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Sonntag, 28.10.2018

Copitz macht Schritt nach vorn

Von Jürgen Schwarzund Andreas Reiche

VfL-Stürmer Stefan Höer blieb zwar ohne Torerfolg, ackerte aber unermüdlich und beschäftigte die Radebeuler Abwehr. Foto: Lutz Kollmann
VfL-Stürmer Stefan Höer blieb zwar ohne Torerfolg, ackerte aber unermüdlich und beschäftigte die Radebeuler Abwehr. Foto: Lutz Kollmann

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Der VfL Pirna-Copitz hat seine sportliche Talfahrt gestoppt. Wie schon in der ersten Runde um den Fußball-Landespokal setzte sich die Mannschaft des Trainerduos Frank Paulus/Enrico Mühle am 9. Spieltag der Landesliga in Radebeul mit 1:0 (1:0) durch. Vor nur 93 zahlenden Besuchern im Weinbergstadion erzielte Marco Fischer nach 41 Minuten das Tor des Tages. Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison verließ der VfL die Abstiegsränge und steht nun mit neun Zählern zu Buche.

Dem Radebeuler Trainer Matthias Müller schwante schon vor dem Anpfiff nichts Gutes: „Wir haben 16 Spieler im Kader, davon fehlen mir heute sechs. Ich muss improvisieren und selbst meinen 53 Jahre alten Co-Trainer Niki Maglica ins Aufgebot berufen.“ Tatsächlich kam der ehemalige Profi, der 1993 aus Zagreb nach Dresden gewechselt war und für Dynamo acht Bundesliga-Spiele bestritt, wenige Minuten vor dem Abpfiff sogar noch als Einwechselspieler zum Zuge.

„Unser Sieg geht aufgrund der klaren Chancenvorteile völlig in Ordnung. Dafür haben wir die ganze Woche auf Kunstrasen geackert“, berichtete Enrico Mühle. Sein Kollege Frank Paulus, der lautstark an der Seitenlinie agierte, sah es ähnlich: „Unsere Mannschaft ist heute hochmotiviert in diese neunzig Minuten gegangen.Das hat schließlich den Ausschlag gegeben.“ Der VfL strahlte durch die wieselflinken Martin Schmidt sowie Richard Scykalka und Florian Kärger mehr Torgefahr aus. „Wir sind gleich vorn draufgegangen und haben Radebeul so im Spielaufbau immer wieder erfolgreich gestört“, so Schmidt. VfL-Kapitän Sebastian Scholz ergänzte: „Unsere Moral ist absolut intakt.“ Und Torschütze Fischer merkte grinsend an: „Eigentlich soll ich die Dinger ja mit dem Kopf machen, aber so geht es natürlich auch.“

Der Ärger, dass seine Leistungsträger Erik Talke und Zdenek Kopas sich im Derby eine Woche zuvor in Riesa jeweils eine Gelb-Rote Karte eingehandelt hatten, war bei Matthias Müller auch nach Spielende noch nicht verflogen: „Durch ihre Disziplinlosigkeiten haben sie ihren Kollegen einen Bärendienst erwiesen. Ich bin überzeugt, dass wir mit den beiden nicht verloren hätten.“ Das Gefälle innerhalb der Radebeuler Mannschaft war an diesem Tag groß. Offensiv gelang es den Gastgebern nur ganz selten, sich im Pirnaer Strafraum in Szene zu setzen. So sehr sich der Argentinier Rosendo im Mittelfeld mühte und meisten zwei, drei Gegner binden konnte, im Angriff blieb vor allem der junge Max Heyne blass. „Man kann doch von dem Jungen keine Wunderdinge erwarten, denn er trainiert erst seit vier Wochen bei uns mit“, nahm Müller den Youngster in Schutz.

Ein Extralob des Trainers verdiente sich neben Rosendo und Abwehrchef Deugoue (musste verletzt ausgewechselt werden), der Marokkaner Jawad El Attar. Der 27-Jährige war in der Sommerpause aus Weixdorf gekommen, arbeitet aber zurzeit als Koch in den alten Bundesländern. „Uns Mannschaftsleiter hat ihn am Freitag angerufen und gefragt, ob er zum Spiel kommen kann. Er hat sich kurzerhand in den Flix-Bus gesetzt und ist nach Hause gefahren“, berichtete Müller. „Jawad hat ein gutes Spiel gemacht, schade, dass sein Engagement nicht wenigstens mit einem Zähler belohnt wurde.“ Den Ausgleich hatte El Attar sogar selbst auf dem Spann (81.), aber das Leder landete zum Entsetzen der Radebeuler nur am Außenpfosten. „Wir hatten uns fest vorgenommen, Pirna auf Distanz zu halten, aber durch die Niederlage und die Ergebnisse der anderen Spiele rutscht im Mittelfeld der Tabelle nun alles sehr eng zusammen“, bilanzierte Müller.

Großenhain glänzt bei Heimsieg

Neuer Spitzenreiter der 6. Liga ist Oberliga-Absteiger Einheit Kamenz. Die Lessingstädter mühten sich daheim gegen die SG Taucha zu einem 2:1 (1:0). Beide Treffer gingen auf das Konto von Franz Häfner, der einen Foulelfmeter verwandelte (45.) und in der 81. Minute das Siegtor erzielte. Paul Lehmann hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (54.). Tauchas Torhüter Tim Grune parierte noch einen Strafstoß von Philipp Schmidt (28.). Der bisherige Tabellenführer FC Grimma unterlag in Markkleeberg mit 1:2 (0:0) und rangiert jetzt zwei Punkte hinter Einheit.

Eine überzeugende Vorstellung lieferte der Großenhainer FV zu Hause gegen Neuling Germania Mittweida ab (4:0). Paul Konrad Witschel (3., 28.), Dennis Scholtissek (54.) und Tom Weihrauch (84.) trafen für den Vizemeister ins Schwarze. Eintracht Niesky feierte einen 1:0 (0:0)-Heimsieg über Aufsteiger SC Olbernhau. Der 36 Jahre alte Sturm-Oldie Bogumil Jablonski sorgte nach 76 Minuten für die Spielentscheidung.

Die Mannschaft der Stunde ist ohne Zweifel die BSG Stahl Riesa, die vier ihrer letzten fünf Partien gewann. Am Sonntag setzte sich Stahl bei Rapid Chemnitz mit 5:2 (2:1) durch. Jerome Wolf (2), Paul Kiontke, Norman Gründler und Johann Rendler erzielten die Tore. Neuling FSV Neusalza-Spremberg knöpfte daheim dem FC Lößnitz einen Zähler ab (2:2). Radoslaw Sarelo und Lukas Bouska sicherten den 13. Punkt.