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Freitag, 15.06.2018

Das ist der Neue beim FC Oberlausitz

Von Frank Thümmler

Karsten Hutwelker, hier als Trainer des FC Carl-Zeiss Jena, gibt vom Spielfeldrand lautstarke Anweisungen. Foto: Karina Hessland
Karsten Hutwelker, hier als Trainer des FC Carl-Zeiss Jena, gibt vom Spielfeldrand lautstarke Anweisungen. Foto: Karina Hessland

© Karina Hessland

Karsten Hutwelker heißt der neue Trainer des FC Oberlausitz Neugersdorf. Der 46-Jährige hat einen Vertrag für die kommende Saison unterschrieben. Für den FC Oberlausitz Neugersdorf ist damit ein längerer Auswahlprozess abgeschlossen. Präsident Ernst Lieb sagt: „Wir hatten nicht wenige Bewerbungen. Mit fünf, sechs Kandidaten habe ich dann Gespräche geführt. Wir hatten als Verein festgelegt, wie wir uns den Fußball unserer Mannschaft vorstellen. Ich habe alle Trainer gefragt, welche Spielphilosophie sie vertreten. Bei Karsten Hutwelker waren unsere und seine Ideen fast deckungsgleich.“

Für Karsten Hutwelker wird Neugersdorf die siebente Trainerstation seit 2010 – nach dem Nachwuchs beim Bonner SV und der SG Wattenscheid, nach dem Wuppertaler SV (Regionalliga), dem FC Kray (Oberliga), dem FC Carl-Zeiss Jena (Regionalliga) und zuletzt dem Oberligisten SSVg Velbert. 2013 absolvierte er den DFB-Lehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie zum Fußballlehrer, übrigens gemeinsam mit André Breitenreiter (heute Trainer Hannover 96) und Markus Anfang (Kiel, jetzt 1. FC Köln). Auch als Spieler hatte der heute 46-Jährige viele Stationen: insgesamt 13 in 19 Jahren, absolvierte dabei 71 Bundesligaspiele (mit Düsseldorf, Wattenscheid und Bochum) und 184 Zweitligaspiele, war auch in Italien und England am Ball.

Sofort ein gutes Gefühl

Wie verschlägt es so einen nach Neugersdorf, ganz tief im Osten und damit weit weg von seiner Heimat Köln? „Der Trainermarkt ist heiß umkämpft. Es ist nicht einfach, da seinen Platz zu finden. Was den Ort betrifft, muss man in diesem Job flexibel sein. Viel wichtiger ist, dass man einen seriösen Club findet. Und in den Gesprächen in Neugersdorf hatte ich von der ersten Sekunde an ein positives Gefühl.“ Dass der Kader im Wesentlichen steht, er also keinen Einfluss auf die Zusammenstellung der Mannschaft nehmen kann, stört den erfahrenen Spieler erst einmal nicht. „Ich muss natürlich die Mannschaft in den ersten sieben bis zehn Tagen kennenlernen, kenne auch schon ein paar Spieler“, sagt er.

Auf die dürfte mit dem Trainingsstart am 25. Juni viel Arbeit zukommen. Neben den üblichen Ansagen („Ich lege viel Wert auf Disziplin auf und neben dem Platz.“) kündigt Hutwelker nämlich auch an, dass seine Mannschaften immer zu den fittesten in ihren Ligen gehören und dass seine Mannschaft taktisch flexibel reagieren können soll, also verschiedene taktische Systeme intus hat. Er sei bisher mit einem 4-3-3-System erfolgreich gewesen, könne sich aber auch ein 4-1-4-1-System gut vorstellen. Die taktischen Einheiten – da kommt Hutwelker vor allem seine Italien-Erfahrung (AC Florenz) zugute, dürften nicht zu kurz ausfallen. Hutwelker will mit dem vorhandenen Trainerteam zusammenarbeiten, alle möglichst schnell kennenlernen. Das gilt natürlich auch für alle Spieler. Gerade in den ersten Wochen werden Einzelgespräche geführt.

Klar ist auch, dass der Kölner in Neugersdorf eine Wohnung beziehen wird. Präsident Ernst Lieb hat da keine Bedenken: „Er weiß, was Neugersdorf alles zu bieten hat und auch, was es nicht gibt.“ Karsten Hutwelker scheint der Eindruck gefallen zu haben. Er jedenfalls kann sich vorstellen, länger als ein Jahr zu bleiben: „Ich setze auf Kontinuität, würde gern endlich mal in meiner Karriere an einem Ort etwas aufbauen und an meinen Leistungen gemessen werden.“ Dafür muss, das weiß der neue Trainer natürlich, neben aller Chemie auch das Ergebnis stimmen. In zehn Tagen geht die Vorbereitung auf die vierte Neugersdorfer Regionalliga-Saison los, schon Ende Juli folgt das erste Punktspiel.

Mit Oliver Merkel und Tobias Gerstmann haben zwei weitere Spieler – beide um zwei Jahre – ihre Verträge verlängert