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Freitag, 18.05.2018

Das blutige Schauspiel im Elsternest hat ein Nachspiel

Die erste Probe fürs Stück zum Altstadtfest ist gelaufen. Diesmal erleben die Gäste, wie die Erben des Wirtes die Stadt verklagen.

Von Heike Heisig

Wolfgang Rölle musste sich 2003 beim Altstadtstück „Das Schanklokal zum blutigen Lappen“ einen Zahn ziehen lassen. Diese Aufgabe übernahm Gastwirt Elster-Fritze. Dessen Nachfahren verklagen die Stadt Leisnig jetzt im neuen Stück.
Wolfgang Rölle musste sich 2003 beim Altstadtstück „Das Schanklokal zum blutigen Lappen“ einen Zahn ziehen lassen. Diese Aufgabe übernahm Gastwirt Elster-Fritze. Dessen Nachfahren verklagen die Stadt Leisnig jetzt im neuen Stück.

© Jürgen Otto/Archiv

Leisnig. Um die 20 Mal sind die Mimen des Carnevalclubs Leisnig (CCL) jetzt schon zum Altstadtfest in verschiedene Rollen geschlüpft, die mehr oder weniger der Stadtgeschichte „entstiegen“ sind. Eine solche Person war Elster-Fritze, der nachweislich in der Oberlanggasse eine Wirtschaft betrieb: das Elsternest. Im Spiel der CCL-Akteure hieß es 2003 „Das Schanklokal zum blutigen Lappen“. Daran können sich sicher einige Gäste noch erinnern.

Der Titel des Stückes war gar nicht so weit hergeholt. Denn zu damaliger Zeit kümmerten sich die Wirte nicht nur um das leibliche Wohl der Gäste, sondern behandelten diese auch bei Zahnschmerzen. Daran und an das damalige Schauspiel knüpft Norbert Hein an. Der Schauspieler und Mime des Mittelsächsischen Kultursommers hat die meisten Altstadtfest-Spiele geschrieben – und Elster-Fritze hat es ihm offenbar genauso angetan wie seinerzeit dem Publikum.

Nunmehr geht es um die Erben des Wirtes: Randolf und Paulina. Sie wurden einstmals aus der Stadt verjagt und wohnen weit weg: in Döööbeln. Damit hat Hein wieder einen Seitenhieb an die Nachbarstadt versteckt. Den kann er sich selten verkneifen. Das Publikum wartet schon darauf. Die Erben geben vor, Zahnsammler zu sein, Randolf will sogar Zahnismus studiert haben. Ob sie mit ihrer Forderung durchkommen, das Wirtshaus zurückzubekommen, oder die Stadt verklagen müssen, erfahren die Besucher des Altstadtfestes bei Aufführungen am 25. und 26. August. Bis dahin müssen die Darsteller nach der ersten Leseprobe mit „Regisseur“ Wolfgang Rölle noch einiges an Text lernen. Weitere Proben folgen – auch in Kostümen und am 23. August auf der Bühne vor der Kirche, wo sich der Streit zwischen Elster-Fritzes Erben und der Stadt abspielen wird.