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Dienstag, 06.04.2010

Bei Grit liegt die Würze sogar in der ,Abkürze‘

WALDHEIM - Grit Hentrich (43) gibt Sachsen die richtige Würze. Sie ist Geschäftsführerin der Waldheimer Gewürzmühle und ihre 16 Mitarbeiter mahlen, mischen und verpacken. 90 verschiedene Gewürze, von Anis bis Zimt - jährlich sagenhafte 70 Tonnen. In den bekannten Zwiebelmuster-Tüten kommen sie in den Handel.

Von Mandy Schneider

Kürzlich investierte der kleine Familienbetrieb 800 000 Euro in eine Abfüllmaschine. Das hätte sich Grit Hentrich vor 20 Jahren nicht träumen lassen: „In der DDR gehörten wir zum Nahrungsmittelkombinat, hatten keinen eigenen Namen, keine Tüten, keine Kunden - und standen 1990 über Nacht vor dem Nichts.“

Doch mit widrigen Umständen hatten die Waldheimer Übung. Die vom Ur-Ur-Großvater 1855 als Zigarrenfabrik gegründete Firma blieb nach der Verstaatlichung für Grit Hent-rich „Vaters Ehemaliger Betrieb“, in dem er Betriebsleiter war und in den 80ern die verordnete Produktionsumstellung auf Gewürze organisierte. Nach der Wende kreierte die Familie fix eine regionaltypische Verpackung, setzte auf sächsischen Geschmack und ihren Geschäftssinn: „Wir reagieren schnell auf den Markt. Im Sommer frage ich schon mal in den Gärten nach, ob’s eine gute Gurkenernte wird, damit ich weiß, ob Einlegegewürze viel nachgefragt werden“, so die Chefin.

Einkochen, Plätzchen backen und Punsch bereiten ist seit ein paar Jahren wieder Trend, weiß Grit Hentrich. Auch wenn’s mal nicht auf Anhieb gelingt: „Im Advent hatten wir schon entnervte Mütter am Telefon, mit einer Kinderschar als Geräuschkulisse, die mit einem Rezept nicht zurechtkamen.“ Auch da sind die Gewürzmüller ganz Familienbetrieb und helfen weiter.

Eine Spezialität der Waldheimer ist die richtige Würze für Würste. Grit Hentrich: „Wir stellen 450 Mischungen her, viele davon als Geheimrezept für jeweils eine Fleischerei.“