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Dienstag, 27.02.2018

Bunte Ruhe

DOK-FILM: „Garten der Sterne“ von P. Plastino & S. Riethauser

Im „Garten der Sternenkinder“, dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof, lässt es sich wunderbar innehalten. Foto: missingFILMs
Im „Garten der Sternenkinder“, dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof, lässt es sich wunderbar innehalten. Foto: missingFILMs

Der Alte St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg ist ein besonderer Ort. Traditionsbeladen ist er eh, schließlich datiert seine Gründung auf das Jahr 1856. Doch auch wegen berühmter Persönlichkeiten, die hier Ehrengräber haben, zieht es die Lebenden dorthin. Und wenn man mit dem Satz „Es war einmal …“ beginnt, ist das eine Fährte.

Es war also einmal ein Berliner Friedhof, auf dem die Gebrüder Grimm ihre ewige Ruhe gefunden haben. In diesem Zaubergarten betreibt Ichgola Androgyn Deutschlands erstes Friedhofscafé. Ichgola alias Bernd Boßmann, Kabarettist/Aktivist, organisiert auch die Bestattungen jenseits von religiösen Zugehörigkeiten, Schwerpunkt sind totgeborene Babys. Auf diesem Friedhof gibt es seit 2008 eine besondere Gedenkstätte: den „Garten der Sternenkinder“. Das ist ein wunderschönes Feld, wo Eltern einen Platz für ihr verlorenes Kind finden.

Neben ihnen ruhen viele Männer, die an Aids gestorben sind und ein Stück Geschichte der Berliner schwulen Bewegung geschrieben haben. Auch der Filmgeschichte, denn Wolfgang Salzgeber, einer der führenden Independent-Filmverleiher, ruht hier. Und: Rockmusiker Rio Reiser, der im legendären Anwesen Fresenhagen sein Wiesengrab hatte, nach dem Verkauf des Grundstücks aber nach Berlin umgebettet wurde.

Dort auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof wird das Leben mit seinen Rätseln und seinen Schönheiten zelebriert. Und im Dokumentarfilm über ihn erzählt die Künstlerin Zazie de
Paris ein Märchen der Gebrüder Grimm: „Der Gevatter Tod“ ... MkF

Der Film startet nur im kino im dach, DD.