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Samstag, 13.10.2018

„Das Stück beginnt bei 100 Prozent“

Hauptdarsteller Florian Graf über den „Neurosen-Kavalier“, der am Sonnabend am Zittauer Theater Premiere hat.

Von Jan Lange

Florian Graf spielt die Hauptrolle im Stück „Der Neurosen-Kavalier“, das am Sonnabend im Zittauer Theater Premiere hat.
Florian Graf spielt die Hauptrolle im Stück „Der Neurosen-Kavalier“, das am Sonnabend im Zittauer Theater Premiere hat.

© Theater

Zittau. „Der Neurosen-Kavalier“ wurde 1986 in Stuttgart uraufgeführt und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Boulevardstücken. Bis heute erlebte es über 6 600 Aufführungen in 89 Produktionen in sieben Ländern. Nun bringt das Zittauer Theater seine Version auf die Bühne, Premiere ist diesen Sonnabend. Die SZ sprach vorab mit Hauptdarsteller Florian Graf.

Herr Graf, kannten Sie das Stück „Der Neurosen-Kavalier“ vorher?

Überhaupt nicht. Ich kannte auch nicht den Namen des Stücks.

Das Stück ist auf vielen Bühnen gespielt worden. Haben Sie sich vorher über andere Inszenierungen informiert?

Nein, gar nicht. Ich habe auch keine Fotos oder anderes bei Google gesucht. Ich habe nur das Stück gelesen und versucht, meinen Weg zu finden.

War es schwierig, sich in die Figur reinzudenken?

Bei Theaterstücken haben die Zuschauer die Möglichkeit, sich aufzuwärmen. Am Anfang wird erst mal die Geschichte aufgebaut. Der Clou an dem Stück ist, dass es bei 100 Prozent beginnt. Du bist sofort mittendrin. Die Figur spielt sich von selbst, wenn man alle Wendungen versteht. Da musste ich mich vorher erst mal reindenken.

Ist es einfacher, eine Komödie zu spielen, als ein ernstes Stück?

Nein. Bei einem ernsten Stück müssen die Zuschauer nur zuhören. Bei einer Komödie werden sie auch aufgefordert, zu lachen. Wenn sie es nicht tun, wissen Schauspieler und Publikum, das etwas nicht stimmt.

Ab dieser Spielzeit werden die Stücke auf der großen Bühne en suite, also hintereinander, gespielt. Ist das für Sie als Schauspieler einfacher, als sich alle paar Wochen wieder neu in ein Stück hineindenken zu müssen?

Ich habe sowohl viel en suite gespielt, aber auch viel Repertoiretheater. Ich kann nicht sagen, dass eines besser ist als das andere. En suite zu spielen ist wohl eher für den Theaterbetrieb organisatorisch einfacher.

Haben Sie eine besondere Technik, Texte zu lernen?

Am liebsten lerne ich sie laut und gehend. Wenn man mich mit meiner Tochter in der Tragetasche spazieren sieht, habe ich meistens einen Text dabei.

Im November werden Sie mit alten Kollegen „Der Gott des Gemetzels“ spielen. Können Sie dazu etwas sagen?

Es gab die Idee, die Produktion als Gastspiel nach Zittau zu holen. Die Kollegen sind mit dem Stück öfter mal auf Tour. Doch dann ist einer der Schauspieler ausgefallen und ich bin für ihn eingesprungen. Ich stand zwar mit allen Kollegen schon auf der Bühne, aber zusammen haben wir noch nie gespielt. Auch dass ich und meine Frau Johanna ein Ehepaar spielen, ist eine Premiere. Meistens haben wir uns, wenn wir gemeinsam gespielt haben, nicht gemocht. Es war ziemlich schnell klar, dass es nicht nur eine Vorstellung geben wird.

„Der Neurosen-Kavalier“ feiert am 13. Oktober, um 19.30 Uhr, im Zittauer Theater Premiere. Weitere Vorstellungen sind am 19., 20. und 28. Oktober geplant.

Am 14. und 16. November, jeweils um 19.30 Uhr, ist Florian Graf in der Gesellschaftskomödie „Der Gott des Gemetzels“ zu erleben. Im Anschluss an die Vorstellung am 14. November lädt der Verein „Freunde des Zittauer Theaters“ zu einem Gespräch mit den Schauspielern ein.