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Donnerstag, 08.03.2018

Bei Salisbury-Attentat wurde seltenes Nervengift verwendet

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Polizisten in der Nähe des Hauses des Doppelagenten Sergej Skripal im südenglischen Salisbury.
Polizisten in der Nähe des Hauses des Doppelagenten Sergej Skripal im südenglischen Salisbury.

© Andrew Matthews/PA Wire/dpa

London. Bei dem Attentat auf einen russischen Doppelagenten ist ein sehr seltenes Nervengift verwendet worden. Das sagte die britische Innenministerin Amber Rudd am Donnerstag in einem Interview mit dem BBC-Radio.

Welches Gift genau zum Einsatz kam, wollte Rudd nicht sagen. Einem BBC-Bericht zufolge handelt es sich weder um Sarin, das einem UN-Bericht zufolge zuletzt im Syrienkrieg zum Einsatz kam, noch um VX, mit dem im vergangenen Jahr der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un getötet wurde.

Nervengifte greifen das Nervensystem an und legen die Funktion lebenswichtiger Organe lahm. Die britischen Ermittler versuchen nun herauszufinden, wo der betreffende Stoff hergestellt wurde. Experten zufolge gibt es nur wenige Labore auf der ganzen Welt, die dazu in der Lage sind.

Sergej Skripal und seine Tochter Yulia wurden am Wochenende mit Vergiftungserscheinungen im englischen Salisbury aufgefunden. Sie kämpfen seitdem in einem Krankenhaus um ihr Leben. Ein britischer Polizeibeamter, der zu Hilfe eilte und ebenfalls erkrankt ist, sei ansprechbar, sagte Innenministerin Rudd. Sein Zustand sei aber weiterhin ernst.

Skripal und seine Tochter wurden der Polizei zufolge gezielt mit dem Nervengift angegriffen. Ermittelt wird wegen versuchten Mordes. Der Fall erinnert an den Giftmord am Kremlkritiker Alexander Litwinenko im Jahr 2006 und hat inzwischen einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Moskau und London ausgelöst. Die Innenministerin wollte noch am Donnerstag vor dem Parlament über den Zwischenfall berichten. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Steinhardt

    Man weiss schon, dass es ein seltenes Nervengift ist, verheimlicht aber welches genau. Dabei sind die meisten Gifte, die beim Menschen bedrohliche Vergiftungen auslösen Nervengifte. All die guten Pilz-oder Beerengifte sind da doch nicht zu verachten. Auch Pflanzengifte wie vom Maiglöckchen oder Fingerhut sind nicht zu verachten. Und ehrlich gesagt braucht man da auch keine hochgerüsteten high-tech-Labore, die meiste Vorarbeit hat Mütterchen Natur schon in höchster Qualität geleistet.

  2. Dresdnerin

    UND?: Bei arte(?) lief vor Jahren eine ausführliche Doku über seine Angst und die gründlichen Aktionen seines ehemaligen Auftraggebers gegenüber abtrünniger "Kollegen"... Warum wird so eine mediale Präsenz um einen DOPPEL-AGENTEN betrieben, der sicherlich mehrere Menschen-und Familien-Leben zu verantworten hat?

  3. Demokrat

    Da sind die beiden letzten Lebenden der Familie Skripal. Seine Frau und sein Sohn kamen bereits unter ungeklärten Umständen ums Leben. Werden nun exhumiert. Bin mal gespannt, was da noch kommt. Boris Johnson weiß schon, woher der Wind weht.

  4. Dräsdnor

    Agenten leben gefährlich, Doppelagenten doppelt gefährlich und die meißten die verschwinden kennt keiner. Berufsrisiko.

  5. Wenzel 4

    SZ bitte drann bleiben! Gibt es ähnliche Fälle von Agentenrache in Russland? Bei RT ist dazu nichts zu finden. Entweder haben Doppelagenten im russischen Ruhestand in der Taiga ständig einen Pilzberater an ihrer Seite oder die sitzen lieber in den Staaten ihre Strafe ab, als mit Lametta behangener Brust an jeder Militärparade am Roten Platz in der dritten Reihe zu sitzen.

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