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Samstag, 14.07.2018

Das zweite Leben der Orangerie

Das historische Sandsteinportal ist aufgearbeitet worden. Der Rest wird in diesem Jahr fertig.

Von Sandro Rahrisch

Das mächtige Sandsteinportal der Orangerie an der Ostra-Allee hat sein Tor zurück – eine Rekonstruktion aus massivem Eichenholz.
Das mächtige Sandsteinportal der Orangerie an der Ostra-Allee hat sein Tor zurück – eine Rekonstruktion aus massivem Eichenholz.

© Rene Meinig

Nicht nur italienische Baukunst war in Mode, als Mitte des 19. Jahrhunderts die Orangerie in der Herzogin Garten errichtet wurde. Am Hofe der sächsischen Herrscher waren auch mediterrane Pflanzen sehr beliebt. In der Orangerie überwinterten – wie es der Name schon sagt – Orangenbäume. Zitrusgewächse werden in dem Haus, dessen Wiederaufbau fast fertig ist, zwar nicht mehr gelagert. Dafür ist die italienische Baukunst wieder zu sehen.

Das Portal, das den Zweiten Weltkrieg einigermaßen unbeschadet überstanden hatte, ist bereits fertig. Der Sandstein wurde aufgearbeitet, das rekonstruierte Eichenholz-Tor eingebaut. Auch die Fenster sind schon eingesetzt worden. Noch verhüllt sind allerdings die beiden Sandsteinfiguren Flora und Pomona. Viele Jahre waren die 180 Jahre alten Damen hinter Holzbrettern verschwunden, um sie vor Wind und Wetter zu schützen.

Das restliche Gebäude ist in den letzten Monaten rekonstruiert worden, zumindest in Teilen. Knapp 65 Meter ist es nun lang. Früher waren es 114 Meter. Eine Größe, die sich aufgrund der Bebauung dahinter so nicht mehr verwirklichen ließ. Die Seite zum Stadtzentrum hin hat eine Sandsteinfassade bekommen. Die letzten Arbeiten daran enden laut Projektmanager Torsten Nowack Ende Juli. Noch fehlen einige Fensterscheiben. Die andere Seite der Orangerie hat einen Sandsteinsockel bekommen. Darüber wird Putz aufgebracht.

Fallen werden die Gerüste jedoch nicht so bald. So ist am Dach noch einiges zu tun, sagt Nowack. Der avisierte Termin im Sommer könne nicht gehalten werden. Dieses Jahr soll die Orangerie aber auf jeden Fall noch fertig werden.

Auf dem Gelände baut der Investor Reinhard Saal. Die Wohnanlage neben der Orangerie umfasst rund 120 barrierefreie Wohnungen. Während dieser Neubau für etwa 44 Millionen Euro verkauft wurde, soll die Orangerie in Saals Besitz bleiben. Direkt hinterm Portal sind Büros und Gewerbe vorgesehen, im Hauptschiff Wohnungen. Die dazugehörige Gartenanlage wird voraussichtlich im dritten Quartal fertig. Noch fehlen dort Rasen und Sträucher.