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Freitag, 18.05.2018

Beliebter Durchgang zur Elbe gekappt

Die Anwohner finden zwar die neue Flutschutzmauer in Heidenau gut. Doch bringt sie ein Problem mit sich. Wie das gelöst wird.

Von Yvonne Popp

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Sie wünschen sich den Durchgang zur Elbe zurück: die Senioren Sieglinde Mende, Egon Dietrich, Roland Buschan, Ursula Dietrich, Antje Dietzelt, Edith und Hans Schulze und Gudrun Niehardt (v.l.).
Sie wünschen sich den Durchgang zur Elbe zurück: die Senioren Sieglinde Mende, Egon Dietrich, Roland Buschan, Ursula Dietrich, Antje Dietzelt, Edith und Hans Schulze und Gudrun Niehardt (v.l.).

© Daniel Schäfer

  • Sie wünschen sich den Durchgang zur Elbe zurück: die Senioren Sieglinde Mende, Egon Dietrich, Roland Buschan, Ursula Dietrich, Antje Dietzelt, Edith und Hans Schulze und Gudrun Niehardt (v.l.).
    Sie wünschen sich den Durchgang zur Elbe zurück: die Senioren Sieglinde Mende, Egon Dietrich, Roland Buschan, Ursula Dietrich, Antje Dietzelt, Edith und Hans Schulze und Gudrun Niehardt (v.l.).

Heidenau. Ursula und Egon Dietrich sind gern an der frischen Luft. Besonders Spaziergänge an der Elbe lieben die beiden Senioren aus Heidenau sehr. Doch nun versperrt eine riesige, durchgehende Spundwand an der Hafenstraße den Weg zum Fluss.

An und für sich, sagt Egon Dietrich, sei der Bau der Flutschutzmauer ein löbliches Vorhaben. Noch hat er gut vor Augen, welchen Schaden die Hochwasser von 2002. 2006 und 2013 angerichtet hatten. „Und das wollen wir ja auf keinen Fall noch einmal erleben“, betont er. Bisher sei er aber davon ausgegangen, dass an der Hafenstraße ein Tor eingebaut wird. Dafür ist in der Spundwand aber keine Anlage vorgesehen.

Die Dietrichs befürchten nun eine dauerhafte Schließung des Durchgangs. „Von hier aus sind wir sonst immer Richtung Pirna bis zur Villa Else oder elbabwärts bis zur Fähranlegestelle gelaufen“, erzählt Egon Dietrich. Schöne Runden seien das gewesen. Auch habe gleich hinter dem ehemaligen Zugang ein mobiler Imbisswagen an der Elbe gestanden. Dort seien sie immer gern eingekehrt, sagt Dietrich weiter. Aber nicht nur bei dem Ehepaar, sondern bei vielen der umliegenden Anwohner war dieser Treffpunkt sehr beliebt. „Wie sollen denn nun die Leute aus dem Seniorenheim an der Friedrich-Engels-Straße zur Elbe gelangen?“, fragt der Senior. Andere Zugänge wie der an der Villa Else seien für ältere oder gehbehinderte Menschen zu weit entfernt und teilweise schlecht begehbar.

Auch um die Sicherheit macht sich der 78-Jährige Sorgen, denn im Falle einer Havarie könnten Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst oder Wartungskräfte den Abschnitt zwischen Villa Else und Mündung der Müglitz nicht erreichen. Der Radweg ist dafür zu schmal. Auch müsse man bedenken, sagt Dietrich, dass am Radweg mehrere Versorgungsleitungen, unter anderem eine Gasleitung, die Druckleitung nach Dresden-Kaditz und die Wasserleitung vom Hochwasserpumpwerk Heidenau liegen. Es sei also nicht nur im Interesse der Anwohner, wenn der Zugang zum Radweg und zur Elbe an der Hafenstraße weiterhin gewährleistet wäre.

All das hat auch die Stadt Heidenau schon bedacht. In den Plänen zum Bau der Flutschutzmauer sei ein Übergang an der Stelle von vornherein vorgesehen gewesen, teilt Marion Franz, Vize-Bürgermeisterin der Stadt, mit. Allerdings: Ein Tor in der Wand soll es nicht geben. Marion Franz erklärt, dass in diesem Bereich stattdessen die Spundwand beidseitig aufgeschüttet wird. Sie bindet dann an die Böschung am Betriebsgelände der Papierfabrik und auf der anderen Seite in den bestehenden Damm der Malzfabrik ein. Nach dem Ende der Bauarbeiten wird die Hafenstraße also über die Hochwasserschutzanlage hinweg zum Radweg führen.

Einen Wermutstropfen gibt es aber. Die Bauarbeiten sollen bis März 2019 andauern. Bis dahin müssen die Dietrichs und alle anderen Anwohner Umwege in Kauf nehmen, wenn sie zur Elbe wollen.