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Mittwoch, 16.05.2018

Das macht ein Bild zum Blickpunkt

Wie wählt die Jury eigentlich das Sächsische Pressefoto des Jahres aus? Zwei Experten erklären die Welt der magischen Momente.

Viele wollen es schießen, doch für ein Pressefoto des Jahres macht es nicht einfach nur „Klick“.
Viele wollen es schießen, doch für ein Pressefoto des Jahres macht es nicht einfach nur „Klick“.

© Jens Kalaene/dpa

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Für Pressefotografen gehört das zum beruflichen Alltag. Entscheidend für eine gute Arbeit ist es, dann auch noch den exakt richtigen Moment abzupassen. Klick – und das preisverdächtige Foto ist im Kasten. Soweit die Theorie, praktisch gehört aber noch etwas mehr dazu, um auch das Sächsische Pressefoto des Jahres zu schießen.

Der Dresdner Fotograf Eric Münch brauchte dieses Jahr eine böse Überraschung, um zu seinem Glücksmoment zu gelangen. Denn sein Schnappschuss, der ihm auf der Dresdner CDU-Bundestagswahlparty im letzten September gelang, siegt beim diesjährigen Wettbewerb um das beste Pressefoto. Die Plätze fünf bis eins zeigt diese Bildergalerie. Preisträger aller Kategorien finden Sie in unserem Dossier „Blickpunkt 2017“.

Die Sächsischen Pressefotos des Jahres 2017

Worauf es beim preisverdächtigen Fotografieren ankommt, weiß auch Robert Michael. Der Dresdner hat den Hauptpreis selbst schon dreimal gewonnen. Zuletzt im Jahr 2016 mit dem Bild „Das Mädchen mit dem Gummiball“, das in allen sächsischen Zeitungen gedruckt wurde. Es zeigt ein Flüchtlingskind, das freudestrahlend einen Ball in der Hand hält. Eine Momentaufnahme, die mehr als tausend Worte zu sagen vermag: Endlich sicher, am Leben und die Zukunft vor Augen.

Mit diesem Foto gewann Robert Michael 2016 den Hauptpreis.

Dass dieses Bildmotiv auch der „Blickpunkt“ des Jahres werden könnte, wusste Michael zwar nicht, als er es fotografierte. Jedoch war ihm klar, es hat die Qualität, um sich darum zu bewerben. „Der Preis hat sich in den letzten Jahren zum festen Bestandteil des Wettbewerbskalenders für Pressefotografen in Sachsen entwickelt“, sagt er heute. Die Konkurrenz werde immer stärker, meint er. Ein Grund hierfür: Seit letztem Jahr können sich auch Fotojournalisten aus ganz Deutschland mit ihren in Sachsen entstandenen Arbeiten bewerben.

„Man kennt sich in der Branche und merkt, dass sich immer mehr Fotografen für den ‚Blickpunkt‘ interessieren“, so Michael. Immer öfter werde er von Kollegen gefragt, wann die Ausschreibung beginne und ob er schon von irgendjemandem etwas gehört habe. „Das war früher anders.“

Die zunehmende Relevanz des Preises legt auch ein Blick auf die Historie von „Blickpunkt“ nahe. Anfangs wurde er ausschließlich von der Sächsischen Zeitung gestiftet. Inzwischen ist der seit 1998 stattfindende Wettbewerb eine Gemeinschaftsaktion mit der Freien Presse aus Chemnitz und der Leipziger Volkszeitung. Seit vergangenem Jahr zählt auch der Deutsche Journalistenverband (LV Sachsen e.V.) zu den Stiftern.

Eine Fachjury entscheidet

Dieses Jahr wurden 228 Fotos von 53 Fotografen eingesendet. Nur einer kann am Ende gewinnen. Die kniffelige Entscheidung trifft eine Fachjury, in der Vertreter aller an dem Preis teilnehmenden Zeitungen und Institutionen sitzen. Dieses Jahr gehören folgende Experten der Jury an:

  • Volkmar Heinz, Fotograf Leipziger Volkszeitung
  • Veit Hengst, Fotochef Sächsische Zeitung
  • Olaf Kittel, Team blickpunkt
  • Heinrich Löbbers, Mitglied der Chefredaktion der Sächsischen Zeitung
  • Uwe Mann, Fotochef Freie Presse
  • Jürgen Männel, BILD, DJV-Vertreter
  • Daniel Naupold, regionaler Multimedia-Chef dpa
  • Holm Röhner, Artdirection Morgenpost Sachsen
  • Jan Woitas, dpa, Fotograf und Vorjahressieger

Gekürt werden von der Jury neben dem Hauptpreis für das „Pressefoto des Jahres“ auch die Nebenkategorien „Lokalfoto des Jahres“, „Reportagefoto/ Fotoserie des Jahres“, „Porträt des Jahres“ und „Sportfoto des Jahres“. Wie die Jury bei der Auswahl vorgeht und welche Kriterien dabei eine tragende Rolle spielen, erklärt Veit Hengst, Fotochef der Sächsischen Zeitung, in diesem Clip.

Der Publikumspreis und wie man mitmachen kann

In einer bei den Fotografen sehr beliebten Kategorie spricht kein Juror das letzte Wort. Beim „Publikumspreis“ wird in einer Abstimmung entschieden, wer gewinnt. Zur Wahl stehen 141 Arbeiten. Für das Lieblingsfoto kann auf sz-online.de gestimmt werden (hier steht eine Auswahl zur Verfügung), oder in der zum Wettbewerb gehörenden Ausstellung in der Dresdner Altmarkt-Galerie. Die Schau der besten Pressefotos ist vom 17. Mai bis 2. Juni geöffnet, von Montag bis Samstag jeweils 10 bis 21 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

>>> Hier geht es zur Abstimmung auf sz-online.de

Unter allen, die ihre Stimme abgegeben haben, werden folgende Preise verlost.

1. Preis: 200 Euro Centergutschein der Altmarkt-Galerie Dresden
2. Preis: Ihr Lieblingsbild als gerahmte Fotografie
3. Preis: zwei Freikarten für das Asisi-Panometer in Dresden oder Leipzig

Die Ausstellung wird auch vom 11. bis 23. Juni im Lausitz-Center in Hoyerswerda sowie vom 1 bis 13. Oktober im Kornmarkt-Center in Bautzen zu sehen.

Die diesjährigen Preisträger und Hintergründe zum Fotowettbewerb finden Sie im Dossier „Blickpunkt 2017“.

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