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Dienstag, 24.01.2017 Fußball

Der älteste Vereinsvorsitzende

Herbert Schrenk ist beim SV Deutschenbora nicht wegzudenken. Beim Kreisfußball ist er Finanzchef. Morgen wird er 90.

Von Thomas Riemer

Herbert Schrenk im Vereinszimmer des Sportvereins Deutschenbora, dem er seit 60 Jahren vorsteht.
Herbert Schrenk im Vereinszimmer des Sportvereins Deutschenbora, dem er seit 60 Jahren vorsteht.

© Archiv/Claudia Hübschmann

Deutschenbora/Meißen. Als vor fünf Jahren beim SV Deutschenbora Vorstandswahlen anstanden, fragten ihn die Mitglieder, ob er sich zutraue, nochmals als Vereinsvorsitzender zu kandidieren. „Ich will, wenn ihr mich noch leiden könnt“, soll Herbert Schrenk damals scherzhaft geantwortet haben. Das war kurz vor seinem 85. Geburtstag. Ein ähnliches Szenario spielte sich zwei Jahre später ab. Da übernahm Herbert Schrenk kurzfristig noch einmal das Amt des Schatzmeisters beim Kreisverband Fußball Meißen, das er zuvor an einen jüngeren Sportfreund schon einmal abgegeben hatte. Mit 87!

Morgen wird Herbert Schrenk 90 Jahre alt, und vermutlich steht dann eine große Gratulantenschar an der Tür seiner Wohnung. Denn der wohl älteste Sportfunktionär der näheren Umgebung ist nicht nur unter den Sportlern beliebt und bekannt. „Wir schätzen ihn als freundlichen und ehrlichen Menschen“, bringt es Katrin Kramer, Geschäftsführerin des Kreissportbundes, auf den Punkt. Voraussichtlich gemeinsam mit KSB-Präsident Rolf Baum wird sie morgen zu den persönlichen Gratulanten gehören.

Auf satte 67 Jahre Ehrenamt kann Herbert Schrenk zurückblicken. 1950 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des heutigen SV Deutschenbora. Sieben Jahre später, also vor fast genau 60 Jahren, übernahm er den Vereinsvorsitz. Eine solche Amtszeit muss ihm erst einmal jemand nachmachen, sagen Weggefährten. Als ehemaliger Lehrer und Schulleiter kannte er natürlich so ziemlich alle Vereinsmitglieder persönlich. Dem Beruf geschuldet, führte er die Sportler in Deutschenbora gewissenhaft und korrekt. Und freute sich stets, wenn die Schüler den Weg zum Sport fanden.

Vielen älteren Fußballern ist Herbert Schrenk freilich auch in ganz anderer – meist guter – Erinnerung. Denn der Jubilar war mehr als 50 Jahre als Schiedsrichter auf dem grünen Rasen zu erleben. Bis zur Berufung in die frühere Bezirksliga schaffte er es. Eins seiner letzten Spiele pfiff Schrenk im Jahr 2003. Damals gewann Deutschenbora gegen eine Traditionsmannschaft von Dynamo Dresden mit 3:1. Seine aktive Laufbahn als Fußballer indes musste er beizeiten wegen einer Verletzung beenden.

Natürlich sind mit 90 manche Wege für Herbert Schrenk beschwerlicher geworden, gibt es kleine Wehwehchen. Und trotzdem „erfüllt er seine ehrenamtlichen Aufgaben noch immer mit Stolz und zur vollsten Zufriedenheit“, so Katrin Kramer.

Über 40 Jahre Lehrer

Geboren wurde Herbert Schrenk 1927 in Bilina, heute Tschechien.

Von 1949 bis 1990 war er Lehrer in Deutschenbora, davon 33 Jahre Direktor.