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Freitag, 02.09.2016

Burkauer Familie gründet Stiftung

Strewes wollen Projekte für Toleranz und Zivilcourage unterstützen. Die erste Aktion gibt es im Goethe-Gymnasium.

Uta Strewe in ihrem Haus in Burkau.
Uta Strewe in ihrem Haus in Burkau.

© Steffen Unger

Burkau. Für mehr gesellschaftspolitisches Engagement in der Region: Die Burkauer Familie Strewe hat die „Lucie-Strewe-Stifung“ gegründet. Wie die Vorsitzende Dr. Uta Strewe auf Anfrage sagte, wolle die Stiftung Zivilcourage, Demokratie, Toleranz gegenüber Fremden sowie interkulturelles und interreligiöses Lernen fördern sowie das Bewusstsein der Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie und Sexismus stärken. Weiterhin sollen Hilfsprojekte für Flüchtlinge unterstützt werden. Schwerpunkt der Stiftung sei aber auch, die historische Forschung und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu fördern. Lucie Strewe, die Namensgeberin der neuen Stiftung, versteckte während des zweiten Weltkrieges Juden und bewahrte sie vor der Ermordung. „Wir sind durch Zufall bei Nachforschungen zu unserer Familie auf sie aufmerksam geworden und haben uns bei der Suche nach einem passenden Namen für die Stiftung spontan für sie als Namenspatin entschieden“, so Stefan Ansgar Strewe. „Wir sehen in unserer Region im Bereich der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus damals und dem Umgang mit Menschen anderer Herkunft und Religion heute großes Potenzial. Es war unser Antrieb für die Stiftungsgründung.“ Um deren Ziele zu erreichen, werde der Stiftungsverein etwa Lehrgänge, Studienkonferenzen, Forschungs- und Dokumentationsprojekte, Diskussionsveranstaltungen oder Ausstellungen durchführen und/oder finanzieren.

Ausstellung im Gymnasium geplant

Erste konkrete Aktion der Stiftung ist die Initiierung und Unterstützung einer großen Anne-Frank-Ausstellung im Bischofswerdaer Goethe-Gymnasium im November. Zur Verfügung gestellt wird die Ausstellung vom Anne-Frank-Zentrum Berlin. Das Besondere: Vor der Eröffnung werden 30 Schüler zu Ausstellungs-Guides geschult. Die Jugendlichen befassen sich intensiv mit der Jüdin Anne Frank und dem Schicksal der Juden unter dem NS-Regime. „Die Auseinandersetzung mit dem Thema entspricht konkret dem Anliegen unserer Stiftung“, so Dr. Uta Strewe. Natürlich werde die Ausstellung öffentlich sein. Schulleiter Bodo Lehnig unterstütze das Vorhaben sehr engagiert. Impulsgeber für dieses Projekt war auch Tochter Hannah Strewe, die ein Jahr lang im Amsterdamer Anne-Frank-Haus freiwillig arbeitete, in jenem Haus, in dem sich Anne Frank zwei Jahre lang mit ihrer Familie versteckt hielt, bevor sie im KZ Bergen-Belsen starb. Hannah kehrte in dieser Woche nach Burkau zurück. (cm)