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Dienstag, 03.07.2012

Bei ‚Iveco‘ in Görlitz brennt’s: Traditionswerk vor Schließung

Spezialhersteller für Feuerwehrfahrzeuge macht zum Jahresende zu

Turin/Görlitz. Herber Schlag für Görlitz: Der zu Fiat gehörende italienische Nutzfahrzeughersteller Iveco will bis Jahresende fünf seiner Werke schließen - auch das in Görlitz. Damit stehen 45 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Wegen der schwachen Nachfrage nach Lkws und Spezialfahrzeugen greift Iveco-Chef Alfredo Altavilla durch: Die Werke in Görlitz und Weisweil (Baden-Württemberg) werden ganz dichtgemacht. Das Hauptwerk Ulm (Baden-Württemberg) verliert die Lkw-Montage an Madrid. Dafür entsteht in Ulm ein Zentrum für den Ausbau von Feuerwehrfahrzeugen - bislang auch eine Görlitzer Aufgabe. Dichtgemacht werden auch die Werke in Chambéry (Frankreich) und Graz (Österreich).

In Görlitz gibt es 45 Mitarbeiter und etwa zwölf Leiharbeiter. „Ob sie alle arbeitslos werden, steht noch nicht fest. Wir verhandeln mit dem Betriebsrat“, so Magirus-Sprecher Tobias Welp. So rosig wie in Baden-Württemberg sieht es aber nicht aus. Möglicherweise könnten Görlitzer Mitarbeiter an andere Standorte wechseln. Altavilla: „Diese Schließungen sind schmerzhaft, aber sie dienen dazu, das Unternehmen in seiner Gesamtheit zu stärken.“

In Görlitz werden jährlich etwa 250 Feuerwehrfahrzeuge unter zehn Tonnen hergestellt. Der Standort hat eine fast 100-jährige Tradition in der Produktion von Feuerwehrfahrzeugen, zu DDR-Zeiten als VEB Feuerlöschgerätewerk. 1864 gegründet, gehört das Werk seit 1996 zu Iveco. (mor)