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Mittwoch, 13.06.2018

Der lange Arm der 30

Der Landkreis Görlitz hat auf die Kritik von Autofahrern in Herrnhut rasch reagiert. Die neue Konstruktion ist aber nicht für immer.

Von Anja Beutler

Ein Stückchen mehr in die Straße und das Sichtfeld gerückt ist das Schild mit der 30 in Herrnhut auf der Zittauer Straße. Der Kreis hatte hier wegen eines Baugerüsts auf Wunsch der Bürger nachgebessert.
Ein Stückchen mehr in die Straße und das Sichtfeld gerückt ist das Schild mit der 30 in Herrnhut auf der Zittauer Straße. Der Kreis hatte hier wegen eines Baugerüsts auf Wunsch der Bürger nachgebessert.

© Anja Beutler

Umgehend gehandelt hat die Verkehrsbehörde des Kreises im Herrnhuter Verkehrszeichen-Streit. Nur wenige Tage, nachdem sich Anwohner und Autofahrer massiv beschwert hatten, dass man das 30-Schild in der engen Löbauer Straße wegen eines Baugerüstes nicht richtig sieht, der Kreis aber auf dieser Strecke blitzt, gab es Veränderungen. Das 30er-Schild, das in Richtung Zittau bislang kurz vor dem Abzweig der Lierstraße an einer Hauswand befestigt war, ist nun an einem kleinen metallenen Arm angebracht. „Der Ausleger wurde nach Abstimmung mit der Straßenmeisterei Lawalde durch diese angebracht“, teilte Kreissprecherin Susanne Lehmann im Namen des Ordnungs- und Straßenverkehrsamtes mit. Dauerhaft für mehr Sichtbarkeit sorgen soll die Konstruktion nicht: Nach Ende der Bauarbeiten für die Zinzendorfschulen werde alles wieder wie zuvor, der Arm wird demontiert, heißt es.

Etwas Ruhe in die hitzige Debatte kehrt nach dieser raschen Reaktion nun zunächst ein. Denn jetzt kann sich bei einer Geschwindigkeitsmessung niemand mehr mit mangelnder Sicht herausreden. Auch in der Integrative Kindertagesstätte der Herrnhuter Diakonie, die kurz vor dem Ortsausgang Richtung Zittau liegt, freut man sich über die Verkehrsberuhigung, die inzwischen eingetreten ist. Nach den Geschwindigkeitsmessungen durch den Kreis sind die Autofahrer sehr vorsichtig unterwegs, bestätigt Kristin Schiffner, Sprecherin der Herrnhuter Diakonie. Erst vor Kurzem hatten die Eltern die Stadt aufgefordert, für Verkehrsberuhigung zu sorgen, da viele mit ihren Kindern die Straße überqueren, um zum Parkplatz Uttendorferweg zu kommen. Die Stadtverwaltung hatte aber bereits zuvor beim Kreis nachgefragt, die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 bis zum Ortsausgang erweitern können. So fügte sich beides gut zusammen.

Was für die Kita-Eltern das i-Tüpfelchen wäre, ist ein Zebrastreifen direkt am Übergang zur Kita. Doch da stehen die Chancen schlecht, denn dazu müsste die Stadt nachweisen, dass an der Stelle besonders viele Menschen von hüben nach drüben wollen, was an dieser Stelle schwer werden dürfte, wie Bürgermeister Willem Riecke (Herrnhuter Liste) einschätzt. Ein Antrag für einen solchen Zebrastreifen liegt der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises jedenfalls nicht vor. Auch einen Antrag auf zusätzliche Beschilderung, die Autofahrer darauf aufmerksam macht, dass sich hier ein Kindergarten befindet, gibt es bislang nicht.