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Mittwoch, 14.03.2018

Begehbare Kunst

Anna und Klaus-Peter Dyroff aus Schmiedeberg zeigen die Geschichte der Mosaikkunst in einer Ausstellung. Am Sonnabend ist Eröffnung.

Von Franz Herz

Anna Dyroff zeigt hier ein modernes Mosaik: „Der Stier“. Er ist in der neuen Ausstellung im Geißlerhaus in Bärenstein zu sehen. Davor liegen andere Beispiele historischer Mosaike.
Anna Dyroff zeigt hier ein modernes Mosaik: „Der Stier“. Er ist in der neuen Ausstellung im Geißlerhaus in Bärenstein zu sehen. Davor liegen andere Beispiele historischer Mosaike.

© Egbert Kamprath

Bärenstein/Schmiedeberg. Die Schmiedeberger Mosaikkünstler Anna und Klaus-Peter Dyroff bereiten diese Woche eine neue Ausstellung in der Galerie Geißlerhaus in Bärenstein vor. Unter dem Titel „Mosaik – Malerei für die Ewigkeit“ geben sie einen Überblick über die Entwicklung dieser Kunstform.

Die Ausstellung haben die Schmiedeberger Künstler schon im vergangenen Jahr entworfen. Die erste Station, wo sie gezeigt wurde, war der Gasthof in Altklein-
zschachwitz in Dresden. Der bot allerdings weniger Möglichkeiten als jetzt das Geißlerhaus in Bärenstein. Deshalb wird die Schau jetzt noch einmal um einige Stücke erweitert. Auch können sie in der Galerie Stücke auf eine Staffelei stellen, die zu schwer sind, um sie an die Wand zu hängen. Diese Möglichkeit bot die Gaststätte nicht.

Die Eröffnung in Bärenstein findet am Sonnabend, 17. März, 16 Uhr im Geißlerhaus statt. Dazu spielt Frieder Schmidt auf dem Akkordeon und spricht Hans-Günter Kramer aus Dippoldiswalde einleitende Worte. „Er hat sich intensiv mit dem Thema Mosaik befasst und auch schon eine andere Ausstellung zu dem Thema begleitet“, informierte Galeristin Anett Franz.

Die Ausstellung greift bis in die Antike zurück. Die alten Römer haben ihre Mosaike aus Natursteinen hergestellt und sie dann häufig als Bodenmosaike eingesetzt. Ein solches Beispiel hat Anna Dyroff selbst hergestellt, das Duplikat eines Bodenmosaiks aus dem Dresdner Albertinum. „Da können die Besucher dann darüber gehen, so wie es bei den alten Römern auch normal war“, sagt sie. So bekommen die Besucher einen originalen Eindruck.

Später wurden Mosaike oft als Wandschmuck gestaltet. Die Anforderungen änderten sich damit. Ein Kunstwerk, das direkt unter den Füßen liegt, kann der Betrachter viel besser ansehen als eines, das hoch an einer Wand hängt oder das eine Kirchenkuppel schmückt. Die sind meist gröber gearbeitet. Solche Entwicklungen soll die Ausstellung erklären, ebenso die Veränderung der Materialen. Wo die alten Römer noch Naturstein verwendet haben, kamen später gefärbte Glassteine auf, die wesentlich intensivere Farben zeigen. Als Beispiel für ein modernes Mosaik zeigt Anna Dyroff die Abschlussarbeit ihrer Ausbildung: einen Stier in starken schwarzen und roten Farbtönen. Sie hat von 2002 bis 2006 in Spilimbergo in der Nähe von Venedig ihre Ausbildung zur Mosaikkünstlerin gemacht und ist anschließend in das Atelier ihres Vaters eingestiegen. Der hatte als Grundberuf Fliesenleger gelernt und sich dann zum Restaurator und Mosaikkünstler weitergebildet.

Die Galeristen Anett und Karsten Franz sowie die Mosaikkünstler haben zur Ausstellung weitere Veranstaltungen vorbereitet. Dyroffs werden am 23. März einen Vortrag halten zum Thema „Geschichte und Technik der Mosaikkunst“. Im April und Mai bieten sie Mosaikkurse an, bitten dafür aber um Voranmeldung. Am 21. April schließt sich an eine Führung der Film „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ an.

Ausstellung „Mosaik – Malerei für die Ewigkeit“

vom 17. März bis 23. Juni im Geißlerhaus in Bärenstein

Infos im Internet