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Montag, 15.02.2010 Kommentar

Der 13. Februar gehört wieder den Dresdnern

über einen Tag,der Stadt undMenschen bewegt

Von Uwe Vetterick

Elf Jahre lang marschierten Neonazis zum 13. Februar durch Dresden. Elf Jahre bestimmten sie die Bilder jenes Tages, an dem die Stadt ihrer Zerstörung gedenkt. Elf Jahre schaute Dresden hilflos zu. So uneins wie wütend.

An diesem 13. Februar 2010 war es anders. Die Bilder dieses Tages bestimmten jene 10000, die eine Menschenkette um die Altstadt spannten. Hand in Hand. Alte, Junge. Baskenmütze neben Basecap. Ein berührender Moment für alle, die mit dabei waren.

Der angeblich größte Neonazi-Marsch Europas dagegen kam nicht vom Fleck. Er blieb ein brauner Spuk. Überschaubar auf 5000 Quadratmetern vor dem Neustädter Bahnhof.

Erkämpft haben dies die Tausenden Demonstranten in der Neustadt. Ihre Blockaden mögen nicht rechtens gewesen sein. Als ziviler Ungehorsam darf diese Taktik aber allemal durchgehen. Hinzu kam das pragmatische Handeln der Polizei.

Noch etwas war besonders an diesem Tag. Mit der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Ministerpräsident Stanislaw Tillich gaben endlich Konservative dem Widerstand gegen Rechts jene Breite, die nötig ist zum Erfolg.

Der 13. Februar des Jahres 2010 gehörte wieder den Dresdnern. Dabei wurde klar: Der 13. Februar ist nicht länger nur ein Tag der Trauer, des Gedenkens. Er ist ebenso Tag der Versöhnung, Tag der Toleranz; ein Tag der zeigt, was möglich ist, wenn Menschen zusammenstehen. Dies muss so bleiben. Damit dieser Tag weiter den Dresdnern gehört.