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Sonntag, 22.04.2018

Budissa Bautzen dreht nach dem Wechsel auf

Die Spreestädter setzen sich daheim gegen Schlusslicht Luckenwalde durch. Trainer Gütschow beweist glückliches Händchen.

Von Jürgen Schwarz

Wie umkämpft das Spiel gegen Luckenwalde in der ersten Halbzeit war, zeigt dieses Kopfballduell zwischen dem Bautzener Johann Weiß (Mitte) und Prosper Christopher Luhaku (rechts) und Jonas Schmidt.
Wie umkämpft das Spiel gegen Luckenwalde in der ersten Halbzeit war, zeigt dieses Kopfballduell zwischen dem Bautzener Johann Weiß (Mitte) und Prosper Christopher Luhaku (rechts) und Jonas Schmidt.

© Torsten Zettl

Fußball-Regionalliga. Die FSV Budissa Bautzen feierte am Sonntag den zweiten Heimsieg in Folge. Gegen Schlusslicht FSV 63 Luckenwalde tat sich die Mannschaft von Trainer Torsten Gütschow in der ersten Halbzeit allerdings sehr schwer und geriet sogar in Rückstand. Dann aber steigerten sich die Spreestädter im zweiten Abschnitt von Minute zu Minute und feierten vor 351 Zuschauern mit dem 4:1 (1:1) ihren höchsten Saisonsieg.

Der Dreier war für Budissa extrem wichtig, denn auch etliche Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib punkteten dreifach. Chemie Leipzig, die TSG Neustrelitz und der FC Oberlausitz (2:0 gegen Altglienicke) gewannen ihre Heimspiele ebenfalls. In der Tabelle kletterte Budissa auf den 14. Rang, der mit großer Wahrscheinlichkeit den Klassenerhalt bedeutet.

Die Gastgeber mussten ohne Jonas Mack auskommen (Gelbsperre). Zudem wechselte Cheftrainer Gütschow im Vergleich zur Mittwochpartie in Fürstenwalde (0:4) auf zwei weiteren Positionen. Für Kevin Bönisch und Josef Müller rückten Jonas Krautschick und Franz Hausdorf in die Anfangsformation.

Wer von den Budissa Offensivpower vom Anpfiff weg erwartet hatte, wurde enttäuscht. In der ersten halben Stunde präsentierten sich die Luckenwalder hellwach und keineswegs wie ein Team, das sich bereits aufgegeben hat. Nach sechs Minuten scheiterte der Japaner Takahiro Tanio an Torhüter Maik Ebersbach. Auf der Gegenseite köpfte Hausdorf am Tor vorbei, ehe der Deutsch-Türke Ahmet Sagat für Unruhe im Bautzener Strafraum sorgte, aber im letzten Moment geblockt wurde (19.).

Die Gäste wirkten auch in der Folgezeit entschlossener und präsentierten ein schnelles Umkehrspiel. Die Budissen dagegen agierten nach der Pleite in Fürstenwalde unsicher und pomadig. Dann gingen die Gäste nach einer tollen Einzelleistung durch Sagat in Führung (28.). Danach kamen die Spreestädter endlich auf Touren, wenngleich noch Sand im Getriebe war.

Kapitän Franz Pfanne köpfte aus Nahdistanz vorbei (32.), ehe Martin Hoßmang – nach einem abgewehrten Freistoß von Krautschick – in der 41. Minute erfolgreich war. Mit Beginn der zweiten Halbzeit spürte man, dass Gütschow in der Pause eindringliche Worte an seine Kicker gerichtet hatte. Die Hausherren wirkten nun entschlossener. In der 59. Minute war Gäste-Schlussmann Robert Petereit gefordert, als Tony Schmidt seinen elften Saisontreffer im Visier hatte. Gütschow wechselte dann offensiv ein. Er brachte Kevin Bönisch und Josef Müller. Letztgenannter war sofort im Bilde und traf nur 120 Sekunden nach seiner Einwechslung per Kopf zum 2:1.

Jetzt wurde die Partie zum „Einbahnstraßen-Kick“. Franz Hausdorf staubte zum 3:1 ab (81.), anschließend verpassten Bönisch (86.) und Schmidt (87.) den vierten Treffer. In der Nachspielzeit gelang Schmidt dann doch noch sein fast schon obligatorisches Tor – übrigens schon zum dritten Mal in dieser Saison per Kopf!

Bei Torsten Gütschow war nach dem Abpfiff die Erleichterung zu spüren: „Das waren drei lebenswichtige Punkte für uns. Die ersten 30 Minuten haben wir ohne Selbstvertrauen und nervös gespielt. Man hat gespürt, welcher Druck auf den Schultern meiner Spieler lastet. Wir wussten, wir müssen unbedingt gewinnen. Hossis Ausgleichstreffer vor der Pause war eminent wichtig.“

Bautzen: Ebersbach – Kunze, Patka, Hoßmang, Heppner - Krautschick (66. Müller), Weiß (59. Bönisch), Hausdorf, Pfanne (73. Kloß), Milde und Schmidt.