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Freitag, 08.06.2018

Bischofswerdaer erhält WM-Wildcard

Von Sven Jänicke

Wenn es am kommenden Wochenende im tschechischen Brno um Punkte in der Supersport300-Weltmeisterschaft geht, dann ist das Freudenberg Racing Team Bischofswerda auch mit Max Enderlein (vorn) am Start. Er erhielt eine Wildcard.Foto:
Wenn es am kommenden Wochenende im tschechischen Brno um Punkte in der Supersport 300-Weltmeisterschaft geht, dann ist das Freudenberg Racing Team Bischofswerda auch mit Max Enderlein (vorn) am Start. Er erhielt eine Wildcard.Foto:

© PR/Dino Eisele

Motorradsport. Die zweite Hälfte der Saison 2018 liegt vor dem sächsischen Team Freudenberg. Am kommenden Wochenende steht mit Brünn zudem das diesjährige Heimrennen für die Bischofswerdaer auf dem Plan. Die Truppe um Teamchef Carsten Freudenberg reist nicht nur mit dem WM-Zweiten Luca Grünwald zum Automotodrom. Die 5,4 Kilometer lange Strecke ist durch lange Geraden, schnelle Kurven und einige Erhebungen eine ganz spezielle Rennstrecke.

In Brünn ist es enorm wichtig, die richtige Abstimmung zu finden, um bei den Windschattenduellen in der World Supersport 300 mitfahren zu können. Die Zielstellung des Wochenendes ist ganz klar: WM-Position behaupten und im Idealfall ausbauen! Neben den Stammfahrern Jähnig, Kappler und Grünwald wird auch Max Enderlein in Brünn mit einer Wildcard dabei sein. Der Sachse, der 2018 für das Freudenberg-Team mit einer Yamaha R 6 in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) Supersport 600 auf nationaler Ebene unterwegs ist, will sich für die kommende Saison in der WM empfehlen.

Und Max Enderlein ist vor seinem ersten Weltmeisterschaftslauf in diesem Jahr recht gelassen: „Nach dem tollen Start in die Saison in der IDM habe ich mich natürlich riesig gefreut, dass ich von der Dorna eine Wildcard für das Rennen in Brünn bekommen habe. Ich denke, mein Grundspeed ist sehr hoch, die Fitness stimmt und ich gehe hochmotiviert in das Wochenende. Ich will Spaß haben in Brünn und mir keinen unnötigen Druck machen. Das ist eine sehr anspruchsvolle Strecke und die Konkurrenz ist ohne Zweifel sehr stark. Natürlich gibt es mit ehemaligen Konkurrenten einige Orientierungspunkte, aber in erster Instanz gilt es, anzukommen und zu zeigen, was ich kann. Dann sehen wir am Ende schon, wo wir stehen.“

Teamchef Carsten Freudenberg ist natürlich hochmotiviert und erklärte vor der Abreise nach Tschechien: „Brünn ist in diesem Jahr etwas Besonderes. Durch die Nähe zu Deutschland sind neben den vielen deutschen Fans auch viele unserer Partner und Sponsoren vor Ort. Eine zusätzliche Motivation für uns! Auch in Brünn werden wir mit unserer neuen KTM erst mal Basisarbeit leisten müssen. Das kennen wir ja schon von den vergangenen Rennen und sind dafür gut eingespielt. Wir wollen wieder in die Superpole 2 einziehen, um fürs Rennen gut aufgestellt zu sein und unsere WM-Platzierung zu verteidigen.“

Gelten in Brünn Moto 3-Regeln?


Beim Rennen in Brünn erwartet Freudenberg zudem noch eine Anpassung für die Chancengleichheit. Derzeit sieht das Regelwerk in der Supersport 300-WM vor, dass durch die Festlegung von Gewicht und Drehzahllimits für die einzelnen Bikes eine gewisse Chancengleichheit erreicht wird.

„Die letzten Rennen haben aber gezeigt, dass aktuell ein Ungleichgewicht existiert“, bilanziert der Bischofswerdaer Teamchef und ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass ab Brünn nicht mehr das Gewicht des Motorrades entscheidend ist, sondern Fahrer und Motorrad zusammen ein Mindestgewicht bekommen. Dieses Prinzip wird auch in der Moto 3-WM angewandt und ist ein wichtiger Baustein, um in den Klassen mit kleineren Motorrädern niemanden zu benachteiligen.“

Max Kappler, einer der drei ständigen WM-Piloten im Freudenberg-Team, steckt voller Vorfreude auf das Wochenende. „Nach den letzten schwierigeren Wochenenden möchte ich nun in Brünn vor allem zu alten Spaß zurückfinden“, sagte der 20-Jährige aus Oberlungwitz vor dem Start in Tschechien. „Bei den letzten Veranstaltungen waren wir nicht zu weit weg. Leider hat uns etwas das Glück gefehlt. Aber die Strecke in Brünn kenne ich gut und freue mich auf mein Heimrennen. Ich denke, die Strecke sollte uns liegen und zusätzlich kann ich mich auf zahlreiche Unterstützung freuen.“

Luca Grünwald, der als Gesamtzweiter ärgster Verfolger der führenden Kawasaki-Pilotin Ana Carrasco aus Spanien ist, könnte in Brünn nach der WM-Führung greifen. „Wir sind gut vorbereitet“, erklärte der 23-Jährige. „In der vergangenen Woche waren wir in Oschersleben testen. Wir kommen Stück für Stück voran, sodass es wir an den Rennwochenenden schneller das Basis-Setup finden und damit bereits am Freitag weiter vorn mitfahren können. Da haben die etablierten Teams der vergangenen WM-Saison natürlich ein paar Vorteile. Aber wir werden besser und ich bin gespannt, wie Brünn der KTM RC 390 R liegen wird. Ich freue mich drauf, da es unser Heimrennen ist.“

Jan-Ole Jähnig, die Nummer vier im Freudenberg-Team und mit 17 Jahren der jüngste Pilot, ist nach seinen letzten Erfolgen heiß auf mehr: „Nach dem super Wochenende in Donington möchte ich natürlich in Brünn daran anknüpfen und die zweite Saisonhälfte gut beginnen. Auch wenn das Automotodrom nicht zu meinen Lieblingsstrecken gehört, werde ich alles geben. Es ist schon ein sehr großer Vorteil, wenn man direkt in die Superpole 2 einziehen kann. Und das will ich jetzt gern wiederholen!“