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Montag, 03.09.2018

Bischofswerdaer Heimniederlage

Trainer Erik Schmidt redet nach der Partie gegen Hertha BSC II Klartext. Die FSV Budissa Bautzen verliert in Erfurt.

Von Jürgen Schwarz

Auch Thomas Sonntag (links) vom BFV 08 konnte sich diesmal nicht entscheidend durchsetzen gegen die Hertha-Abwehr.
Auch Thomas Sonntag (links) vom BFV 08 konnte sich diesmal nicht entscheidend durchsetzen gegen die Hertha-Abwehr.

© Rocci Klein

Fußball-Regionalliga. Der sechste Spieltag der Fußball-Regionalliga Nordost war nicht der Tag der drei Teams aus der Region. Die Neugersdorfer verloren bei Viktoria Berlin mit 0:2, Budissa Bautzen in Erfurt mit 0:1 und die Bischofswerdaer mit dem gleichen Ergebnis daheim gegen die U 23 von Hertha BSC. Vor der dritten Heimpartie des Aufsteigers gab es eine Schweigeminute für den kürzlich im Alter von nur 47 Jahren viel zu früh verstorbenen Tilo („Mecky“) Kosmetschke.

Anschließend sahen die 276 Zuschauer eine Partie, die von den Berlinern viel deutlicher dominiert wurde, als es das Endergebnis aussagt. BFV-Trainer Erik Schmidt war nach dieser Lehrstunde sichtlich angefressen: „Hertha war uns in jeder Phase deutlich überlegen. Wir hätten schon zur Pause mit 0:3 hinten liegen können.“ Am Ende wurde das Spiel durch ein spätes Eigentor von Routinier Fernando Lenk entschieden (80.).

„Das war kein glücklicher Sieg für die Berliner, sondern das Ergebnis von permanenter Spieldominanz“, sagte Schmidt weiter. „Vielleicht wäre es mal besser, so eine Partie mit 0:4 abzugeben. Jetzt sagt sich der eine oder andere meiner Spieler vielleicht, wir haben uns doch achtbar aus der Affäre gezogen. Allerdings kommen wir so nicht weiter voran. Wir spielen einfach viel zu naiv, müssen noch viel und möglichst schnell dazu lernen.“

Am Ende hätte die Begegnung sogar mit einem Teilerfolg für die Gastgeber enden können. Grellmanns glänzendes Zuspiel verpasste Tim Cellarius frei vor Herthas Keeper Dennis Smarch nur um Zentimeter (64.). Die Schlussviertelstunde bestritten die Platzbesitzer dann in Unterzahl, weil Philipp Kötzsch nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot sah.

Elfmeterpfiff für BFV bleibt aus

Warum aber der Haltegriff des Berliners Florian Krebs gegen Einwechsler Hannes Graf (89.) nicht mit einem Elfmeterpfiff geahndet wurde, kann nur Schiedsrichter Johannes Schipke (Halle/Saale) beantworten. „Ein 1:1 hätte den Spieleverlauf komplett auf den Kopf gestellt“, meinte Schmidt. Stimmt, aber wer fragt danach, wenn am Ende der Saison ein Zähler über Abstieg oder Klassenerhalt entscheidet?

Die gleiche Frage dürfte sich Torsten Gütschow im Erfurter Steigerwaldstadion gestellt haben. Hier freilich war die Sachlage eine ganz andere. Budissa lieferte in der Blumenstadt vor 3 289 Zuschauern eine couragierte Vorstellung ab und hätte dafür einen Punkt verdient gehabt. Den Siegtreffer für den Drittliga-Absteiger erzielte der 31 Jahre alte Velimir Jovanovic (42.) in seinem insgesamt 155. Viertligaspiel. Bei Energie Cottbus hatte es der Stürmer vor Jahren bis in die 2. Bundesliga geschafft.

„Ich bin enttäuscht über das Ergebnis, aber nicht über die Leistung meiner Mannschaft“, sagte Gütschow nach dem Gastspiel in Thüringen. „Wir hatten einige gute Möglichkeiten, um in der ersten Halbzeit in Führung zu gehen.“ Der 56-Jährige dachte dabei nicht nur an den Pfostentreffer von Tony Schmidt in der 13. Minute. Auch Jonas Mack verpasste das 1:0 nur haarscharf (22.). Nach dem Wechsel agierten die Spreestädter etwas zu passiv. „Dennoch können wir auf diese Leistung aufbauen“, meinte der Bautzener Coach.

Am kommenden Sonnabend erwartet Budissa ab 13.30 Uhr in einem vorgezogenen Punktspiel den VfB Auerbach. Nur 30 Minuten später wird das Derby zwischen dem FC Oberlausitz Neugersdorf und dem Bischofswerdaer FV angepfiffen. Warum die beiden einzigen Regionalligapartien am Wochenende fast zeitgleich über die Bühne gehen, bleibt ein Rätsel – nicht nur für die Fußballfans.

Bischofswerda: Birnbaum - Rülicke, Meinel, Lenk, Heppner - Hagemann (84. Graf), Cellarius, Kötzsch – Grellmann (67. Klotke) - Zille und Sonntag (55. Petracek).

Budissa Bautzen: Ebersbach - Krahl, Hoßmang, Patka, Mack (81. Bär), Weiß, Ciapa, Treu, Merkel (71. Langr), Schmidt und Bönisch.