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Donnerstag, 17.05.2018

Das „Zschach“ hat eröffnet

Hunderte kamen ins „Zschach“ – dort, wo einst das Kaufhaus Günther stand. Die Läden gefallen, der Name eher weniger.

Von Nora Domschke und Sophia Reimann

14 Die ersten Bilder aus dem Zschach

Zahlreiche Neugierige kamen zur Eröffnung des „Zschach“.
Zahlreiche Neugierige kamen zur Eröffnung des „Zschach“.

© Sven Ellger

Dresden. Es lief nicht alles nach Plan am ersten Tag im neuen Einkaufszentrum an der Pirnaer Landstraße. „Wir wollten eigentlich 9 Uhr eröffnen“, sagt Andreas Barth. Er ist Projektleiter der Saller-Gruppe aus Weimar, die in den vergangenen Monaten rund 13 Millionen Euro in den Neubau investiert hat. Am Donnerstagmorgen stürmten dann allerdings schon 7 Uhr die ersten Besucher das „Zschach“ an der Ecke zur Bahnhofstraße. Hauptmieter Rewe hatte auf die zeitige Eröffnung bestanden, erklärt Barth. Mitarbeiter verteilten Rosen an Hunderte Gäste. Und auch die anderen Geschäfte wie Rossmann, Mäc Geiz und Ernsting’s Family nutzten den Ansturm, um Werbegeschenke an den Mann oder die Frau zu bringen.

Die ersten Bilder aus dem Zschach

Eines der beliebtesten Fotomotive war das große „G“, das mit Pflastersteinen im Eingangsbereich im Boden verlegt wurde. Der steinerne Buchstabe befand sich jahrzehntelang auf dem Gehweg vor dem Kaufhaus Günther. In privater Hand versorgte das Traditionskaufhaus von 1930 bis 2007 am Standort des heutigen Einkaufszentrums Bewohner der gesamten Stadt und auch aus dem Umland. Im Neubau erinnern nun drei Bilder mit der Silhouette des markanten Kaufhaus-Gebäudes an die Geschichte des Handelsstandortes. Auch an der Fassade wird die Silhouette in drei mal drei Metern Größe demnächst zu sehen sein. „Wir haben dafür die Genehmigung der früheren Eigentümerin des Kaufhauses“, sagt Andreas Barth. Denn der Name „Kaufhaus Günther“ sei geschützt.

Das ist auch der Grund dafür, dass sich das Einkaufszentrum namentlich nicht an der Vergangenheit orientiert, erklärt Barth weiter. Stattdessen entschied sich das Unternehmen für den Namen „Zschach“ – abgeleitet von den Stadtteilnamen Groß- und Kleinzschachwitz. Anwohner hatten kritisiert, warum der Name so verstümmelt genutzt werde. „Weil wir weder groß noch klein sind – und auch kein Witz“, erklärte Andreas Barth am Donnerstag augenzwinkernd. Das Einkaufszentrum solle für die Anwohner der umliegenden Viertel zum Anlauf- und Treffpunkt werden, aber auch für alle anderen Dresdner. So gibt es nun die Möglichkeit, in einer Sitzecke beim Bäcker, Fleischer und einem Imbiss mit asiatischen Speisen etwas zu essen. Ein weiteres gastronomisches Angebot könnte in einem Laden neben dem Haupteingang dazukommen – der steht noch leer. „Dafür suchen wir derzeit einen Mieter“, sagt Barth.

Besonders groß ist der Ansturm auf die Filiale der Drogeriekette Rossmann. Mit dabei ist Christa Wentler. Die 77-Jährige ist eine der ersten, schlendert durch die Regalreihen und kommt mit voller Tüte aus dem Geschäft. „Ich hatte eine lange Einkaufsliste und habe alles gefunden, was ich wollte“, sagt die Seniorin. Das bestätigt auch Luisa Mally, die mit ihrem Baby in den Läden unterwegs ist. Die 26-Jährige freut sich über das Angebot an Pflegeartikeln für Kinder. „So etwas gab es hier vorher nicht.“ Ihre Mutter Astrid Lindner ergänzt, dass sie das Einkaufszentrum sehr familienfreundlich findet. „Außerdem ist es gut mit dem Bus zu erreichen und zentral gelegen“, sagt die 57-jährige Dresdnerin. Dabei kennt sie auch noch den Vorgänger. „Wir waren früher oft im Kaufhaus Günther“, sagt sie und schaut ihre Tochter an. „Ja, daran kann ich mich auch noch erinnern“, sagt diese.

Auffällig viele junge Mütter sind mit ihren Kindern am Donnerstagmorgen bei der Eröffnung dabei. Mit vollgepackten Tüten kommen sie aus der Ernsting’s-Family-Filiale. So wie Nadine Schlatte, die in dem Textilgeschäft für ihren Nachwuchs einkaufen will. „So ein Laden fehlte hier bisher.“

Noch ist allerdings nicht alles fertig im neuen „Zschach“. Vor allem auf den Außenflächen müssen in den kommenden Tagen letzte Arbeiten erledigt werden. Ein Teil der Wege muss noch gepflastert werden, weiter Bäume kommen in die Erde. „Außerdem entsteht noch ein kleiner Spielplatz“, sagt Andreas Barth und zeigt auf die Westseite des Einkaufszentrums, gleich neben der Zufahrt zum Parkdeck. Diese ist derzeit zwischen Bauzäunen noch etwas schwer zu finden. Aber bald werden auch diese verschwunden sein.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 14 Kommentare

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  1. gast

    und immer wieder die selben langweiligen Läden.....

  2. schulmeister

    @1 Tja, was haben Sie denn erwartet? Eine Flaniermeile? So etwas spezielles wie Kaufhaus Günter, das ist vorbei. Wenn es sogar im Zentrum mal einen €-Shop gab und Franchise-Kneipen sich mit Brauereiausschank abwechseln, was soll da werden. Meine Entdeckung war das Zentrum von Weimar. Soviel Verschiedenes habe ich lange nicht erlebt.

  3. Anwohner

    Nichts was man braucht. Außer vielleicht Rossmann aber DM wäre besser gewesen. Warum sollte man ins "Zchach"? Schon der Name ist sehr gewöhnungsbedürfteig.

  4. Harry

    Endlich, endlich … Es wurde auch Zeit, dass an dieser Stelle eine beliebte und immer attraktive Einkaufsmöglichkeit wieder uns Zschachwitzern zur Verfügung steht. Unter der immer freundlichen, emsigen Frau Günther war hier eine Einkaufsmöglichkeit vorhanden, welche nicht nur mit der ständig attraktiven wechselnden Schaufenstergestaltung, sondern auch mit seiner Vielfalt auf mehr als 3 Etagen DDR weit bekannte Einkaufsmöglichkeit. Selbst im Hinterhof war ein Holzhandel, man konnte dort seine Doppelfenster verglasen lassen. Als Schüler durfte ich zur Weihnachtszeit mit aushelfen bei der Bewältigung des Weihnachtsgeschäftes. Schade ist nur, dass die Initiative des Vereins Zschachwitzer Dorfmeile einen Namen für das neue Kaufhaus zu finden nicht Recht getan wurde. Dort haben wir den Vorschlag unterbreitet, das neue Einkaufszentrum „Günthi“ zu nennen. In Anlehnung an das ALT-Ehrwürdige Kaufhaus…

  5. Konsument

    Endlich einkaufen in Zschachwitz. Erst mit der Familie zu KIK, danach Mc.Geiz und zum Tagesabschluss zu Ernsting's family. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Zumindest der Bauherr. Die Läden sind genauso preisgünstig wie das Gebäude. Wer einen Vorgeschmack haben möchte wie es in ein paar Jahren im Zschach aussehen wird, fährt am besten zum Otto-Dix-Center nach Dresden Reick. Wem der Blick in die nahe Zukunft nicht reicht, kann anschließend auch noch zum Gorbitz Center fahren. Dass tatsächlich immer noch solche Einkaufszentren gebaut werden ist jämmerlich und eine Beleidigung. Zumindest für die Anwohner. Was machen Studenten eigentlich während des Architekturstudiums? Gibt es da keine Ehre? Haben die zuständigen Architekten kein Schamgefühl? Wenn ein Architekturbüro sich mit solch einem Gebäude verewigt, spricht man dann von Immobilienmobbing? Sehr schade. Hier wurde eine Chance vertan. Und nein, dafür wäre nicht unbedingt ein hoher finanzieller Einsatz nötig gewesen.

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