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Donnerstag, 29.10.2015

Der standhafte Albertbrücken-Pfeiler

Noch dieses Jahr sollen die letzten Reste der Behelfsbrücke verschwunden sein. Doch der Abbruch ist nicht einfach.

Von Peter Hilbert

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Die letzten Bauteile der kleinen Albertbrücke werden derzeit beseitigt. Der Neustädter Pfeiler ist solide gebaut. Deshalb geht der Abbruch nur langsam voran.
Die letzten Bauteile der kleinen Albertbrücke werden derzeit beseitigt. Der Neustädter Pfeiler ist solide gebaut. Deshalb geht der Abbruch nur langsam voran.

© SZ/Peter Hilbert

Die ersten Sonnenstrahlen blinzeln durch die Bögen der Albertbrücke, über der Elbe schweben Dunstschwaden. Tak, tak, tak hallt es über die Neustädter Elbwiese. Der Arbeitstag hat begonnen. Während Bauleute hoch oben auf der Brücke ein gewaltiges Gerüst montieren, steht an deren Fuß ein Bagger, knabbert mit seinem großen Abbruchhammer am Neustädter Pfeiler der kleinen Albertbrücke. Ein mühsames Geschäft.

Nachdem der erste Teil der Albertbrücke Anfang September für Fußgänger und Radler freigegeben wurde, hatte der kleine Brückennachbar ausgedient. Seitdem haben die Bauleute ein flottes Tempo vorgelegt und den Großteil des Bauwerks demontiert. Am 6. Oktober schwebte das stählerne Mittelteil am Kranarm ans Ufer.

Zum Schluss sind jetzt noch die beiden Betonpfeiler an der Reihe. Vergangene Woche setzte der Baggerfahrer erstmals seinen Abbruchhammer an. Ein Stück hat er schon geschafft. An diesem Morgen geht es nun munter weiter. Wieder bröckeln einige Betonbrocken unter dem takkernden Abbruchhammer, fallen hinab und versinken in einer Staubwolke. Dann hallt es – tak, tak, tak. Doch noch immer ragt der Pfeiler hoch empor – ein widerborstiger Bursche aus solidem Stahlbeton.

Ein Problem ist das allerdings nicht, versichert Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. „Es gibt keinen genauen Endtermin“, sagt er. Das Ziel ist lediglich, dass noch in diesem Jahr die Pfeiler und die stählernen Spundwände an ihren Füßen restlos beseitigt sein sollen. Das ist nötig, da die provisorische Fußgänger- und Radfahrerbrücke im geschützten Flora-Fauna-Habitat errichtet wurde. Deshalb müssen die Bauleute hier alles wieder so herstellen, wie sie es einst vorgefunden hatten.

Begonnen wurde mit dem Abbruch des Neustädter Pfeilers, da er von der kleinen Mole aus gut mit dem Bagger erreichbar ist, erklärt Koettnitz. Mit dem Abbruch des Altstädter Pfeiler-Zwillings kann derzeit noch nicht angefangen werden. Da er in der Elbe steht, muss ein Bagger dort von einem schwimmenden Ponton aus arbeiten. „Dafür ist jetzt aber der Wasserstand zu niedrig“, sagt Koettnitz. Also warten die Brücken-Abbrecher darauf, bis der Elbpegel wieder auf ein normales Maß steigt. Erst dann kann dort der Abbruchhammer angesetzt werden. Wenn am Ende die letzte Spundbohle aus dem Untergrund gezogen ist, sind dennoch weitere Arbeiten nötig. Denn der Untergrund muss entsprechend der Auflagen dem natürlichen Zustand der Elbsohle wieder angepasst werden. Also ist noch Elbkies aufzuschütten und zu verteilen. Am Ende wird der Zustand mit einem Ultraschallgerät genau vermessen.

Ähnlich war es bei der Waldschlößchenbrücke. Dort hatten die Brückenbauer am Johannstädter Ufer eine Anlegestelle für die Pontons errichtet, mit denen der Brückenbogen eingeschwommen wurde. Der Anleger stand auf Bohrpfählen, die tief im Untergrund waren. Sie sollten mit einem Bohrgerät beseitigt werden. Das war sehr schwer. Der Baubetrieb hatte mehrere Bohrkronen eingebüßt. Zudem war ein Gerät ausgefallen. Erst nach einem Dreivierteljahr war die Bohraktion beendet. Dann wurde das Ufer wieder naturnah gestaltet.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Brückenwicht

    Warum werden eigentlich "provisorische" Brücken aus massivem Beton errichtet? Der sich im Gegensatz zu einer Modulbauweise nicht demontieren und wiederverwenden lässt?

  2. @1.

    Vielleicht damit sie nicht beim ersten Hochwasser einfallen???! Die dabei wirkenden Kräfte dürften sich kaum mit Teilen aus dem Stahlbaukasten beherrschen lassen.

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