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Dienstag, 24.07.2018

Boss fällt aus – und damit der Konkurrenzkampf

Eine Verletzung entscheidet den Kampf um den offenen Platz im Dynamo-Tor. Noch schlimmer trifft es jedoch den Abwehrchef.

Von Cornelius de Haas

Gegen Huddersfield spielte Keeper Tim Boss stark, der Stammplatz im Tor schien fast sicher. Doch nun muss sich der 25-Jährige in Geduld üben, eine Oberschenkelverletzung zwingt ihn zu einer Pause.
Gegen Huddersfield spielte Keeper Tim Boss stark, der Stammplatz im Tor schien fast sicher. Doch nun muss sich der 25-Jährige in Geduld üben, eine Oberschenkelverletzung zwingt ihn zu einer Pause.

© Lutz Hentschel

Brano Arsenovic hätte wohl nicht geglaubt, dass ihn seine Aussage so schnell einholen könnte. „Ich bin froh, dass wir drei gute Torhüter haben“, hatte Dynamos Torwarttrainer im Vorbereitungscamp in Herxheim erklärt. „Im Fußball kann es immer schnell gehen. Da passiert irgendwas, und plötzlich braucht man den zweiten, den dritten.“ Auch wenn die genaue Reihenfolge noch offen war, ist seit Dienstag klar, dass sie vorerst aus nur zwei Keepern zusammengestellt werden muss.

Grund ist der Ausfall von Tim Boss. Wie der Zweitligist am Dienstag mitteilte, zog sich der Neuzugang von Fortuna Köln im Aufwärmprogramm vor dem Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zu. Das ergab eine MRT-Untersuchung am Dienstag. Schon vor dem Trainingslager in Rheinland-Pfalz hatte Boss wegen einer Zerrung an eben jener Stelle pausieren müssen und dadurch auch auf einen Einsatz in der Partie gegen den FSV Zwickau verzichten müssen.

In Herxheim war der 25-Jährige aber wieder voll dabei. Dass er zu früh wieder ins Training eingestiegen sein könnte, würde Boss aber sicher verneinen, auch wenn er von derartigen Verletzungen bislang verschont geblieben war. „Ich hatte noch nie muskuläre Probleme, das war für mich neu“, erklärte Boss nach dem 0:0 gegen Huddersfield Town. „Deswegen konnte ich es auch nur schwer einschätzen, wie es unter voller Belastung ist. Aber es hat komplett standgehalten. Ein gutes Zeichen.“ Offenbar ein trügerisches.

Denn seine spektakulären Paraden, mit denen er kurz vor Schluss das Remis gegen den englischen Erstligisten sicherte, nützen ihm im Moment nichts. „Zwei Wochen vor dem Saisonstart tut dieser Ausfall natürlich besonders weh“, sagte Trainer Uwe Neuhaus. „Wir wünschen Tim einen optimalen Heilungsverlauf, damit er schnellstmöglich wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren kann.“

Bitter ist es für den Keeper aus zweierlei Gründen. Zum einen muss er erneut pausieren. Zum anderen sitzt er nun bei Dynamos Generalprobe gegen Aston Villa am Samstag neben seinen Eltern im DDV-Stadion, anstatt sich erst nach dem Spiel ihre Kritik anhören zu dürfen.

Damit ist der von Neuhaus ausgerufene Konkurrenzkampf um die Nachfolge von Marvin Schwäbe als Nummer eins vorerst entschieden. Markus Schubert dürfte sowohl gegen die Engländer als auch zum Saisonauftalt am 6. August gegen Duisburg im Tor stehen. Für Boss ist das ein Rückschlag, den er selbstbewusst wegstecken wird. „Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, in Köln die Nummer eins zu bleiben, und mir mit Dynamo eine Herausforderung gesucht, die von der Spielart her perfekt zu mir passt“, hatte er im Camp noch einmal betont.

Schlimmer trifft es dagegen Florian Ballas. Der Innenverteidiger, dessen Schulterverletzung in der letzten Einheit vor der Abreise nach Herxheim wieder aufgebrochen war, wird nun doch operiert. Den Eingriff nimmt Dr. Michael Lehmann in der Ethianum Klinik in Heidelberg vor. Dort war Ballas bereits während des Trainingslagers untersucht worden.

Gute Nachrichten gibt es von Marco Hartmann. Der Kapitän war wegen einer Blessur am Knie vorzeitig aus der Pfalz abgereist. Am Dienstag trainierte der 30-Jährige erstmals wieder mit Reha-Coach Tobias Lange. Der Verein rechnet damit, dass Hartmann in den nächsten Tagen wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren wird.

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