erweiterte Suche
Montag, 08.01.2018 Kommentar

Der Leipziger Weg wird honoriert

Einmal mehr siegt der Fußball bei der Wahl zu Sachsens Sportlern des Jahres. Auch Teams anderer Sportarten verdienen sich den Titel. Dass aber ausgerechnet RB Leipzig gewinnt, ist dennoch beachtlich.

Von Daniel Klein

© Robert Michael

Wieder hat der Fußball gewonnen. Diesmal nicht bei den Übertragungszeiten im Fernsehen, sondern bei der Wahl zu Sachsens Sportlern des Jahres. RB Leipzig siegte bei den Mannschaften, Ralph Hasenhüttl in der Kategorie Trainer. Nicht wenige werden sich daran stören. Und das nicht nur, weil der Verein von einem Sponsor gegründet wurde und sie ihn deshalb komplett ablehnen.

Bei den Ehrungen sollten endlich mal die im Mittelpunkt stehen, die das restliche Jahr ein Nischendasein fristen. Die Athleten also, die meist mehr und härter trainieren als Profifußballer und dennoch nur ein Bruchteil vom Gehalt eines Bundesligaspielers bekommen.

Ist das Wahlergebnis also ein ungerechtes? Nein, das Problem bei derlei Umfragen aber ein generelles: Wie will man eine deutsche Vizemeisterschaft im Fußball mit einem Doppel-Gold bei einer Bob-WM vergleichen? Was ist höher zu bewerten? Eine objektive Antwort wird man nicht finden. Letztlich entscheidet bei Abstimmungen immer auch die persönliche Sympathie.

Und das ist das eigentlich Überraschende am Ergebnis: Bei all den Protesten, der Kritik und teilweise sogar dem Hass, der RB entgegenschlägt, gibt es in Sachsen inzwischen offensichtlich eine nicht kleine Gruppe von Sportfans, die honorieren, was in Leipzig in den vergangenen neun Jahren aufgebaut wurde.

Links zum Thema

Das kann nicht nur an den Aufstiegen, dem zweiten Platz im ersten Bundesligajahr und der Champions-League-Qualifikation liegen. Der Verein sammelt unabhängig davon Sympathiepunkte, indem er das Geld nicht in überteuerte Stars steckt, sondern in Talente. Indem er einen Plan hat und den konsequent umsetzt. Indem er attraktiven Tempofußball spielen lässt. Auch deshalb standen der Trainer und ein Teil der Mannschaft am Samstag in Dresden auf der Bühne. Dort spendeten sie spontan 10 000 Euro für den Sportnachwuchs im Freistaat. Die Sympathiewerte könnten weiter steigen.

>> Mail an Daniel Klein