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Dienstag, 15.05.2018

Besser in den Bus

Bis 2022 muss Barriere-Freiheit für den Nahverkehr geschaffen werden. Ist das ein Luxusproblem?

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

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An der Bushaltestelle Weßnitzer Straße/Kupferberg könnte bereits in diesem Jahr der behindertengerechte Ausbau beginnen. Für die Kosten von 40000 Euro wurden Fördermittel beantragt.
An der Bushaltestelle Weßnitzer Straße/Kupferberg könnte bereits in diesem Jahr der behindertengerechte Ausbau beginnen. Für die Kosten von 40 000 Euro wurden Fördermittel beantragt.

© Anne Hübschmann

  • An der Bushaltestelle Weßnitzer Straße/Kupferberg könnte bereits in diesem Jahr der behindertengerechte Ausbau beginnen. Für die Kosten von 40000 Euro wurden Fördermittel beantragt.
    An der Bushaltestelle Weßnitzer Straße/Kupferberg könnte bereits in diesem Jahr der behindertengerechte Ausbau beginnen. Für die Kosten von 40 000 Euro wurden Fördermittel beantragt.
  • Auch die Haltestelle Görzig entspricht nicht den aktuellen Vorgaben.
    Auch die Haltestelle Görzig entspricht nicht den aktuellen Vorgaben.
  • Schwierig wird ein Umbau der Bushaltestelle an Wildenhains Hauptstraße.
    Schwierig wird ein Umbau der Bushaltestelle an Wildenhains Hauptstraße.

Großenhain/Ortsteile. Wenn Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen in den Bus einsteigen wollen, ist das eine Herausforderung. Eigentlich sollte es aber gar kein Problem sein, fordert der Gesetzgeber.

Ein barrierefreier öffentlicher Personennahverkehr wird Pflicht in Deutschland – bis 2022. Bis dahin muss sich auch die Stadt Gedanken machen, wie die Haltestellen besser von mobilitätseingeschränkten Menschen genutzt werden können.

Die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) hat deshalb auch im Großenhainer Stadtgebiet eine Bestandsaufnahme gemacht und der Verwaltung einige Hinweise gegeben. Folgende Haltstellen müssten umgebaut werden:

Prioritätenliste für sieben Haltestellen

Von den sieben Busstopps, die ausgebaut werden sollen, wird die Weßnitzer Straße am Kupferberg als besonders dringlich eingestuft. Hier gibt es keinen eigenen Busbord, keine Absenkungen. Die Gehwegplatten werden als stark verworfen und verschlissen eingestuft, sie stammen aus den 80er Jahren.

Die gesamte Gehwegoberfläche sei, so der Bericht der Stadtverwaltung, in sehr schlechtem Zustand. Doch gerade in diesem Wohngebiet leben viele ältere Bürger, die hier stürzen könnten.

Deshalb soll noch 2018 der Haltestellenbereich instandgesetzt werden. Ein acht Meter langer Busbord soll entstehen, die Bordsteinkanten werden abgesenkt. Die Kosten werden immerhin auf rund 40 000 Euro geschätzt. Fördermittelanträge wurden gestellt. Das Landesamt für Straßenbau kann 75 Prozent Zuschuss bewilligen, der Verkehrsverbund Oberelbe 15 Prozent. Bleiben als Eigenanteil für die Stadt zehn Prozent. Da 60 000 Euro in diesem Jahr in den Haushalt eingestellt sind, plus 30 425 Euro, könnte noch mehr passieren.

Görzig steht an zweiter Stelle

Auch die Haltestelle in Görzig an der Peritzer Straße ist der Analyse zufolge mangelhaft. Sie steht an zweiter Stelle der Dringlichkeit. Hier gibt es keinen Gehweg an der Kreisstraße, die Bordsteine sind teilweise abgeplatzt, es gibt Risse im Asphalt aufgrund von Hebungen des Wurzelwerks. Ein Busbord ist hier ebenfalls nicht gegeben.

Die Kosten für Görzig werden allerdings auf 84 500 Euro geschätzt. In den Ortschaftsräten – auch in Bezug auf die weiteren Dörfer – empfindet man die Maßnahme deshalb teilweise als Luxusproblem. Der Technische Ausschuss des Stadtrates beschloss die Prioritätenliste einstimmig.

Neue Standorte der Haltestellen

Nicht nur in Görzig, auch in Bauda an der Riesaer Straße sollte die Haltestelle laut Vorschlag versetzt werden. Das wurde mit der VGM und der Verkehrsbehörde abgestimmt. Soll die Görziger Haltestelle künftig nahe am Querweg liegen, wird die Baudaer um die Ecke rum verlegt. Der Bus käme künftig über die Lindenstraße. Durch einen Gehweg inclusive Busbord soll erreicht werden, dass der Zustieg in den Bus künftig nicht mehr so hoch ist. Kostenschätzung: rund 60 000 Euro.

Bordabsenkung an J.-R.-Becher-Straße

Geschätzte rund 13 300 Euro müssen an der Becherstraße im Großenhainer Preuskerviertel aufgewendet werden. Hier gibt es derzeit auch weder Bordsteinabsenkungen noch einen Busbord – Platz vier auf der Prioritätenliste. Rang fünf hat die Haltestelle Nähe Erich-Weinert-Straße. Im Plan steht dieselbe Summe für die gleichen Maßnahmen, eine Buswartehalle soll allerdings nicht gebaut werden.

An der Haltestelle am Speicher ist eine neue Entwässerung erforderlich, das Schild soll fest eingebaut werden. Hier soll der Busstopp nach vorn gerückt werden, das Stück wird als Einbahnstraße nur für den Busverkehr ausgewiesen. Der Umbau inclusive Busbord könnte 35 000 Euro kosten. Schließlich ist auch die Wildenhainer Haltestelle dran. Dieser Umbau wird aber erst nach dem Bau der Ortsumfahrung in Angriff genommen.