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Freitag, 18.05.2018

„Das konnte damals keiner so absehen“

Der Vertrag von Torhüter Hendrik Halfmann beim HC Elbflorenz läuft aus, doch seine Entwicklung verlief phänomenal.

Von Alexander Hiller

Ein Vulkan im Tor: Hendrik Halfmann hat in seiner ersten Zweitliga-Saison beeindruckend gezeigt, dass er mehr ist als eine Notlösung.
Ein Vulkan im Tor: Hendrik Halfmann hat in seiner ersten Zweitliga-Saison beeindruckend gezeigt, dass er mehr ist als eine Notlösung.

© Robert Michael

Sein Vertrag läuft aus. Doch in der nächsten Woche will Handball-Zweitligist HC Elbflorenz sich öffentlich zur Zukunft von Hendrik Halfmann äußern.

Die Zeichen stehen auf eine weitere Zusammenarbeit. Denn der 25-Jährige, der vor der Saison gewissermaßen auf den letzten Pfiff als Torhüter Nummer zwei an die Elbe geholt wurde, legte in seiner ersten kompletten Zweitliga-Saison eine phänomenale Entwicklung hin. So viel steht bereits vor dem drittletzten Spieltag fest, den der Tabellenelfte am Sonnabend, 20 Uhr, bei der HSG Konstanz (18.) bestreitet. „Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden mit der bisherigen Saison“, sagt der Zwei-Meter-Riese und vertieft seine Erklärung: „Dresden verpflichtet als zweiten Torhüter jemanden aus der 3. Liga, der regional betrachtet hier noch nicht weiter aufgefallen ist. Das kann ja auch schiefgehen.“

Halfmann nimmt das Wort „Notnagel“ nicht in den Mund, doch gänzlich anders hätte man seine Verpflichtung vor knapp elf Monaten vom Zweitliga-Mitaufsteiger Hagen nicht interpretieren können. Seither ist viel passiert. Und Halfmann bildet mit dem erfahrenen Mario Huhnstock (31) ein mehr als ansehnliches Torhüter-Duo für einen deutschen Zweitligisten. „Für mich war ja alles neu. Neue Stadt, neuer Verein – erstmals von zu Hause weg. Dass sich das alles so entwickelt, konnte damals keiner absehen“, unterstreicht der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann.

Studium für Dresden abgebrochen

In Dresden jedoch hat sich Halfmann vorerst ganz auf den Handball fokussiert – und ist damit offenbar gut gefahren. „Ich habe mein Studium abgebrochen, ob ich nach dieser Saison wieder eins aufnehme, weiß ich noch nicht“, sagt er. Der Mann, der nach parierten Würfen scheinbar ausflippt und sich so derb auf die breite Brust haut, dass schon das Hinsehen wehtut, ist im Profihandball angekommen. „Das hat auch viel mit der Hilfe zu tun, die ich hier von Anfang an bekommen habe“, erklärt der junge Mann, der diese Unterstützung offenbar nicht als selbstverständlich begreift. Trainer Christian Pöhler habe viel mit ihm geredet – und ihm letztlich auch das Vertrauen geschenkt, indem er ihn, häufiger als von Halfmann selbst gedacht, von Beginn an zwischen die Pfosten stellte. „Das hat mir sehr geholfen und gezeigt, dass ich nicht nur die Notlösung bin, die man mal ins Tor stellt, wenn es nicht anders geht.“

„Ich sehe das große Ganze“

Mit seinen Reflexen und Paraden trug Halfmann maßgeblich mit dazu bei, dass der Aufsteiger bereits am 34. der 38 Spieltage den Klassenerhalt perfekt machte. Wenngleich zuletzt sein Kollege mehr Spielanteile erhielt – und das mit eindrucksvollen Leistungen untermauerte. „Wenn er weiter so hält wie gegen Aue, soll Mario gern weiter im Tor bleiben und ich setze mich auf die Bank. Ich bin Mannschaftsspieler und sehe das große Ganze“, betont der Remscheider, der nach den letzten drei Partien dieser Saison vor allem Urlaub in der Heimat macht. In Remscheid wohnen seine Eltern und seine Freundin, die in Mönchengladbach studiert. „Da will ich viel Zeit für die Familie haben“, sagt er.

Die muss noch knapp zwei Wochen warten, denn bis dahin gilt Halfmanns Fokus dem Rest der Saison. Auch wenn die Konzentration darauf nach dem erreichten Saisonziel Klassenerhalt gar nicht so einfach ist. „Bei mir persönlich ist es so, dass ich schon an die kommende Saison denke. Da wird es dann fünf Absteiger geben. Und es kommen einige Mannschaften nach oben, die diese zweite Liga schon kennen, also keine Anlaufzeit benötigen“, glaubt der Torhüter. „Auch deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt voll weiter durchziehen, um schon ein Zeichen für die kommende Spielzeit zu setzen.“ Halfmann spricht dabei in der Wir-Form.

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