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Mittwoch, 14.03.2018

Den Urlaub nach Hause holen

Einst zog es Thomas Otto-Scholz als Tischler in den Westen. Nun verkauft er erfolgreich Gartenträume in Roßwein.

Von Andreas Neubrand

Thomas Otto-Scholz ging nach der Wende aus Roßwein weg. Seit zehn Jahren ist er wieder da und verkauft Wintergärten.
Thomas Otto-Scholz ging nach der Wende aus Roßwein weg. Seit zehn Jahren ist er wieder da und verkauft Wintergärten.

© André Braun

Roßwein. Der Renner der Saison ist eindeutig ein Kaltgarten, also überdachte Gärten, die nicht geheizt werden. Vor allem im Frühjahr und im Herbst sind sie noch gut nutzbar. „Dies liegt daran, dass früher die Wintergärten zur Wohnraumerweiterung genutzt wurden. Heute geht es den Kunden eher darum, bei jedem Wetter das Gefühl zu haben im Freien zu sitzen“, so Thomas Otto-Scholz von der Firma Gewe.

„Wir veranstalten regelmäßig Schautage außerhalb unserer regulären Öffnungszeiten, damit wir auch Leute erreichen, die berufstätig sind. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens in Roßwein hatten wir eine ganze Woche lang Schautage“, sagt Otto-Scholz. Meistens kommen an solchen Tagen zwischen 30 und 40 Kunden. „Die meisten haben durchaus ein ernsthaftes Interesse an einem Wintergarten“, so Otto-Scholz. Rund 25 Prozent der Besucher kaufen dann auch einen Garten. Die Kosten für einen Wintergarten beginnen bei ungefähr 20 000 Euro, nach oben gebe es aber kaum Grenzen.

Kein Wunder, denn von der ersten Idee bis hin zur Fertigstellung können mehrere Jahre vergehen. Dabei bleiben Otto-Scholz und sein Kollege immer in engem Kontakt mit dem Kunden. „Wir gehen meist zu den Kunden nach Hause, um uns die Begebenheiten vor Ort anzuschauen. Dann erst planen wir den Garten“, erzählt Otto-Scholz. Mit seinen Umsätzen ist der gebürtige Roßweiner zufrieden. „Das Geschäft läuft sehr gut“, erzählt er, wobei er keine konkreten Zahlen nennen möchte.

Noch zu Zeiten der DDR hat er eine Lehre als Tischler absolviert. „Danach bin ich wie viele in den Westen gegangen und habe mich dort zum Holztechniker weiter qualifiziert und dann zehn Jahre für Gewe in NRW gearbeitet“, so Otto-Scholz. Dann hörte der Leiter des Betriebes in Grimma auf. „Ich wurde gefragt, ob ich die Leitung übernehme und da habe ich ja gesagt“, so Otto-Scholz. Allerdings zu seinen Bedingungen. „Ich habe gesagt, dass ich nur zurückgehe, wenn wir die Filiale nach Roßwein umsiedeln. Da liegen wir einfach strategisch besser“, sagt Otto-Schulz. Und der Erfolg gibt ihm recht. „Seit der Neugründung haben wir über 600 Kunden“, sagt er.