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Café CaRe schließt zum Jahresende

13 Jahre hat Anemone Müller-Großmann das Königshainer Café betrieben. In Görlitz will sie neu starten.

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© Constanze Junghanß

Von Constanze Junghanß

Königshain. Die Zutaten für Pesto wachsen gleich neben dem Café CaRe im Kräuterbeet. Anemone Müller-Großmann braucht nur zu pflücken: Oregano, Basilikum, vielleicht ein bisschen Giersch und einige Salbeiblätter – in Königshain gedeiht zwischen dem Lavendel alles prächtig. Die Sommermonate sind Hauptzeit für die Kräuter. Im nächsten Jahr wird die Café-Betreiberin im CaRe allerdings vor Ort keine selbst gemachte Pesto mehr kredenzen. Anemone Müller-Großmann schließt zum Jahresende.

„Hinter der Schließung stecken keine wirtschaftlichen Zwänge. Das ist keine kurzfristige Entscheidung“, sagt sie und will damit Gerüchten entgegentreten. Ebenso dem Buschfunk, der verbreitete, die Königshainerin arbeite künftig im Hospizdienst. „Da bin ich ausschließlich ehrenamtlich aktiv“, sagt die Unternehmerin. Vielmehr sei ein beruflicher Neustart geplant, bei dem ihre Erfahrungen aus dem Café-Betrieb mit einfließen. Und zwar in Görlitz gemeinsam mit einer Freundin, wie die 37-Jährige erzählt. Es sei Zeit gewesen, etwas anderes auszuprobieren, benennt sie den Grund für die Geschäftsaufgabe, die quasi eine Art Neuauflage in der Neißestadt werden soll. Diesmal nicht als Café, sondern unter dem Namen „Zuckerwerk und Rebensaft“ – ein Zusammenschluss mit der Weinhandlung Mirus. Von ihrem Görlitzer Geschäft auf dem Klosterplatz zieht Anemone Müller-Großmann in die Weinhandlung auf dem Obermarkt um. Das soll voraussichtlich noch zum Ende dieses Jahres passieren. Mit der Weinhandlung gebe es bereits verschiedene Anknüpfungspunkte, wie beispielsweise die kulinarische Reihe „Genuss trifft Passion“, die ab September weitere fünfmal in diesem Jahr stattfindet. Die Weinhandlung werde dafür umgebaut und vergrößert, erzählt die CaRe-Chefin. „Wir wollen Handwerkliches mit dem Genuss von Wein und Spirituosen verbinden und dafür ein neues Unternehmen gründen“, sagt Anemone Müller-Großmann. Handwerklich: Das bedeute unter anderem eine Schauwerkstatt, wo Gäste bei der Herstellung von Konditoreiwaren und selbst gemachten Pralinen live dabei sein können. Geplant sei ein „urbanes Gefühl“ mit Tagesbar und Verkostungsangeboten.

Aktuell hat die junge Frau noch ziemlich viel zu tun in Königshain. Für das Wochenende wird der Brunch geplant: mit handgeschöpftem Quark und frischen Kräutern.Bis zum Jahresende soll das Café CaRe die Pforten weiter offen halten – wenn auch verkürzt in den Öffnungszeiten. An den Wochenenden können Besucher – möglichst mit vorheriger Anmeldung – kommen und ausschließlich nach Voranmeldung auch die Woche über. Wofür das Gebäude künftig genutzt wird, bleibt erst einmal offen. Das Haus gehört der Familie. Fest steht, eine Renovierung ist geplant. „Die 13 Jahre, die ich das Café betrieben habe, waren sehr intensiv“, so Müller-Großmann. Ihre Ausbildung absolvierten in den Jahren sechs Azubis, drei davon haben sie beendet. Ein Lehrling hat die Weiterbildung sogar zur Meisterin geschafft, worüber sich die Geschäftsfrau besonders freut. Ihre Auszubildende Kira aus Südafrika ist ebenfalls mit dabei. „Sie will die Ausbildung beenden und ich hoffe, sie kommt dann in das neue Geschäft mit.“ Dort spielt künftig – wie jetzt auch schon – Regionalität der zu verarbeitenden Produkte eine große Rolle. Eier, Milch und Mehl bezieht Anemone Müller-Großmann in Bio-Qualität, Gemüse kommt von hiesigen Gärtnereien und ein Teil der Früchte stammt aus dem Königshainer Garten.

Für einen anderen Königshainer Garten schlägt ihr Herz ebenfalls: Das ist der am Barockschloss. Dort hat sie mit weiteren Akteuren den Kräutertag etabliert, der von Jahr zu Jahr immer mehr Besucher anzieht. Er steht diesmal unter dem Motto „Raritäten und Köstlichkeiten aus unserer Region“. Etwa 25 Händler – vom Alpaka-Garten bis zum Ziegenhof – sind mit ihren Produkten dabei. Außerdem gibt es Wissenswertes rund um die Heilkräuter, Lesungen, Workshops und Bastelangebote. Den Kräutertag will Anemone Müller-Großmann auch in Zukunft mit unterstützen. Die Veranstaltung findet am 15. Juli von 10 bis 17 Uhr statt.