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Mittwoch, 09.09.2015

Das Gebräu, das Meißen rettete

Zum Doppeljubiläum signieren Braumeister Andreas Girbig und Künstler Kay Leonhardt nochmals ihr Biermanifest.

Von Marcus Moeller

Gut gelauntes Trio: Beim Brauereifest im Juni signierten Künstler Kay Leonhardt (l.) und Autor Andreas Girbig (r.) das druckfrische Buch zur Meißner Biergeschichte. Brauereichef Eric Schäffer schaut zu. Nun gibt es zum zweiten Mal die Gelegenheit für eine Widmung.
Gut gelauntes Trio: Beim Brauereifest im Juni signierten Künstler Kay Leonhardt (l.) und Autor Andreas Girbig (r.) das druckfrische Buch zur Meißner Biergeschichte. Brauereichef Eric Schäffer schaut zu. Nun gibt es zum zweiten Mal die Gelegenheit für eine Widmung.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Wir schreiben das Jahr 1015 und befinden uns auf der Burg Meißen. Seit 86 Jahren steht sie schon hier. Doch sie ist in Gefahr. Boleslaw Chrobry, Herzog von Polen, hat heute früh mit sieben Legionen die Elbe überquert, die Burg umzingelt und die Umgebung verwüstet. Die Burg hat bereits an zwei Türmen Feuer gefangen. Wir haben kaum noch Wasser zum Löschen.

Wie die Geschichte endete? Nun ja, die Burg steht noch und ist in Meißen heute unter dem Namen Albrechtsburg bekannt. Mittlerweile existiert sie bereits mehr als 1 000 Jahre. Und das vor allem wegen eines der liebsten Gebräue der Sachsen: Bier. Die Frauen der Burgbesatzung löschten damals den Brand mangels Wasser mit Honigbier. Zu diesen Zeiten war Bierbrauen eine hauswirtschaftliche Aufgabe, die dementsprechend den Frauen zukam. Der Rettungsaktion der tapferen Frauen von Meißen verdankt Meißen nicht nur das Weiterbestehen der Burg, sondern zudem die erste urkundliche Erwähnung des Bieres in Meißen am 13. September 1015.

Signierstunde auf dem Burghof

Heutzutage ist das Brauen von Bier eher ein Männermetier. Mehr als 90 Prozent der deutschen Brauer sind männlich. So auch Andreas Girbig, ehemaliger Betriebsleiter des Traditionsunternehmens „Meissner Schwerter Privatbräu“ und Verfasser des Buches „555 Jahre Meissner Schwerter Privatbräu“. Das Buch erschien im Sommer und bietet Fakten zur Geschichte des Bieres und zu Sachsens ältester Privatbrauerei.

Am Wochenende gibt es im Burghof nochmals Gelegenheit, sich das 145-Seiten-Werk von seinen Schöpfern signieren zu lassen. Von Girbig also, und vom bekannten Meißner Künstler Kay Leonhardt, der die Illustrationen zeichnete. Außerdem können sich die Besucher des Festwochenendes auf eine Lichtshow und Livemusik freuen. Die Brauereien Schwerter, Landskron, Wernesgrüner, Krostitzer, Radeberger, Freiberger und Feldschlößchen präsentieren sich, am Sonntag wird zusätzlich das historische Gespann der Landskron-Brauerei erwartet. Des Weiteren stellt sich eine Brauerschule vor und gibt Infos zum Lehrberuf „Brauer und Mälzer“. Die Sonderausstellung „1.000 Jahre Bier in Sachsen“ hat während beider Tage geöffnet und gewährt Frauen als „Retterinnen Meißens“ sowie Kindern freien Eintritt. Der Eintritt auf dem Burghof ist für jeden kostenlos.