das haftet an ihm. Fast trotzig betont Konrad: „Ich habe auch mit Harti zusammen auf dem Platz gestanden.“ Das stimmt, doch viele Spiele waren es nicht.

Gegenüber der vorigen Saison, seiner ersten bei Dynamo, als er nur sieben Mal zur Anfangself gehörte, konnte er die Zahl seiner Arbeitseinsätze deutlich steigern. „In meinem ersten Jahr hier hatte ich trotz meiner Erfahrung einige Probleme, vor allem, weil mir der Spielrhythmus fehlte“, erklärt er. Mit der laufenden Saison sei er dagegen ganz zufrieden, „weil ich der Mannschaft und dem Umfeld endlich zeigen konnte, warum ich geholt worden bin“. Wertvoll sei er eben nicht nur als Einwechselspieler.

Konrad fühlt sich also deutlicher wohler und zögert dennoch mit einer Verlängerung seines Ende Juni auslaufenden Vertrages. Einen Dreijahres-Kontrakt hatte ihm Dynamo vorgelegt, die Verhandlungen davor seien ratzfatz gegangen, erzählt er. Doch mit der Unterschrift lässt er sich Zeit. Warum? Er habe da ein oder zwei Gedanken, sagt er, womöglich sind damit auch Angebote anderer Klubs gemeint. Dass er durch sein Abwarten auf Nachbesserungen im Angebot hofft, verneint er vehement. „Es geht mir rein um das Sportliche und die Frage: Wie sieht meine Zukunft aus? Was stelle ich mir da vor?“

Vor 14 Tagen feierte Konrad seinen 30. Geburtstag, es ist womöglich der letzte Vertrag, den er als Profifußballer unterschreibt. Da überlegt man sicher etwas gründlicher und länger. „Natürlich habe ich nicht nur den Anspruch zu spielen, wenn ein anderer verletzt ist“, hatte Konrad kürzlich erklärt. Sucht er also einen Klub, bei dem die Chancen deutlich besser sind? „Eine Stammplatzgarantie gibt es nirgends“, kontert er.

Vor zwei Wochen hatte er zuletzt ein Gespräch mit Interims-Geschäftsführer Kristian Walter, der den erkrankten Ralf Minge vertritt. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt Konrad. „Es wird bald eine Entscheidung geben.“ Vielleicht ja direkt nach seinem 21. Startelfeinsatz und einem Sieg gegen Düsseldorf. Dann könnte Dynamo den Klassenerhalt feiern – wenn die Konkurrenten mitspielen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Matti Dölitzsch

    Hoffentlich bleibt der Konrad nicht. Wir brauchen Verstärkungen und keine Bankdrücker. Dies auch wenn Manu ab und zu ein Tor schiesst. Für weiter oben in der 2. Liga dran zu bleiben und langfristig aufzusteigen sind bessere Spieler benötigt.

  2. @1

    Hamm, sprach Schramm!

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