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Montag, 26.03.2018

Das Gemeinschaftskonto: Das müssen Sie wissen

Es ist für Paare geeignet – verheiratet oder nicht – für Erbengemeinschaften und Geschwister, für Geschäftspartner und für jeden, der den Zugriff auf Geld mit mindestens einer anderen Person teilen will. Die Rede ist vom Gemeinschaftskonto.

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Bild: Bei einem Gemeinschaftskonto gehört das Geld allen Kontoinhabern. | Foto: pixabay.com © rawpixel (CCO Creative Commons)
Bild: Bei einem Gemeinschaftskonto gehört das Geld allen Kontoinhabern. | Foto: pixabay.com © rawpixel (CCO Creative Commons)
  • Bild: Bei einem Gemeinschaftskonto gehört das Geld allen Kontoinhabern. | Foto: pixabay.com © rawpixel (CCO Creative Commons)
    Bild: Bei einem Gemeinschaftskonto gehört das Geld allen Kontoinhabern. | Foto: pixabay.com © rawpixel (CCO Creative Commons)
  • Bild: Auch in Firmen lassen sich Gemeinschaftskonten praktisch einsetzen. | Foto: pixabay.com © stevepb (CCO Creative Commons)
    Bild: Auch in Firmen lassen sich Gemeinschaftskonten praktisch einsetzen. | Foto: pixabay.com © stevepb (CCO Creative Commons)

Jeder, der Inhaber eines Gemeinschaftskontos ist, hat dasselbe Recht auf das Geld. Dieser Beitrag informiert über die wichtigsten Aspekte. Vorteile eines Gemeinschaftskontos

Im Prinzip kann jedes Girokonto als gemeinsames Konto geführt werden. Wer sich über die verschiedenen Arten von Girokonten als Gemeinschaftskonten intensiv informieren will, findet unter http://www.gemeinschaftskontovergleich.de/ hilfreiche Ausführungen. Die Experten des Portals beschreiben die Vorteile wie folgt:

  • bei Paaren, Eheleuten: Ein Girokonto anstelle von zwei Einzelkonten spart Aufwand, Zeit und Kosten (Kontoführungsgebühren und andere Kostenpositionen)
  • einfache Verwaltung gemeinsamer Einnahmen/Ausgaben, zum Beispiel beim Haushaltskonto, der Vereinskasse oder von Geldern, die mehreren Personen zustehen (Erbengemeinschaften) gleiche Konditionen wie beim Einzelkonto, keine Extrakosten
  • für verschiedene Personengemeinschaften, anzahlunabhängig möglich, auch eine persönliche Beziehung oder Verwandtschaft zwischen den Kontoinhabern muss nicht vorhanden sein

Die Auflistung zeigt, dass ein Gemeinschaftskonto praktisch für jede beliebige Gruppe von Personen geeignet ist und die Geldgeschäfte in diesem Zusammenhang vereinfacht. Das gilt aber nicht für alle Gemeinschaftskonten. Es gibt prinzipiell zwei Varianten, das Und-Konto und das Oder-Konto.

Das Und-Konto ist eingeschränkt nutzbar

Der Begriff Und-Konto bedeutet, dass alle Kontoinhaber jeder Transaktion zustimmen müssen. Ob eine Überweisung getätigt wird oder Bargeld abgehoben werden soll, immer müssen alle Inhaber zustimmen. Auch, wenn das Konto umgeschrieben, aufgelöst oder in einer anderen Art und Weise verändert werden soll, müssen alle gemeinsam für die Umsetzung sorgen. Das bedeutet einerseits, dass niemand ohne das Wissen der anderen Kontoinhaber über Geld verfügen kann – das mag für Vereine zum Beispiel eine gute Lösung sein – das bedeutet aber andererseits, dass beispielsweise eine Bargeldabhebung am Automaten ausgeschlossen ist. Der Grund ist, dass am Automaten mit Eingabe der PIN die Identifikation einer einzelnen Person vorgenommen wird. Es ist unmöglich, an einem Geldautomaten die Zustimmung aller Kontoinhaber technisch zu verarbeiten. Gleiches gilt für das Online Banking. Es ist bei einem Und-Konto nicht machbar, weil sich technisch gesehen immer nur eine einzelne Person zu einem bestimmten Zeitpunkt in das Konto einloggen kann. Alle Inhaber müssen deshalb höchstpersönlich in die betreffende Filiale gehen, um beispielsweise einen Zahlungsauftrag zu veranlassen. In der Praxis hat sich das Und-Konto deshalb nicht bewährt und wird nur in speziellen Fällen, wie bei Stiftungen, Vereinen oder anderen vergleichbaren Einrichtungen, in Betracht gezogen. Für die laufenden Bankgeschäfte ist ein Und-Konto für Gemeinschaften nicht praktikabel. Wesentlich bekannter und am bei weitem am häufigsten benutzt ist das Oder-Konto.

Das Oder-Konto ist flexibel und praktisch

Beim Oder-Konto können die Kontoinhaber unabhängig voneinander handeln. Jeder kann sämtliche Verfügungen vornehmen. Das bedeutet, dass ein Oder-Konto wie ein ganz normales Girokonto benutzt wird, aber eben von mehreren Personen parallel. Inhaber können Daueraufträge einrichten, Lastschriften zurückholen lassen, den Verfügungsrahmen verändern und vieles mehr. Nur die Kontoauflösung ist nicht alleine möglich. Ein Oder-Konto setzt voraus, dass die Konterinhaber einander vertrauen. Denn in dem Moment, in dem das Geld auf das Oder-Konto eingeht, gehört es den Inhabern zu gleichen Teilen. Das bedeutet, dass das komplette Gehalt beispielsweise durch zwei geteilt wird. Es besteht unbestreitbar das Risiko, dass einer der Kontoinhaber ein Oder-Konto abgeräumt, ohne dass der andere Partner daran etwas ändern könnte. Überzieht einer der Partner das Konto, haften beide Kontoinhaber gesamtschuldnerisch. Was sich hinter der gesamtschuldnerischen Haftung verbirgt, wird unter https://www.deutsche-anwaltshotline.de/ erläutert. Weitere Informationen zum Gemeinschaftskonto für Paare liefert dieser Beitrag.

Steuerliche Aspekte eines Gemeinschaftskontos

Zu den steuerlichen Aspekten eines Gemeinschaftskontos ist zu sagen, dass Schenkungs- oder Erbschaftssteuer anfallen können, sollte eine größere Geldsumme eingehen und als Guthaben verbucht werden. Wenn nichts anderes explizit vereinbart wurde, werden jeweils 50 % des Geldeingangs jedem einzelnen Kontoinhaber zugeschlagen, bei mehr als zwei Personen entsprechend anteilig. Das kann ärgerlich sein, insbesondere dann, wenn das Geld eine Steuerschuld in Form von Schenkungsteuer bei einem Inhaber auslöst, obwohl er im Prinzip nichts mit dem Geld zu tun haben möchte. Es gibt allerdings rechtlich saubere Lösungen, um Erbschaftsteuer zu vermeiden, wie im Beitrag „Wie Vermögen den Besitzer wechseln kann“ zu lesen ist.

Gleiches gilt, wenn ein Einzelkonto mit einem hohen Guthaben in ein Gemeinschaftskonto umgewandelt wird und deshalb eine Schenkungsteuer fällig werden könnte. Unter Ehepaaren gilt ein Schenkungsfreibetrag von 500.000 € pro Kopf. Unverheiratete Paare können nur über einen Schenkungsfreibetrag von 20.000 € verfügen. Mit Blick auf die Steuerklassen, die bei einem verheirateten Paar anders kombiniert sind, als bei einem unverheirateten Paar, kann das zu empfindlichen Einbußen führen. Weitere Erbschaftsteuerfreibeträge nennt das Bundesministerium der Finanzen unter http://www.bundesfinanzministerium.de/.

Der Ernstfall: Was geschieht, wenn einer der Kontoinhaber verstirbt?

Verstirbt einer der Inhaber, kommt es zur Trennung bzw. Scheidung, dann hat das Konsequenzen für das gemeinschaftlich geführte Konto. Beim Tod eines der Kontoinhaber rücken die Erben auf. Das bedeutet, dass das Guthaben anteilig auf die Erben übergeht. Das gilt auch für Schulden. Wenn man sich entscheidet, dass Konto nach dem Versterben eines Kontoinhabers aufzulösen, gelten die individuell getroffenen Vereinbarungen bzw. die gesetzlichen Regelungen.

Im Falle einer Scheidung liegt die Sache etwas anders. Zum einen sind viele Emotionen im Spiel, wenn sich Lebenspartner trennen. Nüchtern betrachtet wäre die Umschreibung des Kontos auf einen der Partner die beste Lösung, wobei einer dem anderen scheidenden Partner seinen Anteil überweisen sollte. Alternativ kündigen beide das gemeinsame Konto und jeder erhält seinen Anteil. Im Streitfall räumt so mancher betrogene Ehepartner das Konto ab und zieht den Disporahmen bis zur Grenze. Das muss sich aber der andere Kontoinhaber nicht gefallen lassen, denn das Guthaben gehört ja zu gleichen Teilen beiden. Letztlich könnte der betrogene Partner einen Erstattungsanspruch geltend machen.