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Montag, 30.07.2018

Der Aufschwung beginnt schon im Training

Von Jens Jahn

Eine unruhige Saison mit zwei Trainerwechsel, einem sportlichen Rückzug und dem Abstieg der ersten Männerelf liegt hinter Maik Hebenstreit. Foto: Ronald Bonß
Eine unruhige Saison mit zwei Trainerwechsel, einem sportlichen Rückzug und dem Abstieg der ersten Männerelf liegt hinter Maik Hebenstreit. Foto: Ronald Bonß

© ronaldbonss.com

Auf dem Gelände der Sportfreunde Nord an der Meschwitzstraße hat sich viel getan. Nach dem Neubau eines Sozialgebäudes mit Kabinen und sanitären Einrichtungen wurde der Kunstrasenplatz erneuert. Mit neuen Tornetzen und frisch lackierten Sitzplatzschalen präsentiert sich der Sportplatz im Industriegelände als wahres Schmuckkästchen.

„Ja, es bewegt sich etwas bei uns“, freut sich Geschäftsführer Maik Hebenstreit und zählt weitere Verschönerungen der Sportstätte auf: „Der Weg für den Transport wurde erneuert. Wir haben eine weitere Temposchwelle vor den Kabinen errichtet, um für mehr Sicherheit zu sorgen und haben den Fußboden in den Kabinen im Altbau erneuert. Die Wände bekamen einen neuen Anstrich. Demnächst soll der Tennisplatz wieder ordentlich hergerichtet werden.“

Ein Dutzend Spieler gehen

Die Rahmenbedingungen bei dem, 1901 unter dem Namen FC Bayern Dresden gegründeten Verein sind stimmig. Doch sportlich erlebten die Nord-Dresdner zuletzt eine Talfahrt. Die erste Männermannschaft stieg sang- und klanglos aus der Stadtoberliga ab. Zwölf Spieler haben den Verein in der Sommerpause verlassen.

Selbst Urgesteine wie Mario Fuchs, Christoph Scholz, Fabian Thümmler oder Armin Brandt zogen von dannen. Alle vier Spieler sowie Dennis Becker heuerten gemeinsam beim SV Freizeitsport Rossendorf an. Für Hebenstreit nicht nachvollziehbar: „Wir haben hier im Verein mit dem VSM 99 auch eine Freizeitmannschaft. Warum die fünf woanders hingegangen sind, ist unklar. Es war ein schwieriges Jahr, mit nur vier Punkten abzusteigen, bringt Unstimmigkeiten und Unruhen ins Team.“

Auch der Trainerverschleiß in der letzten Saison brachte Unruhe. Zunächst warf Frank Rittner hin, dessen Nachfolger Bodo Kleinschmidt blieb nur wenige Spieltage. Inzwischen sitzt Olaf Krzywocz auf dem Trainerstuhl. Der 47-Jährige war vorher Coach der zweiten Mannschaft, die während der letzten Saison aufgelöst wurde. Mannschaftsleiter ist Michael Metzger.

Trotz der immensen Spielerabgänge hat sich ein zahlenmäßig vorzeigbarer Kader um Krzywocz gescharrt. Zehn Spieler sind hinzugekommen. Darunter auch Leute wie Daniel Maetze, der schon in Sebnitz aktiv war und vom SV Saupsdorf kommt. Hebenstreit erklärt: „Sie haben alle schon mal sehr positiv gewirkt, weil keiner von ihnen nach Geld gefragt hat. Das war ich zuvor gar nicht gewohnt. Obwohl ich klar sagen muss, dass ich nach meiner Zeit als Zeugwart bei Dynamo Dresden schon überrascht war, das selbst in der achten Liga kaum noch etwas ohne Geld für die Spieler geht. Das ist schon krass.“ Einen Riesenanteil am nominellen Aufschwung des Spielerkaders hat Abteilungsleiter Philipp Wenzel. „Ein Pfundskerl“, lobt Hebenstreit: „Er ist sehr gewissenhaft und unermüdlich für den Verein tätig. Ich muss ihn manchmal schon fast etwas bremsen.“

Zaghafte Zielvorgabe

Mittlerweile reiben sich Vereinsmitglieder und Zaungäste die Augen, wenn sie in der Woche an der Meschwitzstraße vorbeikommen. Solch eine große Trainingsbeteiligung sind sie nicht mehr gewohnt. „Man muss klar sagen, dass Rittner und Kleinschmidt ihre Arbeit hier als Trainer nicht leicht gemacht wurde. Sie hatten oft nur fünf Mann zum Training da. Jetzt kommen 20, 25 Spieler. Daraus soll sich nun wieder Freude und Spaß am Fußball herausbilden. Natürlich auch Siege, aber ohne Leistungsdruck. Wir wollen erst einmal in der Stadtliga A ankommen. Platz fünf ist wohl realistisch“, blickt Hebenstreit nach vorn.

Und mit einem Blick auf die Nachwuchsteams dürfte ihm um die Zukunft nicht bange werden. Erst kürzlich wurde eine Bambini-Mannschaft mit zwölf Kindern gegründet. Die E-Jugend ist zweifach besetzt, in der D-Jugend gibt es drei Teams „Das ist ein gutes Zeichen, dass sich die Kids und ihre Eltern hier wohlfühlen. Wir suchen da natürlich nach engagierten Trainern. Auch ein Coach an der Seite von Krzywocz wäre klasse. Bei dieser hohen Trainingsbeteiligung wichtig.“ Am 18. August startet die Saisoneröffnung an der Meschwitzstraße. Mit dem Stadtpokalspiel der Sportfreunde gegen Rotation II und mit buntem Rahmenprogramm wie Tombola, Hüpfburg und Waschmaschinenschießen.