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Montag, 11.06.2018 Kommentar

Das Problem ist hausgemacht

In der Lommatzscher Pflege gab es am Wochenende erneut starke Unwetterschäden. Jürgen Müller über Unwetter und seine Folgen

Jürgen Müller
Jürgen Müller

© Claudia Hübschmann

Da regnet es mal stark, lang und ausdauernd, und schon bricht mancherorts die Katastrophe aus, laufen Keller voll Schlamm und Wasser. Ist das noch normal oder schon eine Folge des Klimawandels?

Sicher auch, ab er nicht nur. Wenn bei Starkregen das Wasser in Sturzbächen fließt, dann liegt das nämlich auch an der zunehmenden Versiegelung und Bebauung. Die versiegelten Böden verhindern, dass Wasser im Boden versickern kann. Es fehlen durch die Bebauung Flächen, aus denen das Wasser ablaufen kann. So wird der Regen gezwungen, oberirdisch abzulaufen. Hinzu kommt oft die Bebauung von Feldern bis an die Ränder ohne Gräben, ohne Hecken. Schlamm ergießt sich so ungebremst auf Straßen und in die Keller.

Schon jetzt sind in Deutschland 13 Prozent der Flächen Siedlung- und Verkehrsflächen. Davon ist die Hälfte derart versiegelt, dass kein Wasser mehr in den Boden eindringen kann. Täglich werden 100 Hektar Flächen neu bebaut. Dabei wäre es teilweise sehr einfach, Abhilfe zu schaffen. So könnten neue Parkplätze mit Rasengittersteinen belegt werden, statt sie vollständig zu betonieren. Auch der zunehmende Trend, Vorgärten aus Bequemlichkeit zuzubetonieren, statt zu bepflanzen, trägt dazu bei, dass Wasser nicht versickern kann. Das Problem ist also zum großen Teil hausgemacht. So lange hier nichts geändert wird, müssen wir mit den Folgen der Unwetter leben.

E-Mail an Jürgen Müller.