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Mittwoch, 07.02.2018

Da geht’s zu den Play-offs

Der Trainer der Dresdner Eislöwen gibt die Richtung vor. Er sucht den direkten Weg in die K.-o.-Runde.

Von Maik Schwert

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Franz Steer steht bei den Eislöwen auch in der nächsten Saison hinter der Bande.
Franz Steer steht bei den Eislöwen auch in der nächsten Saison hinter der Bande.

© c by Matthias Rietschel

Franz Steer wirkt überrascht, als er die volle Gaststätte an der Eishalle sieht. „Bei uns in Bayern sind Stammtische kleiner“, sagt der Trainer der Dresdner Eislöwen und hat die ersten Lacher der Fans auf seiner Seite. Doch so lustig bleibt es nicht. Schließlich geht es am Dienstagabend um die Lage beim Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga 2. Sie sieht nicht mehr so gut aus wie im November. Damals belegte die Mannschaft den dritten Tabellenplatz. „Da haben wir immer gut gepunktet“, erinnert Steer an die Erfolgsserien mit je fünf Siegen im Oktober und November.

Doch im Dezember und Januar folgten je sechs Niederlagen hintereinander sowie der Absturz auf Position neun – raus aus den direkten Play-off-Rängen eins bis sechs. Der Trainer begründet das mit den vielen Ausfällen wichtiger Profis. Steer musste Impulse setzen, als es nicht mehr lief. Er stellte Blöcke immer wieder um, „obwohl ich kein Freund von Aktionismus und Rotation bin“, setzte aber keinen Spieler auf die Tribüne. „Das konnte ich nicht, weil wir alle Mann benötigten, um wenigstens mit drei Reihen zu agieren.“

Der Trainer erkennt auch generelle Probleme, beispielsweise die bescheidene Chancenausbeute. „Mein Team braucht fast zwölf Schüsse, Spitzenreiter Bietigheim nur gut sieben Versuche für ein Tor. Wir geben die viertmeisten Schüsse ab und haben die zweitschlechteste Effizienz.“ Seit Ende Januar trainiert seine Mannschaft auch an den Spieltagen vor der Partie einmal auf dem Eis und hat den Negativlauf gestoppt. „Wir bereiten uns jetzt noch akribischer auf den nächsten Gegner vor.“

Zu denen, die sich am energischsten gegen die Pleitenserien stemmten, gehörte Martin Davidek. „Er war aufgrund einer Gehirnerschütterung lange weg, hatte Anlaufschwierigkeiten und trifft jetzt wieder“, sagt Steer. Der Angreifer überwand nicht nur seine Torflaute, sondern avancierte im vergangenen Monat zum besten Punktesammler der Mannschaft. Dem Trainer dient der Stürmer als Vorbild für andere Problemprofis – Spieler wie Thomas Pielmeier, die zwar hart arbeiten, bei denen es aber immer noch nicht läuft.

Steer denkt trotz der schwierigen Situation weiter an die direkte Play-off-Qualifikation. „Wir haben die Qualität und können jeden Gegner besiegen. Gegen Bad Nauheim haben wir in dieser Saison bisher alle drei Duelle gewonnen.“ Die Dresdner gastieren am Freitag beim Tabellensiebenten in Hessen, der zuletzt viermal in Serie triumphierte, und empfangen am Sonntag die vor ihnen liegenden Eispiraten aus Crimmitschau zum Sachsenderby. „Das sind für uns zwei entscheidende Partien“, sagt Steer, der mindestens Platz sechs und am liebsten noch Position vier anstrebt. „Dafür tun wir alles. Ich brauche keine Pre-Play-offs gegen Crimmitschau, auch wenn wir dann volles Haus hätten.“

Es ist durchaus möglich, dass die Eislöwen deshalb noch mal auf dem Transfermarkt aktiv werden, da die Wechselfrist wegen Olympia erst Ende Februar abläuft. „Franz durchforstet den Markt täglich“, sagt Geschäftsführer Volker Schnabel. „Wenn es finanziell und sportlich passt, dann verpflichten wir noch einen Spieler.“ Er deutet eine Rückkehr von Tim Miller an. Der Angreifer war am 25. Oktober zu den Eislöwen gewechselt und am 10. November nach Krefeld in die DEL weitergezogen. Die Pinguine können nicht mehr in die Play-offs einziehen und geben Profis ab, um ihr Budget zu entlasten.

Derweil hofft Steer, dass sich sein Lazarett lichtet. „Bei Harrison Reed schaut es gut aus“, sagt der Trainer. „Er lässt sich am Donnerstag noch mal untersuchen.“ Dann steht fest, ob der Stürmer bereits mit nach Bad Nauheim fährt. „Dominik Grafenthin trainiert zwar auch schon wieder mit. Er greift aber am Wochenende noch nicht an“, sagt Steer. Im Tor gönnt er Marco Eisenhut eine Auszeit. Zum am längsten verletzten Petr Macholda sagt der Trainer: „Bei seinem linkem Arm wird das in dieser Saison nix mehr.“ Das überrascht aber keinen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Rosenheimer

    Solche Spr üche kenne ich von letztem Jahr. Das Ergebnis heißt Regionalliga

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