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Donnerstag, 02.08.2018

Budissa Bautzen setzt auf Rückenwind

Von Jürgen Schwarz

Am Dienstagabend nahm Budissas Trainer Torsten Gütschow einen Teil seiner Schützlinge im Testspiel beim SC 1911 Großröhrsdorf (7:1) unter die Lupe. Die Ansetzung überraschte, schließlich hatten die Bautzener bereits ihren Punktspielstart erfolgreich hinter sich gebracht. Gütschow hatte den Termin allerdings schon vor dem 2:0-Heimsieg über Viktoria Berlin fix gemacht. Positiv überrascht wurde Gütschow von seiner Mannschaft zum Saisonauftakt. „Ich gebe ehrlich zu, dass ich diese Leistung nicht erwartet hatte.“ Routinier Martin Hoßmang, Torschütze des ersten Saisontores der Spreestädter, sieht das ähnlich: „Es bewahrheitet sich eben doch immer mal wieder, dass Testspiele und Punktspiele zwei verschiedene Paar Schuhe sind.“

Willkommen, war der „Dreier“ allemal, „zumal wir mit so einem Erfolgserlebnis selbstbewusst nach Bischofswerda fahren und den Rückenwind für ein positives Ergebnis nutzen wollen“, sagt der 31-Jährige, der seit Januar 2013 bei Budissa unter Vertrag steht. Die Niederlage in der Vorbereitung während eines Turniers in Königswartha (0:3, Tore Philipp Kötzsch/2 und Frank Zille) spielt für Hoßmang keine Rolle: „Da haben wir zweimal 25 Minuten gespielt und kamen aus dem vollen Training. Bischofswerda war da klar besser, aber am Sonnabend geht es um Punkte. Wir haben Respekt vor dem starken Aufsteiger, aber keine Angst.“

In Großröhrsdorf traf der Viertligist auf einen engagierten Landesklasse-Aufsteiger. Kein Wunder, schließlich hat beim SC 1911 Ex-Budisse Christoph Klippel als Spieler-Trainer das Sagen. „Wenn ich den Kerl spielen sehe, geht mir das Herz auf“, war zuletzt Jens Hieckmann, Trainer des SV Bannewitz und Aufsichtsratsmitglied bei Dynamo Dresden, regelrecht ins Schwärmen geraten. Nun saß Klippel aus „Gegner“ auf der Bank. Kollege Gütschow nominierte derweil eine Startelf, die auf neun Positionen gegenüber der Regionalligapartie gegen Viktoria Berlin verändert war. Die Tore beim 7:1-Sieg der Spreestädter markierten „Alex“ Schidun, Niclas Treu, Tim Wockatz, Jonas Krautschick, Tony Schmidt, Michael Schlicht und Kevin Bönisch. Tobias Thomschke hatte das zwischenzeitliche 1:1 erzielt.

Torsten Gütschow wird im Derby voraussichtlich wieder auf die „Berliner Startelf“ zurückgreifen, zumal die sich defensiv zuverlässig präsentierte. Man muss in der Statistik weit zurückblättern, um die letzten Pflichtspiel-Duelle ausfindig zu machen. In der Landesliga-Saison 2004/05 ging es letztmalig um Punkte. Budissa verlor beide Duelle (0:1, 0:2), stieg aber trotzdem in die Oberliga auf. Es war bis dahin der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Trainer war damals Thomas Hentschel, dessen Mannschaft mit einem Zähler Vorsprung auf die Amateure von Dynamo Dresden über die Ziellinie ging. Die Schiebocker wurden als Aufsteiger am Ende Neunter.