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Dienstag, 13.03.2018

Der neue Chef der Czorneboh-Kantine

Stefan Belk kocht im Betonwerk Cunewalde nicht nur für dessen Beschäftigte. In die Lausitz kam er aber aus einem anderen Grund.

Von Katja Schäfer

Kocht leidenschaftlich gern: Stefan Belk ist der neue Betreiber der Kantine im Cunewalder Betonwerk, die für jedermann geöffnet hat.
Kocht leidenschaftlich gern: Stefan Belk ist der neue Betreiber der Kantine im Cunewalder Betonwerk, die für jedermann geöffnet hat.

© SZ/Uwe Soeder

Cunewalde. Zwischen Töpfen und Löffeln ist Stefan Belk in seinem Element. „Seit meinem 16. Lebensjahr mache ich beruflich nichts anderes als kochen – und das liebend gerne“, sagt er schmunzelnd. Jetzt hat der 37-Jährige den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Seit Anfang Februar betreibt er eine Kantine in Cunewalde. Sie befindet sich zwar im Betonwerk Schuster, ist aber öffentlich. „Neben den Beschäftigten des Betriebes kommen auch viele andere Leute hier essen; von Waldarbeitern über Handwerker bis hin zu Mitarbeitern der Gemeinde“, berichtet Stefan Belk.

Vorher anmelden muss man sich nicht. „Wer kommt, der kommt. Ich habe immer genug Essen da“, sagt der gelernte Koch. Rund 50 Portionen bereitet er pro Tag zu, ist aber überzeugt davon, dass die Zahl steigt, wenn sein Angebot sich rumspricht. Zwei Gerichte stehen stets zur Auswahl; eins wechselt täglich, das andere gibt es eine Woche lang – diese Woche Kohleintopf mit Speck. Hinzu kommen heiße Würstchen und andere Imbissangebote sowie Kuchen, den Stefan Belks Frau und seine Schwiegermutter backen.

Kunden können gleich vor Ort essen, ihre Portion mitnehmen oder sich die Mahlzeiten liefern lassen. Letzteres werde zunehmend von älteren Leuten genutzt, berichtet Stefan Belk, der nicht erst seit einem Monat in der Kantine tätig ist. Gekocht hat der Mann, der aus der Düsseldorfer Gegend stammt, schon vorher dort; als Angestellter des bisherigen Betreibers. Jetzt ist er selbst Pächter der Räume, sein eigener Herr – und glücklich damit. „Jetzt kann ich alles so machen, wie ich mir das vorstelle“, sagt Belk, der gern mit Gewürzen experimentiert. Mitarbeiter hat der 37-Jährige, der auch Frühstücksversorgung sowie Partyservice anbietet, nicht. Nur das Ausliefern des Mittagessens übernimmt jemand anderes. Beim Abwasch und beim Säubern der Küche hilft ihm seine Frau, wenn sie nicht gerade Dienst als Krankenschwester in der Intensivpflege hat. Die aus Bautzen stammende 36-Jährige ist der Grund dafür, dass es den Koch nach Sachsen verschlagen hat. Beide lernten sich übers Internet kennen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sind sich Stefan und Simone Belk einig. Vor sieben Jahren zog der Koch in die Oberlausitz. Jetzt wohnt das Paar, das zwei Kinder im Alter von fünf Jahren und einem Jahr hat, in einem selbst sanierten Haus nahe dem Betonwerk. In der Vergangenheit arbeitete Stefan Belk in verschiedenen Lokalen, unter anderem im Gasthaus „Zu den Linden“ in Wehrsdorf. Um mehr Zeit für die Familie zu haben, suchte er sich dann eine Kantinen-Stelle, weil er da nicht abends arbeiten muss.

Mit der Czorneboh-Kantine – wie er sein Unternehmen nennt, weil es in der Nähe des Berges liegt – hat Stefan Belk viel vor. Nachdem von ihm schon einige Küchengeräte ausgewechselt wurden, will er die Erneuerung fortführen. In den Speiseplan möchte er mehr Abwechslung bringen. Neben klassischen Kantinen-Gerichten – „Schnitzel und Leber sind hier der Renner“, verrät der Koch – will er künftig einmal im Monat Speisen aus anderen Ländern zubereiten. Außerdem möchte er regionale Spezialitäten aus seiner Heimat anbieten. Was man in der Düsseldorfer Gegend gern isst, will Stefan Belk vorab nicht verraten. Wer neugierig ist, soll in seine Kantine kommen.