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Donnerstag, 17.12.2015

Bus und Bahn werden Chefsache

Die SPD Mittelsachsen will dem Verkehrsminister Perspektiven aufzeigen. Dabei geht’s auch um den Bahnhof in Roßwein.

Landtagsabgeordneter Henning Homann (SPD).
Landtagsabgeordneter Henning Homann (SPD).

© André Braun

Döbeln/Roßwein. Ein Positionspapier zu „Perspektiven des öffentlichen Personennahverkehrs in Mittelsachsen“ ist am Mittwoch an den zuständigen Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) übergeben worden. Erarbeitet haben es Mitglieder der SPD Mittelsachsen gemeinsam mit Bürgern, Experten und Kommunalpolitikern. „Mir ist es wichtig, dass den Mittelsachsen ein starker ÖPNV zur Verfügung steht. Speziell in der Region Döbeln gibt es immer wieder Probleme an den Übergängen zwischen den Verkehrsverbänden. Es ist nicht verbraucherfreundlich, wenn es verschiedenste Preise für eine einfache Fahrt nach Dresden gibt. Man darf kein Experte sein müssen, um den besten Tarif zu finden. Deshalb wollen wir diesen Makel durch ein landesweites Tarifsystem beheben“, so Henning Homann, SPD-Landtagsabgeordneter aus Döbeln. Das Tarifwirrwar hatte kürzlich auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert.

Torsten Stein, engagierter Bürger aus Roßwein, ergänzt: „Wir laufen Gefahr, das Mittelzentrum Döbeln von der Landeshauptstadt abzukoppeln. Mit unserem Positionspapier wollen wir verdeutlichen, dass es Alternativen zur Einstellung von Verbindungen gibt und wir als konstruktiver Diskussionspartner zur Verfügung stehen. Als dieser wollen wir auch ernst genommen werden. Der ÖPNV, speziell auf der Schiene, hat eine zentrale Bedeutung für Mittelsachsen.“

Konkret warb Stein darum, das sogenannte Roßweiner Modell zu prüfen. Das sieht vor, dass die Regionalbahn 110 nicht nur bis Döbeln-Zentrum, sondern bis nach Roßwein fährt. „Statt der ab Juni 2016 am Haltepunkt Döbeln-Zentrum vorgesehenen langen Wendepause sollten die Züge bis Roßwein weiterfahren. Auch die Rückfahrt nach Leipzig kann dann direkt in Roßwein beginnen. Dieser Vorschlag ist zeitlich und technisch möglich, führt zu keinen Zeitverzögerungen“, meint auch Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag. Die Strecke Döbeln-Roßwein sei der nachfragestärkste Abschnitt der RB 110 gewesen. (sol)