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Donnerstag, 12.07.2018

Besucher-Flaute in der Körse-Therme

Das schöne Wetter hat im Kirschauer Ganzjahresbad zu Umsatzeinbußen geführt. Doch das ist nicht das einzige Problem.

Von Katja Schäfer

Die attraktive Außengestaltung der Körse-Therme in Kirschau trägt momentan auch nicht dazu bei, mehr Besucher anzulocken. Durch das schöne Wetter kommen zu wenig Gäste, was zu Umsatzeinbußen führt.
Die attraktive Außengestaltung der Körse-Therme in Kirschau trägt momentan auch nicht dazu bei, mehr Besucher anzulocken. Durch das schöne Wetter kommen zu wenig Gäste, was zu Umsatzeinbußen führt.

© Uwe Soeder

Kirschau. Schönes Wetter – schlechte Stimmung. So lässt sich die aktuelle Lage der Kirschauer Körse-Therme auf den Punkt bringen. „Im ersten Halbjahr kamen viel weniger Besucher als üblich in die Körse-Therme“, berichtet Sven Gabriel. Der Bürgermeister von Schirgiswalde-Kirschau ist Vorsitzender des Zweckverbandes, der das Ganzjahresbad betreibt. Grund für den deutlichen Besucherrückgang ist seinen Aussagen nach das seit Langem anhaltende sommerliche Wetter. Es führte zu „erheblichen Umsatzeinbußen“, sagt Sven Gabriel und beziffert sie mit bis zu 250 000 Euro.

Auch deshalb führt er dieser Tage viele Gespräche, unter anderem im Wirtschaftsministerium. Sein Ziel ist es, die Finanzierung der Körse-Therme neu zu regeln. „Ich sehe einen dauerhaften Zuschussbedarf. Denn wir können ja die Eintrittspreise nicht ständig erhöhen. Sonst kommt niemand mehr“, sagt Gabriel.

Auch die Möglichkeiten der am Zweckverband beteiligten Städte und Gemeinden Schirgiswalde-Kirschau, Sohland, Obergurig und Beiersdorf zur Unterstützung des Bades seien begrenzt. – Doch das ist nicht die einzige derzeitige Sorge in der Körse-Therme. Innerhalb kurzer Zeit haben gleich zwei Fachangestellte für Bäderbetriebe und ein Schwimmmeister gekündigt; laut Sven Gabriel weil sie aus der Gegend weggezogen sind oder Jobs in anderen Bädern angetreten haben. „Wir führen zahlreiche Gespräche und können jetzt zwei neue Leute einstellen“, berichtet der Verbandsvorsitzende und unterstreicht, dass es in der Region sehr schwer sei, Fachpersonal zu finden. Deshalb führt er auch Verhandlungen mit anderen Gemeinden, die Bäder betreiben, über Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Geschäftsführer gesucht

Unbesetzt ist seit Ende März der Posten des Geschäftsführers. Seitdem sind Teile der Aufgaben, die er sonst erledigt, auf verschiedene Mitarbeiter der Körse-Therme verteilt worden, unter anderem auf die Kassenbereichsleiterin und eine Verwaltungsangestellte. Wie Sven Gabriel berichtet, nehmen er als Verbandsvorsitzender sowie der Sohlander Bürgermeister Hagen Israel als sein Stellvertreter ebenfalls verschiedene Aufgaben wahr, die eigentlich dem Geschäftsführer obliegen. Der Job war ausgeschrieben und laut Gabriel gingen etliche Bewerbungen ein.

Ob die Stelle neu besetzt wird, steht gegenwärtig aber nicht fest. „Wir machen gerade eine Organisationsuntersuchung, prüfen, ob es sinnvoll ist, einen neuen Geschäftsführer einzustellen“, berichtet Sven Gabriel. Die Alternative dazu wäre seinen Aussagen nach, eine Kombination aus einem Leiter für den Badbetrieb und einem kaufmännischen Leiter. Die Entscheidung darüber soll die Verbandsversammlung demnächst treffen.

Von diesen Dingen hinter den Kulissen bleiben die Besucher weitgehend unberührt. Bei ihnen sorgte hingegen für Unmut, dass der Saunagarten jetzt eine Zeit lang nicht nutzbar war. Auf der Internetseite der Körse-Therme wurde zwar darauf hingewiesen. Doch viele Gäste bekamen die Einschränkungen erst vor Ort mit. Während dieser Zeit gab es 20 Prozent Nachlass auf die Sauna-Eintrittspreise, doch manch ein Besucher ärgerte sich trotzdem. Der Saunagarten war gesperrt, weil derzeit Flutschäden beseitigt werden. Die Entwässerung des Geländes wird in Ordnung gebracht. Laut Sven Gabriel sollen die Arbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Der Saunagarten ist aber schon wieder größtenteils nutzbar. Nur im Bereich des Blockhauses, in dem Ruheliegen stehen, laufen noch letzte Arbeiten.