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Donnerstag, 20.09.2018

Der Heimkehrer

Nach zwei Jahren ist Denny Krahl wieder ein Budisse. Am Sonntag reisen die Chemnitzer an, der BFV gastiert in Berlin.

Von Jürgen Schwarz

Gespannt blickt Denny Krahl auf das Heimspiel am Sonntag gegen Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitzer FC. Für den 27 Jahre alten Verteidiger ist es die 126. Viertligapartie.
Gespannt blickt Denny Krahl auf das Heimspiel am Sonntag gegen Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitzer FC. Für den 27 Jahre alten Verteidiger ist es die 126. Viertligapartie.

© Torsten Zettl

Fußball. Der Bischofswerdaer FV und die FSV Budissa Bautzen rangieren in der Fußball-Regionalliga Nordost mit jeweils elf Punkten auf den Rängen neun und zehn. Wäre das in der Endabrechnung so, würde Jubel bei den Vereinen ausbrechen – aber es stehen noch 26 Spieltage aus. Am Wochenende wird die neue Runde ausgespielt. Die Schiebocker sind am Sonnabend ab 13.30 Uhr bei Viktoria Berlin (6.) zu Gast, Budissa erwartet am Sonntag ab 13.30 Uhr Spitzenreiter Chemnitzer FC, der bisher alle Punktspiele gewonnen hat.

Auch für Denny Krahl ist das Duell mit dem Drittliga-Absteiger sicher ein Höhepunkt in dieser Saison. Der 27-Jährige wurde wenige Tage vor Schließung des Transferfensters unter Vertrag genommen und kehrte damit nach zwei Jahren zurück. Sein Wechsel zum Liga-Kontrahenten FC Oberlausitz hatte 2016 viele Fans überrascht. Das er nur ein Jahr in Neugersdorf blieb und danach für Meuselwitz kickte, ebenso. „Wichtig war, dass er weiter in der vierten Liga gespielt hat. Er hat hier auf Anhieb den Stammplatz zurückerobert, den er bereits vor zwei Jahren auf der Linksverteidiger-Position hatte“, sagt Trainer Torsten Gütschow.

Bereits mit 18 Jahren hatte Krahl sein Debüt in der ersten Männer-Mannschaft gefeiert, sich unter Trainer Thomas Hentschel bei Budissa zum Stammspieler gemausert. Auch im ersten Regionalligajahr und trotz etlicher Neuzugänge verteidigte der 1,83 m große Linksfuß seinen Stammplatz und entwickelte sich zum Leistungsträger. „Er hat damals kontinuierlich und zuverlässig seine Möglichkeiten nahezu ausgeschöpft“, erinnert sich Hentschel.

Am 11. Mai 1991 in Räckelwitz geboren, begann Denny Krahl in seinem Heimatort Nebelschütz mit dem Fußball, sein erster Trainer war Volker Wielert. Auch Vater und Opa jagten einst dem runden Leder nach. „Zu den Heimspielen sind meine Eltern immer im Stadion. Opa kommt auch, wenn er sich gut fühlt“, berichtet der gelernte Kfz-Mechatroniker, der 2016 eine Weiterqualifikation zum staatlich geprüften Elektrotechniker abschloss. Beruf und Sport immer unter einen Hut zu bekommen, ist auch für Budissas Linksverteidiger keine einfache Sache. Freundin, Eltern und Bruder unterstützen ihn jederzeit.

Der Job führt ihn nach Neugersdorf

Bis 2006 hatte Denny Krahl für Einheit Kamenz gespielt, danach zehn Jahr für Bautzen. Sein Wechsel nach Neugersdorf war dennoch ein logischer Schritt: „Wir sind keine Vollprofis und Budissa konnte mir damals keine berufliche Perspektive bieten. Aus dem Grund bin ich zum FCO, wurde dort bei einem Sponsor angestellt.“ Auch unter dem brasilianischen Coach Vragel da Silva avancierte er zum Stammspieler. Dennoch endete die Liaison nach zwölf Monaten. „Meine Freundin hat in Leipzig ein Studium begonnen, da lag es nah, zum ZFC Meuselwitz zu gehen. Wir haben uns eine Wohnung in der Messestadt genommen.“ ZFC-Präsident Hubert Wolf, Geschäftsführer und Vorsitzender des Vorstands der Bluechip Computer AG in Meuselwitz, sorgte für den notwendigen Job (zwei Tage pro Woche). Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass Krahl auch in Meuselwitz zu den Leistungsträgern zählte, „wobei ich auch mal als Innenverteidiger und auf der Sechser-Position gespielt habe“. Der Kontakt nach Bautzen riss freilich nie ab. Kurz vor dem Ende der Transferzeit entschloss sich Denny Krahl zur Rückkehr, „auch, weil mir Budissa diesmal eine berufliche Perspektive bieten kann“. Natürlich war die Eingewöhnung kein Problem, denn mit Martin Hoßmang, Pavel Patka oer Co-Trainer Stefan Fröhlich hat er schon zusammengespielt. „Ich pendle jetzt zwischen Nebelschütz, wo meinen Eltern wohnen und Leipzig. Das passt alles so.“

Der Heimpartie gegen den CFC sieht Denny Krahl selbstbewusst entgegen. „Irgendwann reißt die Chemnitzer Serie, warum nicht in Bautzen?“ Die Budissen sind daheim ungeschlagen und das soll auch nach der Partie gegen den CFC so sein.