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Freitag, 30.03.2007

Bruchgefahr! Der Nischel darf nicht nach Münster

Schluss mit den Spekulationen: Das Karl-Marx-Monument wird nicht an die Kunstausstellung „Skulpturen Projekte Münster“ ausgeliehen. Die Macher der Ausstellung wollten das Chemnitzer Wahrzeichen in diesem Sommer wenigstens in Teilen nach Münster holen (Morgenpost berichtete).

Das Risiko ist zu groß

„Die Denkmalbehörde hegt große Bedenken gegen diese Aktion. Das Risiko ist zu groß, dass der Kopf beschädigt wird“, sagt Stadtsprecher Andreas Bochmann (53).Klaus Rüdiger (69) weiß, was an einem Transport gefährlich wäre. Als Abteilungsleiter des Wohnungsbaukombinates begleitete er die komplette Bauphase des Nischels: „Der Kopf ist 40 Tonnen schwer. Die vielen Bronzeplatten der Skulptur werden durch Schweißnähte und ein kompliziertes Stahlgerüst zusammengehalten.“ Er kennt die Baupläne und ist sich sicher: „Der Nischel ist gebaut worden, um stabil zu stehen. Ich sehe keine Möglichkeit, ihn zu bewegen, ohne dass er auseinander bricht.“ Auch Helmut Bünger (68) - damals technischer Leiter der Schweißarbeiten - schätzt die Lage ähnlich ein: „Die Schweißnähte an den Bronzeplatten hatten einen rein optischen Zweck.“

Am kommenden Mittwoch wird sich die Stadt mit den Machern der Skulptur Projekte Münster treffen und ihre Entscheidung bekanntgeben. Statt der gewünschten Leihe wird sich Chemnitz als Außenstelle des Festivals anbieten. Für Erik Neukirchner (34) - Chemnitzer Sachverständiger der Münsteraner Skulpturschau - ginge so was am Thema vorbei: „Der litauische Künstler Meimantas Narkevicius wollte mit seiner Aktion bezwecken, dass der Nischel dort aufgestellt wird und bei uns fehlt.“ Daraus wird nun wohl nichts. adi