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Mittwoch, 13.06.2012

BGH beendet Sparkassen-Abzocke

Ende der Abzocke! Sachsens Sparkassen müssen ihren Kunden Tausende Euro zu Unrecht erhobener Gebühren zurückzahlen. In einem von der Verbraucher-Zentrale Sachsen (VZS) geführten Musterprozess erklärte der Bundesgerichtshof (BGH) die Praxis der Kreditinstitute, für nicht eingelöste Lastschriften Benachrichtigungsentgelte zu verlangen, für illegal.

Leipzig. Mehr als zwei Jahre lang hatten Sachsens Verbraucherschützer gegen die Sparkasse Meißen prozessiert. Grund: Jedes Mal, wenn bei Kontoinhabern eine Lastschrift nicht eingelöst werden konnte, wurden die Kunden der Kasse kostenpflichtig informiert. Pro Fall wurden laut VZS zwei Euro fällig.

In letzter Instanz hat der BGH die Entgeltklausel der Meißner nun gekippt und diese Praxis generell für unwirksam erklärt (Az: XI ZR 290/11). Sparkassenkunden können nun eine Rückzahlung der unberechtigt erhobenen Entgelte erwarten, erklärt VZS-Finanzexpertin Andrea Heyer. „Wir fordern die Kreditinstitute auf, jetzt von sich aus auf die Betroffenen zuzugehen“, so Frau Heyer.

Denn nicht nur in Meißen wurden Bankkunden bisher abgezockt. Frau Heyer: „Von Verbrauchern wissen wir, dass beispielsweise die Kreissparkasse Aue-Schwarzenberg, die Sparkassen Vogtland, Muldental, Mittleres Erzgebirge, Leipzig und auch die Sparkasse Döbeln derartige Entgelte gefordert haben.“

Für die Kreditinstitute wird es nun teuer. Tausende Euro müssen zurückgezahlt werden. VZS-Expertin Heyer befürchtet deshalb, dass die Taktik der Geldhäuser nun darin bestehen könnte, die Entgelte nicht von sich aus zurückzuerstatten, sondern nur auf Antrag. Sachsens Verbraucherschützer haben deshalb einen Musterbrief erarbeitet, den sich alle Betroffenen aus dem Internet herunterladen und an ihre Bank versenden können: www.verbraucherzentrale-sachsen.de (-bi.-)