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Dienstag, 19.12.2017

Blick auf Sebnitz ist wieder frei

Die Fabrikantenvilla soll verkauft werden. Dafür werden Haus und Garten herausgeputzt.

Von Anja Weber

Einige der Bäume am Hang der Bahnhofstraße in Sebnitz durften gefällt werden.
Einige der Bäume am Hang der Bahnhofstraße in Sebnitz durften gefällt werden.

© Dirk Zschiedrich

Sebnitz. Die ehemalige Fabrikantenvilla am Burggäßchen in Sebnitz ist eher ein nüchternes und schnörkelloses Bauwerk. In der Zeit ihrer Errichtung war das anders. Türmchen verzierten das Gebäude. Die wichen nach und nach einem funktionalen Bau. Und der wurde als Kindergarten genutzt. Das weitläufige Gelände ist ein Schmuckstück. Und so gelten die etwa zwei Hektar auch als Gartendenkmal. Erschaffen hat den Garten Max Bertram. Er war königlich-sächsischer Gartenbaudirektor und Gartenbaupädagoge. Als freischaffender Gartenkünstler legte er im Auftrag des sächsischen Königshauses zahlreiche Gärten an. Bertram plante unter anderem den Arthur-Richter-Park in Neustadt.

Der Sebnitzer Fabrikant Eugen Kaul beauftragte Bertram mit der Gestaltung des Areals um seine Villa am Burggäßchen. Der folgte stets den Gestaltungsprinzipien von Gartenbaumeister Lenné. Dieser wiederum legte großen Wert auf Sichtachsen und Blickbeziehungen. Diese treten jetzt nach und nach wieder hervor.

Gerlinde Kaden von der Stadtverwaltung Sebnitz hat die Pläne des Gartenbauarchitekten wieder herstellen lassen. Nach diesen hatte die Stadt bereits begonnen, die alten Baumbestände zu erfassen. Auch die Treppenanlagen wurden freigelegt wie auch die Gartenarchitektur im vorderen Bereich der Villa. Auch die ehemalige Rosenlaube ist wieder sichtbar. Die, wie die gesamte Beetanlage vor dem Haus, muss erhalten bleiben. Der Wildwuchs, der die Gartenbaukunst zu ersticken und zu überwuchern drohte, darf entfernt werden.

Experten hatten bereits in der vergangenen Woche damit begonnen, einige Bäume am Hang zu fällen. Damit wird die Blickbeziehung zur Stadt wieder hergestellt. Auf die hatte Gartenbauarchitekt Max Bertram großen Wert gelegt. Die Stadt hatte 2014 die Fabrikantenvilla gekauft und unter anderem über das Programm Stadtumbau Ost das Dach neu decken und das Gebäude sichern lassen. Da noch Geld übrig war, konnte mit der Gartenanlage begonnen werden. Die Immobilie soll verkauft werden. Interessenten gebe es.