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Freitag, 08.07.2011

Der Konsum verlässt die Centrum-Galerie

Die Lebensmittelkette schließt am Wochenende ihre Filiale in dem Dresdner Einkaufstempel. Nach kleineren Händlerngehtnun auch der erste Großmieter.

Von Juliane Richter

Dresden. Die Dresdner Centrum-Galerie rutscht immer weiter in die Krise: Nach zahlreichen Ladenpleiten seit der Eröffnung vor knapp zwei Jahren kündigte gestern die Lebensmittelkette Konsum an, ihren Frischemarkt Frida an diesem Wochenende zu schließen. Damit kehrt nun der erste Großmieter dem Einkaufstempel den Rücken. Die fristlose Kündigung begründet Konsum-Chef Roger Ulke mit monatelangen Problemen mit einer Lüftungsanlage, die den Marktbetrieb massiv eingeschränkt hätten. Trotz der angedrohten Kündigung habe der Betreiber des Einkaufszentrums, die holländische Immobiliengruppe Corio, nicht reagiert. Corio hatte die kriselnde Galerie erst im April 2010 gekauft. Centrum-Galerie-Chef Jan Harm lässt die fristlose Kündigung nun prüfen.

Mit dem Rückzug von Konsum sind in dem Einkaufszentrum an der Prager Straße nur noch rund 90 von 120 Geschäften belegt. Erst vor einem Monat hatte das Eiscafé Roma geschlossen. Seit der Eröffnung im September 2009 gab es immer wieder Kritik am Konzept der Galerie. Etliche Geschäfte liegen durch die verschachtelte Architektur abseits, sodass kaum Kunden vorbeikommen. So gaben einige Händler noch im ersten Jahr ihre Läden auf, weitere folgten. Andere Geschäfte öffneten gar nicht erst.

In knapp zwei Jahren hat das Einkaufszentrum mit Harm bereits den dritten Manager. Er hatte bei seinem Start vor neun Monaten erklärt, zum zweiten Galeriegeburtstag im September das Einkaufszentrum voll vermietet zu haben. Davon ist nicht mehr die Rede. „Wir sind noch immer von einer Vollvermietung überzeugt. Es kommt nur leider zu einer zeitlichen Verzögerung“, sagt Harm.