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Donnerstag, 20.08.2009

Besier: „Christen neigen stärker zum Rassismus als Konfessionslose“

Dresdner Historiker Gerhard Besier provoziert mit antikirchlichen Thesen.

Von Annette Binninger

Dresden. Der Dresdner Historiker Gerhard Besier sorgt mit neuen antikirchlichen Äußerungen in Sachsen für Wirbel. Christen im Freistaat neigten einer Untersuchung zufolge „stärker zum Rassismus, zur Islamphobie, zum Antisemitismus“ als Konfessionslose. Das erklärte der seit Jahren umstrittene Historiker gestern in einer Pressemitteilung der Linkspartei. Besier tritt zur sächsischen Landtagswahl am 30. August für die Linke auf dem als sicher geltenden Listenplatz 18 an.

Besier widersprach damit Äußerungen des brandenburgischen Innenministers Jörg Schönbohm (CDU), der eine „Verwahrlosung“ im Osten durch dessen Entkirchlichung begründete und damit eine heftige Debatte in ganz Deutschland ausgelöst hat.

Laut Besier habe 2006 eine Untersuchung zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Sachsen“ ergeben, dass sich „Angehörige einer der beiden großen christlichen Konfessionen (...) über ganz Deutschland hinweg im Vergleich zu Konfessionslosen insgesamt als feindseliger“ erweisen. Nicht eine kirchliche oder konfessionelle Bindung sei entscheidend für das Verhalten von Menschen, sondern „zivilreligiöse Überzeugungen“. Besier geht noch weiter: „Religionsgemeinschaften, in denen das kirchliche Personal sich massenhaft an Minderjährigen vergeht – wie in den USA und Irland dokumentiert – können nicht gerade als Vorbild für moralische Integrität gelten.“

Besier war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach mit anti-kirchlichen Äußerungen aufgefallen. Nach einem Auftritt bei der Scientology-Niederlassung in Brüssel war ihm eine Nähe zu der Organisation nachgesagt worden. Dies hat er jedoch stets bestritten.