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Dienstag, 21.02.2017

Bierpreise entwickeln sich auseinander

Während die Preise für Bierspezialitäten steigen, kosten Pils und Weizen immer weniger. Vor allem die vielen Sonderangebote verderben den Herstellern von „Fernsehbieren“ das Geschäft. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.

Trink vom Fass, dann bleibt auch was für den Brauer übrig? Vor allem die bekannten nationalen Biermarken leiden darunter, dass ein Großteil ihrer Kästen als Sonderangebot verkauft werde.
Trink vom Fass, dann bleibt auch was für den Brauer übrig? Vor allem die bekannten nationalen Biermarken leiden darunter, dass ein Großteil ihrer Kästen als Sonderangebot verkauft werde.

© dpa

Düsseldorf. Die Bierpreise in Deutschland entwickeln sich in verschiedene Richtungen. Während klassischen Sorten wie Pils und Weizenbier in den vergangenen Jahren billiger wurden, steigen die Preise für Bierspezialitäten wie Helles, Schwarzbier oder Kölsch. Das berichtete das Marktforschungsunternehmen Nielsen. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor über Rekord-Rabatte beim Bierabsatz berichtet.

Nach aktuellen Zahlen von Nielsen verbilligte sich seit 2013 der Liter Pils oder Weizenbier im Handel durchschnittlich um zwei Cent. Dagegen verteuerte sich Kölsch um vier Cent je Liter, Schwarzbier um 6 Cent und Helles sogar um 9 Cent. Während klassische Pilsmarken oft schon für 10 Euro je Kiste zu haben sind, kommen Helles, Keller-, Land- und Spezialbiere laut Nielsen auf Preise von 14, 15 oder 16 Euro.

Vor allem die aus der Werbung bekannten nationalen Biermarken leiden darunter, dass ein Großteil der Kästen als Sonderangebot verkauft werde, sagte Günter Birnbaum, Bierexperte beim Marktforscher GfK. Und die Höhe der Rabatte habe zuletzt sogar noch zugenommen.

„Pils ist noch immer das meistgetrunkene Bier in Deutschland und deshalb als Frequenzbringer für den Handel wichtig. Das sorgt für zahlreiche Sonderangebote“, bestätigt auch der Nielsen-Branchenexperte Marcus Strobl. Vor allem bei konventionellen Biersorten wie Pils, Weizen oder Export sei der Preisdruck hoch. Der Chef des Deutschen Brauerbundes, Holger Eichele, sprach gegenüber „Bild“ von einem „wertvernichtenden Preiskampf zwischen den großen Handelsketten“.

Die gute Nachricht für Pils- und Weizenfreunde: Höhere Preise sind nach Einschätzung von Strobl zunächst nicht in Sicht. „Der Druck auf Pils- und Weizenpreise wird aller Voraussicht nach auch in den nächsten drei bis fünf Jahren bestehen bleiben“, meint er. Denn die Verbraucher haben Lust, Neues zu auszuprobieren. „Das macht es für die etablierten Sorten schwierig, zu wachsen und auch höhere Preise zu erzielen.“

Der neue Chef der Bitburger Braugruppe Axel Dahm, hatte erst vor wenigen Tagen über die Verramschung seines Bieres geklagt. Prinzipiell seien 18,90 Euro je Kiste „ein vernünftiger Preis“, nicht die derzeit vielerorts geforderten 10 Euro, sagte er dem „Handelsblatt“. (dpa)