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Mittwoch, 17.10.2018

Bewegte Saison für Kultkneiper

Manfred Buttke hat ungewöhnliche Wochen hinter sich. Für die verspottete historische Brücke kam ihm eine Idee.

Von Thomas Drendel

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Manfred Buttke ist Betreiber der Hüttertal-Baude bei Radeberg. Der „goldene Pokal“ mit der Aufschrift „Kultkneiper Manne Buttke“ wurde ihm von einem Männer-Gesangsverein für den guten Service verliehen.
Manfred Buttke ist Betreiber der Hüttertal-Baude bei Radeberg. Der „goldene Pokal“ mit der Aufschrift „Kultkneiper Manne Buttke“ wurde ihm von einem Männer-Gesangsverein für den guten Service verliehen.

© Thorsten Eckert

  • Manfred Buttke ist Betreiber der Hüttertal-Baude bei Radeberg. Der „goldene Pokal“ mit der Aufschrift „Kultkneiper Manne Buttke“ wurde ihm von einem Männer-Gesangsverein für den guten Service verliehen.
    Manfred Buttke ist Betreiber der Hüttertal-Baude bei Radeberg. Der „goldene Pokal“ mit der Aufschrift „Kultkneiper Manne Buttke“ wurde ihm von einem Männer-Gesangsverein für den guten Service verliehen.
  • Die neu aufgebaute historische Brücke im Hüttertal ist fast fertig. Jetzt soll doch noch Wasser unter dem Bauwerk hindurchfließen. Ein entsprechender Graben wird angelegt.
    Die neu aufgebaute historische Brücke im Hüttertal ist fast fertig. Jetzt soll doch noch Wasser unter dem Bauwerk hindurchfließen. Ein entsprechender Graben wird angelegt.

Radeberg. Bei vielen hat er den Status schon seit Langem, jetzt bekam es Manfred Buttke schriftlich: Er ist der Kultkneiper im Rödertal. „Die goldene Flasche mit der Aufschrift hat mir ein Männer-Gesangsverein geschenkt. Der Truppe hat es offenbar bei mir in der Hüttertal-Baude gut gefallen und spontan diesen ,Pokal‘ gebastelt.“ Auf einen Plausch, einen Kaffee oder eine Bockwurst kommen besonders an den Wochenenden etliche Radeberger zu Manfred Buttke. Er gehört zum Rödertal einfach dazu.

Für ihn selber war diese Saison allerdings außergewöhnlich und das in mehrfacher Hinsicht. „Gleich nebenan wird ja kräftig gebaut. Die neue Brücke über die Große Röder entsteht, dann ist die historische Brücke wieder errichtet worden“, sagt er. Nebenan klafft zusätzlich ein großes Loch in der Erde. „An der Stelle war die bisherige Klärgrube der Hüttermühle. Sie ist abgerissen und gegen eine Neue ersetzt worden. Diese drei Baustellen auf einmal, das war schon ungewöhnlich in diesem Jahr“, sagt der Gastwirt. Allerdings hat das seine Gäste nicht gestört, wie er sagt. „Sie sind gekommen, wie in anderen Jahren auch, vielleicht sogar etwas mehr.“ Eventuell haben gerade die Baustellen dafür gesorgt. „Viele wollten sicher einmal sehen, wie sie so sind, die neuen Brücken.“

Besonders das historische Bauwerk hatte ja für Schlagzeilen gesorgt. Laut einer Verfügung des Denkmalamtes musste sie wieder original zusammengesetzt werden, einige Meter von ihrem bisherigen Standort entfernt. Zuletzt hatte sogar ein Filmteam des MDR einen Beitrag über die vermeintliche Brücke ohne Zweck gedreht. Das hat die Hüttertal-Baude sicher überregional bekannter gemacht. Um der historischen Brücke doch noch eine Funktion zu geben, würde Manfred Buttke sie gerne zu einer kleinen Bühne umwandeln. „An der Hüttermühle haben früher bereits kleine Konzerte stattgefunden. Da sind unter anderem junge Talente von der Musikschule aufgetreten. Ich kann mir eine Wiederbelebung dieser Tradition im nächsten Jahr vorstellen.“

Eine weitere Besonderheit in dieser Saison war natürlich das Wetter. „Das hat mir im Hinblick auf die Besucherzahl ebenfalls geholfen. Allerdings, wenn es allzu heiß war, blieben die Gäste auch aus. Dann gehen sie lieber ins Freibad, als sich zu einem Spaziergang zu mir aufzumachen.“ Da das schöne Wetter anhält, plant Manfred Buttke zusätzliche Öffnungszeiten. „Wegen der Ferien und natürlich dem herrlichen Sonnenschein habe ich am heutigen Mittwoch sowie am Freitag ab 11 Uhr geöffnet. Am Wochenende ist dann ebenfalls bis auf Weiteres ab 11 Uhr offen.“

Sperrungen und Überschwemmungen

Wie es mit der Hüttermühle und damit auch mit der Hüttertal-Baude langfristig weitergeht, ist allerdings noch offen. Die Mühle steht seit mehreren Jahren leer. Das bisher letzte Wirtsehepaar hatte seinen Pachtvertrag mit der Stadt im September 2010 gekündigt. Die Unwetter des Jahres 2010 hatten den Gastronomen arg zugesetzt: Erst kam der Tornado am Pfingstmontag, der zu einer fast zweimonatigen Sperrung der Wanderwege im Tal geführt hatte. Dann folgten auch noch zwei Überschwemmungen.

Seitdem sucht die Stadt als Eigentümer nach einem tragfähigen Konzept. Mit dem Neubau der Röderbrücke verbessert sich allerdings die Situation. Nach der Fertigstellung können wieder schwere Lkw das Haus ansteuern. Müllabfuhr und Feuerwehrzufahrt sind dann gewährleistet. Offenbar gibt es Kaufinteressenten für die Immobilie. Aber auch der Hüttertalverein hat offenbar viele Ideen, wie es mit dem Haus weitergehen könnte.