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Freitag, 15.06.2018

Berufsvorbereitung an Gymnasien soll verstärkt werden

Das Interesse für die Ausbildungsmesse „Schule macht Betrieb“ ist groß. Doch nicht alle Aktionen kommen an.

Von Verena Toth

Symbolfoto: Jenny Gerstenberger ist Lehrling im 3. Lehrjahr bei Sachsenobst
Symbolfoto: Jenny Gerstenberger ist Lehrling im 3. Lehrjahr bei Sachsenobst

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Döbeln. Etwa 35 Vertreter von Schulen und Unternehmen aus der Region Döbeln sind am Mittwochnachmittag in der Harthaer Oberschule zusammen gekommen, um sich im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft über die Berufsvorbereitung von Schülern auszutauschen. Der Arbeitskreis steckt mitten in den Vorbereitungen zur vierten Auflage der Ausbildungsmesse „Schule macht Betrieb“, die am 22. September im Döbelner WelWel stattfinden wird. „Der Zuspruch der Betriebe ist überwältigend. Mit 85 Firmen sind wir bereits komplett ausgebucht“, berichtet Christa Müller, Arbeitskreis-Vorsitzende für den Bereich Wirtschaft. Es soll dafür gesorgt werden, dass die Familien mit ihrem künftigen Auszubildenden mehrere Stunden auf der Messe verbringen können, um sich umfangreich über Ausbildungsbetriebe informieren und vielleicht einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz finden zu können.

Ausgewertet und diskutiert wurde zudem die Woche der offenen Unternehmen, bei der Schüler eingeladen waren, Betriebe und Werkstätten zu besuchen und sich dort über eine mögliche Ausbildung zu informieren. „Nur etwa 17 Prozent der infrage kommenden Schüler der 7. bis 12. Klassen haben dieses Angebot tatsächlich genutzt. Das ist überhaupt nicht befriedigend“, resümiert Christa Müller. Insgesamt 225 Unternehmen im Landkreis Mittelsachsen hatten Angebote unterbreitet und Betriebsführungen für die jungen Leute angeboten. Der Arbeitskreis wolle nun genau erforschen, warum der Zuspruch der Schüler so gering gewesen ist.

„Ein großes Problem ist die Infrastruktur im ländlichen Raum. Die Schüler haben oftmals keine Möglichkeit, mit dem Bus zu den Unternehmen zu kommen“, sagt Schulleiterin Kerstin Wilde, die als Vorsitzende im Arbeitskreis den Bereich Schule vertritt. Dennoch sei das Thema vielschichtiger, schätzt sie ein. Möglicherweise sei auch der Zeitpunkt der Aktionswoche im Frühjahr nicht der richtige. „Da bündeln sich innerhalb weniger Wochen mehrere solche Termine, hinzu kommen in dieser Zeit auch Praktika und Werkstatttage für die Schüler“, so Wilde. Sie schlägt zudem vor, die Aktionswoche auch schon für Jugendliche ab den 6. Klassen anzubieten. „In diesem Alter ist es oft noch leichter, den jungen Leuten einen möglichen Weg aufzuzeigen und sie für ein Berufsbild zu interessieren“, macht sie deutlich.

Einmal im Quartal treffen sich Firmenchefs und Lehrer im Döbelner Arbeitskreis. „Das Thema Berufsvorbereitung ist für alle Seiten ein besonders wichtiges Thema, das immer stärker an Bedeutung gewinnt. Wir als Arbeitskreis wollen ein Bindeglied zwischen Wirtschaft und Schule sein“, sagt Christa Müller. So soll die Berufsvorbereitung an den Gymnasien stärker gefördert werden. Während an den Oberschulen bereits viele Aktionen laufen, gibt es bislang kaum Vergleichbares für Abiturienten.