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Donnerstag, 17.05.2018

Der lokale Storch hat ausgedient – er weicht dem Roten Panda, der internationale Bedeutung hat

Von Matthias Klaus

Tierparkchef Sven Hammer mit Kuschelpanda und dem neuen Logo: Es symbolisiert die internationale Bedeutung des Görlitzer Zoos.Foto: Nikolai Schmidt
Tierparkchef Sven Hammer mit Kuschelpanda und dem neuen Logo: Es symbolisiert die internationale Bedeutung des Görlitzer Zoos. Foto: Nikolai Schmidt

© nikolaischmidt.de

Der Naturschutztierpark hat sich die Entscheidung nicht einfach gemacht. Seit etwa anderthalb Jahren, schildert Direktor Sven Hammer, tüftelte die Einrichtung an einem neuen Logo. Nun ist es fertig. Der Rote Panda ist ab sofort das Symboltier des Görlitzer Zoos. Es gebe mindestens zwei Gründe dafür, dass sich die Einrichtung vom Storch verabschiedet hat, so Hammer.

„Zum einen ist der Naturschutztierpark inzwischen international bekannt für die jahrelange Zucht, Erforschung und Haltung des stark gefährdeten Roten Pandas.“ Zum anderen ist der Katzenbär, wie er auch genannt wird, zu einem Lieblingstier im Tierpark geworden. „Er hat halt einen hohen Kuscheltierfaktor“.

In den kommenden zehn Jahren investiert der Zoo nicht nur in die Tiere vor Ort, sondern auch in die in der freien Wildbahn. Pro Jahr gibt er beispielsweise 3 000 Euro für einen Ranger aus, der sich in Nepal um Rote Pandas kümmert. „Der Rote Panda ist ein Symbol für den weltweiten Artenschutz“, sagt Sven Hammer. Pandas und Görlitz – damit ist untrennbar der Name des früheren Tierparkdirektors Axel Gebauer verbunden. Er brachte die Tiere nach Görlitz. „1997 haben wir damit angefangen, das Gehege zu bauen“, erinnert sich Axel Gebauer. 1 200 Quadratmeter ist das heute groß, mit einer Eibe darin, dem natürlichen Futterspender für die Tiere. Inzwischen arbeitet Axel Gebauer erfolgreich als Tierfilmer. Sein Streifen über die Roten Pandas im Himalaya lief Ende vergangenen Monats in der ARD. 3,3 Millionen Zuschauer schalteten ein – ein Spitzenwert für einen Naturfilm.

Das neue Logo des Tierparks findet Axel Gebauer gelungen. „Es gefällt mir, ist gut gemacht“, sagt er. Dem Storch trauert er nicht nach. „Er hat heute für den Naturschutztierpark im Sinne der Nachzucht weniger Bedeutung als der Panda“, sagt er. Der Storch, so Axel Gebauer, das waren eben andere Zeiten. Mit dem neuen Logo werde stärker auf den internationalen Naturschutzgedanken hingewiesen, den sich der Tierpark auf die Fahnen geschrieben hat. Carsten Liebig, Vorstandsvorsitzender des Tierparkvereins, sieht das ganz ähnlich. „Der Storch ist eher ein Symbol für den Naturschutz hier vor Ort, in der Oberlausitz. Mit dem Panda wird stärker das internationale Anliegen des Tierparks in Sachen Naturschutz betont“, sagt er. Es sei wichtig, dies auch mit einem entsprechenden Logo zu tun. Dabei sei die Auswahl keine einfache Sache gewesen. Mit dem neuen Logo kommt auch ein neuer Internetauftritt des Görlitzer Zoos. Der ist von der Gestaltung her an das Thema Tibet, das Tibetdorf angelehnt. Das Görlitzer Unternehmen Die Partner hat sich der Sache angenommen, dem Tierpark einen neuen Webauftritt verpasst. „Viele Besucher kennen zwar die Tiere im Zoo, wissen aber gar nicht, was sonst noch im Haus passiert“, sagt Geschäftsführer Nicolas Boutin.

Kindern die Natur näherbringen

Dem Thema Umwelt und Natur- und Artenschutz wurde deshalb viel Raum gegeben. Nun soll der Auftritt noch optimiert werden. Unter anderem wird es dann eine aktuelle polnische Version geben. Sven Hammer freut sich derweil auf ein besonderes Angebot: Kitas dürfen samt Betreuern den Tierpark bis Ende des Jahres kostenlos besuchen – vorerst. Wenn es Unterstützung gibt, kann sich der Tierparkchef dies auch als dauerhafte Variante vorstellen. „Wir wollen damit den Kindern die Tiere, die Natur wieder näherbringen“, sagt er.