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Montag, 19.02.2018

Charaktertest bestanden

Die DSC-Volleyballerinnen holen sich Sicherheit für die wichtigen Spiele. Die Dominanz des Top-Trios der Bundesliga ist erdrückend.

Von Alexander Hiller

Nach einer strittigen Entscheidung musste Kapitän Katharina Schwabe ihrem Trainer eine deutliche Botschaft des Stuhl-Schiedsrichters übermitteln. Spaß daran hatten offenbar beide.
Nach einer strittigen Entscheidung musste Kapitän Katharina Schwabe ihrem Trainer eine deutliche Botschaft des Stuhl-Schiedsrichters übermitteln. Spaß daran hatten offenbar beide.

© Matthias Rietschel

So etwas nennt man wohl Macht-Demonstration. Drei Tage nach der in dieser Höhe schmerzhaften 0:3-Niederlage beim Titelverteidiger Schwerin präsentierten sich die Volleyballerinnen des Dresdner SC glänzend erholt. Und das nicht gegen irgendwen, sondern gegen den Tabellenvierten Aachen. Das Team von Alexander Waibl, das auf Platz drei liegt, gewann in der mit 3 000 Zuschauern ausverkauften Margon-Arena nach nur 75 Minuten souverän mit 3:0 (25:21, 25:16, 25:20).

„Problemlos abgeschüttelt haben wir die Niederlage vom Mittwoch nicht. Ich denke noch darüber nach“, sagte Kapitän Katharina Schwabe. Darauf reagierte auch Waibl und bot im Zuspiel für Mareen Apitz diesmal die Amerikanerin Madison Bugg auf. Die in der Blockarbeit besser eingeschätzte 23-Jährige erledigte ihren Job so stark, dass sie zur wertvollsten Spielerin gekürt wurde. „Dass wir dennoch jetzt 3:0 gegen Aachen gewinnen, zeigt den Charakter der Mannschaft“, erklärte die 24-jährige Angreiferin.

Im Verfolgerduell der Bundesliga hat der Dresdner SC drei Spieltage vor Schluss der Normalrunde nicht nur wieder Selbstvertrauen getankt, sondern die Kräfteverhältnisse in der höchsten deutschen Spielklasse nochmals untermauert. Das Top-Trio Stuttgart, Schwerin und Dresden hat jetzt satte 16 Punkte oder fünf Siege Vorsprung auf den Rest des Feldes. „Zunächst mal finde ich gut, dass es drei Teams sind. In anderen Ligen und Sportarten dominieren ja nur ein oder zwei Mannschaften. Das ist schon besonders für die finanziellen Möglichkeiten, die wir in der Bundesliga haben“, sagte Waibl. Seine Spielführerin pflichtet ihm bei. „Das zeigt wirklich deutlich, dass die ersten drei die Besten sind. Wir sind auch zufrieden damit, wenn wir am Ende vielleicht auf Rang drei in die Play-offs gehen“, meinte Schwabe.

Die scheinbar ungefährdete Dominanz des Top-Trios könnte indes langfristig gesehen ein wenig die Spannung aus der deutschen Meisterschaft nehmen. Immerhin hat der DSC im Pokalfinale am 4. März mit Wiesbaden (5.) einen anderen Gegner. Aber selbst im europäischen Wettbewerb kreuzen sich nun die Wege von Stuttgart und Dresden. Im Viertelfinale des CEV-Cups hat das Waibl-Team am Mittwoch zunächst Heimrecht, eine Woche später folgt dann das Rückspiel in Schwaben. „Wichtig war, so klar gewonnen zu haben“, betont der 49-jährige Waibl deshalb. „Gegen Stuttgart und im Pokalfinale brauchen wir Sicherheit. Das ist nicht ganz leicht angesichts der sportlichen Herausforderungen in den nächsten Tagen“.

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